Matthias Heyen, 3. Jahr
Mit meinen Stärken und Schwächen Christus ein wenig berührbar zu machen, daran mitzuwirken, dass die Menschen auch in unserer Zeit wieder einen Zugang zu Gottes froher Botschaft bekommen, dass ausnahmslos jeder Mensch von Gott geliebt und angenommen ist, und so ein wirklich erfülltes Leben in Glaube, Hoffnung und Liebe führen können, ist der Grund, warum ich Priester werden möchte.Ganz selbstverständlich gehörte der christliche Glaube zum Alltagsgeschehen meiner Kindheit und so bin ich in ihn und die dazugehörige Praxis von Gebet und Gottesdienstbesuch ganz selbstverständlich „hineingewachsen“.
Dass mir kurz vor der Erstkommunion zum ersten mal der Gedanke an dieses Berufsziel kam, war deshalb auch nichts Außergewöhnliches. Mich faszinierte als Messdiener die Schönheit der Liturgie und bald bekam ich auch das immer stärkere Interesse daran, über Gott und die Grundfragen menschlichen Lebens nach Grund, Sinn und Ziel nachzudenken. Außerdem begeisterte mich das gemeinsame Engagement mit Gleichaltrigen in der Jugendarbeit von Messdienern und der KjG meiner Heimatgemeinde.
Besonders prägend waren natürlich auch Großereignisse wie die Weltjugendtage in Köln und Sidney, in denen man eine dynamische, offene und lebendige Kirche kennenlernen konnte. In all dieser Zeit hat mich die Idee, Priester zu werden nie ganz losgelassen und so bin ich seit dem Sommer 2009 in der Ausbildungsstätte Collegium Albertinum in Bonn. Neben dem umfassenden Theologiestudium hat man hier die Chance, seine Motivation und Berufung zu prüfen und so zu einer verantwortungsvollen Entscheidung zu gelangen, ob man wirklich bereit ist, trotz mancher Einschränkungen sein gesamtes Leben auf Christus zu setzen. Obwohl die Gewöhnung daran, den Tag in regelmäßige Gebetszeiten einzuteilen, nicht immer leicht ist, ist es befreiend, den Alltag mit Gott zu beginnen und abzuschließen. Spannend ist auch die Gemeinschaft mit den Mitbrüdern, die zum Teil ganz unterschiedliche Charaktere sind. Deshalb ist das Zusammenleben nicht immer konfliktfrei aber auch nie langweilig. Auf jeden Fall überwiegt aber die Bereicherung durch persönliche Gespräche und Unternehmungen, denn uns alle eint schließlich das gleiche Ziel. Nun studiere ich im 4. Semester und nachdem so manche Fragen beantwortet wurden aber auch manches infrage gestellt wurde, bin ich ganz sicher mit Gott nicht fertig. Das kann man gerade als gläubiger Mensch auch nicht sein sondern muss sich immer wieder durch Ringen und Zweifeln hindurch neu auf die Suche machen. Der Wunsch Priester zu werden ist dadurch nur weiter gereift. Allen Menschen guten Willens zu helfen, Gottes Spuren in ihrem Leben zu entdecken, mit ihnen in Freude und Trauer zu leben und die Hoffnung zu wecken, dass es eine größere Erfüllung als Geld, Karriere, Macht, Gesundheit und Schönheit gibt: etwas schöneres kann ich mir eigentlich nicht vorstellen! Deshalb bleibt Priester mein Wunschberuf. |