Ertrags- und Vermögenslage

Mit rund 2 Mio. Mitgliedern ist das Erzbistum Köln die größte Diözese in Deutschland. Sie umfasste im Berichtsjahr 527 rechtlich selbstständige Kirchengemeinden, die in 180 Seelsorgebereichen zusammengefasst sind.

 

Insgesamt ging die Mitgliederzahl um knapp 26.000 zurück. Ursachen sind der demografische Wandel, Migration und Kirchenaustritte. Knapp 20.000 Beerdigungen standen rund 14.000 Taufen gegenüber. Erfreulicherweise ist die Zahl der Austritte mit rund 13.600 erneut gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Anders als im Vorjahr reduzierte sich die Mitgliederzahl auch durch Wanderungseffekte und sonstige Veränderungen.

 

Das Erzbistum Köln nutzt seine finanziellen Möglichkeiten, um die laufenden Aufgaben zu erfüllen. Daher fließt der größte Teil der Erträge an die Kirchengemeinden und Verbände, die die seelsorgerische und karitative Arbeit leisten. Bei der Verteilung der Finanzmittel orientiert sich das Erzbistum auch an den sich wandelnden gesellschaftlichen und pastoralen Anforderungen. Um die kirchliche Arbeit nachhaltig zu gestalten, sichert das Erzbistum zudem den Erhalt der notwendigen Infrastruktur, insbesondere durch die Unterstützung der Kirchengemeinden bei der Instandhaltung der erforderlichen Gebäude. Zugleich werden Finanzmittel für aktuelle Herausforderungen bereitgestellt. Wie in den vergangenen Jahren wurde dies auch 2016 in der Flüchtlingshilfe besonders deutlich. Für dieses Engagement sind insgesamt 8,1 Mio. Euro eingesetzt worden. Schließlich decken die Finanzmittel der Bilanz auch die langfristigen Verpflichtungen und sorgen so für Verläss-lichkeit bei der Erfüllung der Aufgaben.

Entwicklung der Erträge

Die Kirchensteuererträge als wichtigste Einnahmequelle sind im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozent auf 630,1 Mio. Euro leicht gestiegen. Das Erzbistum Köln verzeichnet das sechste Jahr in Folge eine Zunahme der Kirchensteuererträge. Ihr Anteil an den ordentlichen Erträgen beträgt rund 73 Prozent. Der Ertragszuwachs ist auch 2016 auf die robuste konjunkturelle Entwicklung zurückzuführen. Gleichwohl zeigt sich ein Abflachen des Anstiegs. Die Kirchensteuereinnahmen ziehen nicht im gleichen Umfang an wie die gesamte Entwicklung der Ertragsteuern in Deutschland.

 

 

Erträge aus Zuweisungen und Zuschüssen erhält das Erzbistum insbesondere für den Betrieb der erzbischöflichen Schulen. Diese Erträge stiegen gegenüber dem Vorjahr leicht auf rund 121 Mio. Euro an.

 

Einen erheblichen Anstieg gab es bei den sonstigen Erträgen, wobei diese Position regelmäßig größeren Schwankungen unterliegt. Im Jahr 2016 schlug insbesondere die Erstattung des Sanierungsgeldes durch die Kirchliche Zusatzversorgungskasse (KZVK) zu Buche. Zudem führte die geänderte Berechnungsmethode für den Zinssatz zur Berechnung der Pensionsrückstellungen zu einer Auflösung von Rückstellungen und somit zu einem einmaligen Mehrertrag von rund 7,0 Mio. Euro.

Entwicklung der Mitgliederzahl

2016

2015

Kirchenmitglieder zum 01.01.

2.018.634

2.034.684

Taufen

14.395

14.059

Kircheneintritte

240

260

Wiederaufnahmen

807

757

Sterbefälle

19.692

20.708

Austritte

13.583

14.657

Sonstige Veränderung

-7.837

4.239

Kirchenmitglieder zum 31.12.

1.992.964

2.018.634

 

Den gesamten ordentlichen Erträgen von 859,7 Mio. Euro stehen Aufwendungen in Höhe von 858,9 Mio. Euro gegenüber. Die Aufwendungen aus Zuweisungen und Zuschüssen stiegen gegenüber dem Vorjahr um 20,3 Prozent von 330,7 Mio. Euro auf 397,7 Mio. Euro. Den größten Anteil daran hatten die im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt rund 36 Mio. Euro gestiegenen Investitionszuweisungen für Kindertagesstätten und Kirchengemeinden.

