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Ein Bischofsstab als Symbol der Verbundenheit

Der Bischofsstab, den der neue Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki symbolisch im Einführungsgottesdienst führt, ist ein Stab mit Geschichte: er wurde vor etwa 70 Jahren für den damaligen Kölner Erzbischof Josef Kardinal Frings (1887−1978) von der Neusser Pfarrgemeinde St. Quirinus in Auftrag gegeben. Angefertigt wurde der so genannte „Fringsstab“ zwischen 1942 und 1946 von der Bildhauerin Hildegard Domizlaff (1898−1987). Für den Einführungsgottesdienst erhält Woelki, der wie Frings aus dem Erzbistum Köln stammt, den Stab als Symbol der besonderen Verbundenheit mit dem Erzbistum.  

 

Beschreibung des Stabes

Der Bischofsstab

Fotos ►

Fringsstab: Der gute Hirte Fringsstab: Orpheus Fringsstab: Hl. Quirinus, Patron des Neusser Münsters Fringsstab: Hl. Joseph Fringsstab: Gottesmutter Maria Hirtenstab-4

Die Krümme des Stabes ist aus gegossenem Silber gefertigt. In ihrer Mitte sind der „Gute Hirte“ mit dem verlorenen Schaf auf den Schultern und der mythologische Sänger Orpheus mit der Lyra (Leier) dargestellt.

In der Gegenüberstellung des Hirten und der heidnisch-antiken Figur des Orpheus greift Domizlaff frühchristliche Bildmotive auf. So galt Orpheus dem frühen Christentum als vorausdeutende Darstellung Christi. Wie Christus ist er in die Totenwelt herabgestiegen und wird auf antiken Darstellungen als Hirte dargestellt. Beide Darstellungen nehmen damit direkten Bezug auf das Hirtenamt des Bischofs.

Am zylinderförmigen Knauf über dem Griff des Stabes sind die Gottesmutter Maria, der heilige Joseph als Namenspatron des Kardinals und der Patron des Neusser Münsters, der heilige Quirinus, dargestellt.

Nach dem Tod von Kardinal Frings

Josef Kardinal Frings schenkte seinen Bischofsstab am 14. Dezember 1969 Dr. Hubert Luthe zu dessen Bischofsweihe. Die beiden waren sich sehr verbunden. So war Bischof Luthe bis 1968 Erzbischöflicher Kaplan und Geheimsekretär des Kardinals und begleitete diesen unter anderem auch zum Zweiten Vatikanischen Konzil nach Rom. Luthe,  von 1991-2002 Bischof von Essen, verstarb am 4. Februar 2014 und hinterließ dem Kölner Dom testamentarisch den „Fringsstab“. Er ist am 7. April 2014 vom Essener Dompropst Thomas Zander an den Kölner Dompropst Dr. Norbert Feldhoff überreicht worden und wird nun in der Kölner Domschatzkammer präsentiert.

Die Künstlerin

Die Bildhauerin Hildegrad Domizlaff, die 1916 zum Katholizismus konvertiert war, fertigte seit den 1940/50er Jahren zunehmend Kunstwerke für den liturgisch-sakralen Bereich. Zwischen 1941 und 1980 ließen sich nicht weniger als zwölf deutsche Bischöfe von Domizlaff ihre Bischofsstäbe gestalten. Der Stab für Kardinal Frings war der zweite Bischofsstab, den die Künstlerin schuf.

 

Quelle: www.dombau-koeln.de

Fotos: Bistum Essen, Achim Pohl