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Panorama Köln

Gebets- und Hilfsgemeinschaft Tokyo-Köln

Die seit 1954 bestehende Gebets- und Hilfsgemeinschaft mit dem Erzbistum Tokyo steht am Anfang unserer Kontakte mit inzwischen über 100 Ländern der Welt.

 

Eine „Gemeinschaft des Betens und gegenseitigen Sich-Helfens“, so umriss der Kölner Kardinal Josef Frings das Ziel der Partnerschaft, die er und sein japanischer Amtsbruder Peter Tatsuo Doi aus Tokyo 1954 ins Leben riefen.

 

Ganz bewusst wollte der Kölner Erzbischof in den Zeiten des deutschen „Wirtschaftswunders“ keine Einweg-Patenschaft, sondern eine partnerschaftliche Gemeinschaft zwischen den Erzbistümern Köln und Tokyo.

 

In seinem ersten Brief nach Tokyo schrieb der Kölner Erzbischof: „Hoffen wir doch, dass die überraschende Fülle der Priester- und Ordensberufe in Japan auf unsere Jugend wie ein hinreißendes Beispiel wirkt. Wir bitten auch um die Gebetshilfe des Erzbistums Tokyo in diesem unseren Anliegen um Priester- und Ordensnachwuchs.“ 

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte das Christentum in Japan zunächst einen bemerkenswerten Aufschwung, denn zum ersten Mal waren die Christen hier wirklich frei. Damals wie heute bildeten die japanischen Katholiken in ihrem Land eine Minderheit. Weniger als ein Prozent der 125 Millionen Japaner bekennen sich zum katholischen Glauben, im Erzbistum Tokyo sind es gerade einmal gut 90.000 der über 18 Millionen Einwohner dieses Gebiets.

 

Trotzdem stand in den folgenden Jahren oftmals die materielle Hilfe vom Rhein im Vordergrund. Bei der ersten Tokyo-Kollekte Weihnachten 1954 spendeten die Katholiken im Erzbistum Köln rund 300.000 DM – und dazu fünf Eisenbahnwaggons voll Sachspenden.

 

Seitdem wird im Erzbistum Köln jedes Jahr der letzte Sonntag im Januar als Tokyo-Sonntag gefeiert, und im Erzbistum Tokyo als Köln-Sonntag. Mit den Erträgen der alljährlichen Kollekte an diesem Sonntag haben die Kölner Katholiken erheblich zum Ausbau der katholischen Sophia-Universität in der japanischen Metropole beigetragen. Bis 1965 hat das Erzbistum mehr als 20 Millionen DM für diese Hochschule bereit gestellt. Ein weiteres zentrales Projekt war in den 60-er Jahren der Bau der Marien-Kathedrale (Architekt: Kenzo Tange), der nicht nur in Japan, sondern weit darüber hinaus Beachtung fand.

Zwar hat die gesellschaftliche Entwicklung Japans dazu geführt, dass die katholische Kirche dort inzwischen vor den gleichen Problemen steht wie in Westeuropa, aber die Partnerschaft der beiden Bistümer ist geblieben und diente als Vorbild für zahlreiche Bistumspartnerschaften auf der ganzen Welt.

 

Sichtbarer Ausdruck der Verbundenheit zwischen Köln und Tokyo ist am Rhein die Tätigkeit der Miyazaki-Caritasschwestern, die Niederlassungen in Köln und Düsseldorf unterhalten. Sie betreiben in Köln ein Studentinnenwohnheim, in Düsseldorf einen japanischen Kindergarten und eine japanische Sprachschule für Kinder. Eine wichtige Aufgabe sehen die Caritas-Schwestern in der Betreuung ihrer Landsleute, die besonders in Düsseldorf wegen der hohen Anzahl japanischer Mitbürger bedeutsam ist.

 

Bereits seit den 70er Jahren hat sich die Kirche in Tokyo ihrerseits zu einer regelmäßigen Hilfsaktion zugunsten der Kirche in Myanmar (Burma) entschieden. So wird die am Tokyo-bzw.Köln-Sonntag hier wie dort in allen Gemeinden durchgeführte Sonntagskollekte gemeinsam für Maßnahmen der Priesterausbildung in Myanmar eingesetzt. Aktuell helfen beide Erzbistümer mit beim Aufbau eines nationalen Priesterseminars in Yangon.

 

Die so erweiterte Gebets- und Hilfsgemeinschaft Köln-Tokyo-Myanmar fand in den Feiern zum 50jährigen Jubiläum Ausdruck, an denen auch Bischöfe aus Myanmar teilnahmen.

Tokio-Sonntag am 29. Januar 2017

Kardinal Woelki bei seinem Tokio-Besuch 2016 vor der Marien-Kathedrale. 23.01.17 - Erzbistum Köln - Gebets- und Hilfsgemeinschaft - Kollekte mehr