 

Die Personalaufwendungen lagen 2016 fast auf dem Niveau des Vorjahres. Steigerungen bei den tariflichen Gehältern standen leichte Rückgänge bei den Aufwen-dungen für die Altersversorgung gegenüber. Die Zahl der Beschäftigten stieg gegenüber dem Vorjahr um 81 auf 4.415, insbesondere durch zusätzlichen Stellenbedarf in den Schulen aufgrund von gestiegenen Schülerzahlen.

Die zeitweise von einer hohen Volatilität geprägte Situation auf den Finanzmärkten 2016 hatte keine negativen Auswirkungen auf das Buchvermögen des Erzbistums Köln. Das Finanzergebnis schließt mit einem Überschuss von 35,9 Mio. Euro. Darin enthalten sind Zinserträge aus der Rückzahlung des Sanierungsgeldes der KZVK in Höhe von 9,1 Mio. Euro. Im Zinsergebnis wurden Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rück-stellungen in Höhe von 20,7 Mio. Euro bilanziert.

Insgesamt lagen die Erträge im Jahr 2016 um 4,5 Prozent über dem Wirtschaftsplan, während die Kirchensteuererträge um 1,7 Prozent niedriger als geplant ausfielen, da sich die Clearingverpflichtungen erhöht haben.

 

Mit einem Jahresüberschuss von rund 36,6 Mio. Euro liegt das Erzbistum über dem vorsichtig geplanten Ziel. Das Ergebnis ist allerdings zu einem großen Teil auf Sondereffekte zurückzuführen. Mittel- bis langfristig muss sich das Erzbistum, insbesondere aufgrund der zurückgehenden Mitgliederzahl, auf sinkende Kirchensteuererträge einstellen. Zudem sind regelmäßige Steigerungen bei den Bau- und Instandhaltungskosten zu erwarten. Das Erzbistum verfolgt daher weiterhin eine vorsichtige Finanzpolitik.

Im Jahr 2016 stieg das Sachanlagevermögen, vor allem aufgrund geleisteter Anzahlungen auf Anlagen im Bau, um 3,8 Prozent auf 695,3 Mio. Euro und trug damit rund 19 Prozent zum Gesamtvermögen bei. Das Finanzanlage-vermögen stieg, insbesondere durch Umschichtungen aus dem Umlaufvermögen, um 8,3 Prozent. Es stellt mit einem Anteil von über 75 Prozent den wesentlichen Vermögenswert der Bilanz dar. Von den Finanzanlagen dient rund 1 Mrd. Euro zur Deckung der Altersversorgungsverpflichtungen des Erzbistums.

 

Das Umlaufvermögen entfällt im Wesentlichen auf Guthaben bei Kreditinstituten und sichert die laufende Liquidität, unter anderem für die monatlichen Zuweisungen an die Kirchengemeinden und Verbände sowie die Gehaltszahlungen an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

 

Die Bilanzsumme des Erzbistums stieg um 3,6 Prozent auf 3,6 Mrd. Euro. Das Eigenkapital wuchs dabei um 1,4 Prozent. Die Zusammensetzung des Eigenkapitals hat sich nur geringfügig verändert. Während das Bistumskapital, also das Eigenkapital im engeren Sinne, und die Ausgleichsrücklage unverändert blieben, stiegen neben den Pensionsrücklagen im Rahmen der Ergebnisverwendung vor allem die Bau- und Sonderrücklagen.

 

Insbesondere aufgrund des zusätzlichen Rückstellungsbedarfs von insgesamt rund 51,7 Mio. Euro sank die Eigenkapitalquote des zusammengefassten Jahresabschlusses für das Erzbistum und den Erzbischöflichen Stuhl auf 70,3 Prozent.

Finanzbericht 2016 (PDF)

Ansprechpartner

Ökonom des Erzbistums Köln Hermann J. Schon Marzellenstraße 32 50668 Köln T 0221 1642 1307 finanzen@erzbistum-koeln.de