Vortragsreihe im Anton-Heinen-Haus
KRIEGSENKEL
Die Erben der vergessenen Generation

Kein Land hat so umfangreich seine unheilvolle Vergangenheit aufgearbeitet wie Westdeutschland. Doch es war vor allem das Werk von Historikern. Es geschah akademisch, nicht emotional. In den Familien herrschte nach 1945 überwiegend Schweigen. Weder wurde über Traumata gesprochen noch über schuldhafte Verstrickungen in das NS-Regime. Die Nachgeborenen hörten kaum mehr als düstere Andeutungen. Einiges ist in Bewegung geraten, seit vor sieben Jahren das öffentliche Interesse für die Angehörigen der Kriegskinder-jahrgänge erwachte. Nun melden sich deren Kinder zu Wort. Die 'Kriegsenkel' sind heute in etwa zwischen 35 und 50 Jahre alt. Bei ihnen zeigt sich ein wachsendes Interesse an der faktischen und emotionalen Aufarbeitung der Kriegsfolgen in ihren Familien - ein Prozess der Wahrheitssuche und der Trauer. Denn viele können sich ihr verunsichertes Lebensgefühl aus ihrer eigenen Biografie heraus nicht erklären. Sie fragen sich: Kann es sein, dass eine Zeit, die vor so vielen Jahrzehnten zu Ende ging, noch heute Einfluss auf mich hat?
Die Journalistin und Autorin Sabine Bode wird Ihre Erkenntnisse über die Frage der Spätfolgen des Krieges in deutschen Familien vorstellen und diskutieren.
Mi 09.05.2012, 19:30-21:45 Uhr
Sabine Bode
Anton-Heinen-Haus, Kirchstr. 1b, 50126 Bergheim
Kontakt: Kath. Familienbildungsstätte, 02271 / 4790-0
(1x = 3 UStd.), 6,00 €
Veranstaltungs-Nr.: 6402016
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