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"Ohne Moos nix los" heißt es manchmal salopp - und das gilt auch für die Kirche: von ihrem Selbstverständnis her ist sie zwar nicht von dieser Welt, aber mitten in der Welt und nah bei den Menschen. Das bedeutet vor allem: Sie begleitet die Menschen auf ihren Wegen, durch die unterschiedlichen Lebenssituationen, bei ihren Fragen und Problemen - kurz: sie macht Christus berührbar in unserer Zeit, so wie er selbst damals unter den Menschen war. Das geht nicht ohne materiellen Einsatz.
Woher das Geld kommt ...
Das Erzbistum Köln finanziert seine vielfältigen Aufgaben in Seelsorge und Caritas zu knapp zwei Dritteln (65 Prozent) aus der Kirchensteuer. Bei den Kirchensteuereinnahmen gibt es allerdings einen Abwärtstrend: Sie sanken 2009 um 4 Prozent auf 721,84 Mio. Euro. Für 2010 rechnet das Erzbistum mit einem weiteren Rückgang um 16 Prozent, weshalb der Haushalt nur durch den Zugriff auf Rücklagen ausgeglichen werden kann.
Der Haushaltsplan für das laufende Jahr umfasst rund 863 Mio. Euro, fünf Mio. Euro mehr als 2009. Die Kirchensteuern bilden mit rund 610 Mio. Euro die wichtigste Einnahmequelle, von denen nach Abzug von Gebühren an die Finanzverwaltung sowie Anteilen, die anderen Bistümern zustehen, 435 Mio. Euro verbleiben. Hinzu kommen Zuschüsse in Höhe von fast 130 Mio. Euro, darunter Zuwendungen des Landes für Schulen. Zudem gibt es Einnahmen aus dem Betrieb von Bildungseinrichtungen, Mieten, Pachterlösen und Anlagen von rund 78 Mio. Euro. Aus Rücklagen werden 45,6 Mio. Euro entnommen.
... und wohin es fließt
Mit 271 Mio. Euro fließt rund die Hälfte des Gesamtetats in die Seelsorge. Neben diesem Ausgabenschwerpunkt setzt das Erzbistum in den Bereichen Schule und Kindertagesstätten besondere Akzente: Die sonst üblichen Investitionen aus der Kirchensteuer in diesem Bereich werden 2010 und 2011 verdoppelt. Zweitgrößter Haushaltsposten ist der Bildungsbereich mit etwa 192 Mio. Euro. Weitere knapp 84 Mio. Euro sind für erzbischöfliche Einrichtungen vorgesehen, zu denen etwa die Priesterseminare, das Diözesanmuseum Kolumba und auch die Verwaltung zählen.
Für die Caritas stehen rund 46 Mio. Euro, für überdiözesane Aufgaben aller Bistümer 26,8 Mio. Euro zur Verfügung. Die Altersversorgung von Priestern und anderen kirchlichen Berufsgruppen schlägt mit 20 Mio. Euro, weltkirchliche Aufgaben mit 15 Mio. Euro und die Gebühren für den Kirchensteuereinzug durch die Finanzämter mit 18 Mio. Euro zu Buche. Für Investitionen in Kirchengebäude sind rund 17 Mio. Euro vorgesehen. 175 Mio. Euro führt das Erzbistum an andere Diözesen ab für Kirchensteuerzahler, die zwar in der Erzdiözese arbeiten, aber woanders ihren Wohnsitz haben.
Zahlen im Überblick
Zahlen aus dem Erzbistum Köln (Stand 31.12.2009)
Gottesdienste im EBK pro Woche
1.600
Gottesdienstbesucher pro Woche
250.000
Taufen
15.600
Erstkommunionen
20.000
Firmungen
9.600
Eheschließungen
4.000
Bestattungen
21.300
Menschen in der Seelsorge
Priester
1.149
> davon im aktiven Dienst
748
Diakone
320
Gemeinde- und Pastoralreferenten
537
Bildung
Erzbischöfliche Schulen:
30
> Schülerinnen und Schüler
25.000
> Lehrkräfte
1.700
Kindertagesstätten:
674
> Gruppen
1.600
> Zahl der betreuten Kinder
42.500
Familienbildungsstätten
17
Regionale Bildungswerke
16
Akademien
2
Caritas
Beratungsstellen
> „esperanza“ - Beratung vor, während und nach einer Schwangerschaft
15 - dazu
3 zugeordnete Regionalstellen
> für Familien, Jugendliche
und Kinder
rund 330
> für Migranten
rund 70 - dazu
140 Selbsthilfeorganisationen
in Kooperation mit der Caritas
> für Suchtkranke
rund 200
> für Menschen mit Behinderung
rund 120
> für Arbeitslose
rund 95
Krankenhäuser
52
> Betten
13.834
Alten- und Pflegeheime
193
> Zahl der Betten
15.194 (umfasst Kurzzeit- und Tagespflege, Altenhilfe und Hospize)