ERZBISTUM KÖLN  PRIESTERSEMINAR  DIAKONENINSTITUT     

Markus Söhnlein, 3. Jahr

Markus SöhnleinSeit zwei Jahren bin ich jetzt im Albertinum. Ich fühle mich hier sehr wohl: Das gemeinsame Leben im Haus, vor allem die tägliche Feier der Heiligen Eucharistie und des Stundengebets, aber auch das sonstige Miteinander mit den anderen Priesteramtskandidaten sowie sich entwickelnde und schon entwickelte Freundschaften tragen dazu in erheblichem Maße bei. Mein Dienst als Küster und die Mitwirkung in der Choral-Schola unseres Hauses machen mir viel Freude. Das obligatorische sechswöchige Sozialpraktikum habe ich im Sommer 2007 im Kinderdorf Bethanien in Gladbach/Refrath absolviert: Meine Arbeit mit den Kindern und das Leben mit den dort ansässigen Dominikanerinnen und ihrem Pater werden mir in bester Erinnerung bleiben, zumal ich den Kontakt halten will. Gerade in den letzten Semesterferien war ich häufiger dort, insgesamt kann ich sicher vom Kinderdorf als einer meiner "geistlichen Heimaten" sprechen.

Im Semester prägt neben dem Hausprogramm das Studium an der Universität meinen Alltag. Der Kontakt mit den Theologiestudierenden, die nicht den Priesterberuf anstreben, ist mir dabei wichtig.Schwerpunkte sind im ganzen Grundstudium Veranstaltungen in Philosophie,Kirchengeschichte, Einleitung in das Alte und Neue Testament sowie der Erwerb der notwendigen Sprachkenntnisse, die mir anfangs nur in Hebräisch fehlten. Nach dem 3. Semester steht der erste Teil der Vordiplomsprüfungen an, nach dem 4. folgen normalerweise dann die restlichen Prüfungen, die ich um ein Semester verschoben habe. So werde ich mich (wenn alle Prüfungen positiv ausfallen) nach meinem 5. Semester auf den Weg in die Freisemester an einer anderen Universität machen und ein Jahr außerhalb des Hauses leben.

Natürlich war der Einzug ins Albertinum zunächst eine Umstellung für mich nach meiner früheren Studienzeit hier in Bonn, in der ich Geschichte studiert habe. Wie viele Mitbrüder in der Kommunität habe ich mich also nicht direkt nach dem Abitur für den Weg zum Priestertum entschieden. Freilich hatte ich in meinen Teenagerjahren eine Neigung dazu verspürt, aber in der Folge traten eher andere Lebensziele in den Vordergrund.

Besonders die Ereignisse um den Tod Papst Johannes Pauls II. und die Wahl des neuen Papstes haben mir aber das Ohr für Gottes Ruf erneut geöffnet. Die andauernde Tätigkeit als Meßdiener und Lektor in meiner Heimatpfarrgemeinde St. Josef in Neuss ist sicherlich der Grundstock meines Weges. So liegt mir viel daran, den Kontakt dorthin aufrechtzuerhalten und weiter am Gemeindeleben teilzunehmen, das in zunehmendem Maße jetzt auch die anderen Gemeinden im Seelsorgebereich umfasst. Übrigens konnte ich dabei schon einige Male auf die durch die Arbeit mit unserem Kantor erworbenen und geschulten Gesangsfähigkeiten zurückgreifen und so hoffentlich die Liturgie bereichern. Ermutigend und stärkend wirken gerade auch das Interesse, die Anteilnahme und der Zuspruch von Seelsorgern und Gemeindemitgliedern in meiner Heimat.

Ich stehe mit meinen Mitbrüdern im dritten Jahr im Haus oder im Freijahr fast in der Mitte des Weges zum Priesterberuf, der doch bisweilen so schwierige Aufbruch ist geschafft, die erste Wegstrecke ist zurückgelegt.  Die Zeit im Albertinum soll dazu dienen, die Berufung genauer zu prüfen. Ich denke, mein bisheriges Leben hier hat mich einen guten Schritt weitergebracht.

Ich hoffe,mit Gottes Hilfe und durch die Unterstützung meiner Familie und meiner Freunde meinen Weg gehen zu können und mir die Freude zu bewahren, die ihren letzten Grund in der Liebe Christi hat, der immer mit auf dem Weg ist.

 
 
Zum Seitenanfang Seite weiterempfehlen Druckversion Kontakt  Barrierefrei Datenschutz  Impressum