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Barmherzige Schwestern vom hl. Karl Borromäus, SMCB (Borromäerinnen)

Mutterhaus Kloster Grafschaft

 

Entstehung und Aufgabe
Die "Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Karl Borromäus" besteht seit 1652. Sie wurde gegründet durch die dienende Liebe eines wahren Christen, des Advokaten Josef Chauvenel zu Nancy/Lothringen. Er hatte sein Leben ganz in den Dienst der Armen, Kranken und Verlassenen gestellt und pflegte in Toul 1651 persönlich die Pestkranken. Noch im gleichen Jahr starb er im Alter von 31 Jahren an dieser furchtbaren Seuche. Vor seinem Tode bat er den Vater, sein Werk weiterzuführen. Der Vater (Emanuel Chauvenel) verwirklichte den letzten Wunsch seines Sohnes, verwandte sein Vermögen für die Armenfürsorge und gründete das Haus der Barmherzigkeit "Charité". Hilfreiche Frauen stellten sich ihm zur Verfügung.

Die junge Gründung wurde unter den Schutz der Heiligen Familie Jesus, Maria und Josef gestellt. Die ersten Schwestern nannten sich lt. Urkunde "Schwestern von der Heiligen Familie". Sie bemühten sich, den Geist der Heiligen Familie in ihren Konventen zu pflegen. Die Gründung unserer Gemeinschaft erfolgte am 18. Juni 1652 zu Nancy. Im Jahre 1662 schenkte Emanuel Chauvenel den Schwestern sein größeres Haus "Saint Charles", über dessen Eingang eine Statue des hl. Karl Borromäus stand. Daher nannte das Volk die Schwestern: "Soeurs de Saint Charles Borromée" (Schwestern vom hl. Karl Borromäus, kurz Borromäerinnen). Die junge Gemeinschaft breitete sich rasch aus. Im Laufe der Zeit entstanden sieben selbständige Zweige der "Borromäerinnen"; unsere Gemeinschaft ist die dritte selbständige Kongregation, die sog. "schlesischen" Borromäerinnen. Sie wurde von Rom am 24. April 1857 als selbständige Kongregation bestätigt.

Die Barmherzigen Schwestern verehren den hl. Karl als ihren Patron und sehen in ihm, "der den Armen, Verlassenen und Kranken ein Vater war", ihr großes Vorbild. Von ihrer ursprünglichen Benennung "Dienerinnen der Hl. Familie", her pflegen sie nach deren Vorbild die beständige Vereinigung mit Gott.

 

Geschichtliche Entwicklung
Die Anfänge unserer Gemeinschaft liegen in Neisse/Schlesien. 1870 wurde das Mutterhaus von Neisse nach Trebnitz in das von der hl. Hedwig gegründete vormalige Zisterzienserinnen-Kloster verlegt. Durch die Nachwirkungen des Zweiten Weltkrieges bedingt, wurde 1951 das ehemalige Benediktinerkloster Schmallenberg bei Grafschaft im Hochsauerland unser Generalmutterhaus. Unsere erste Generaloberin war Mutter Helena Tichy. Während ihrer Amtszeit von 1857 bis zu ihrem Tod am 5. März 1886 gewann die junge Gemeinschaft zahlreiche neue Mitglieder und konnte ihr apostolisches Wirken über die Landesgrenzen hinaus ausweiten bis in den Vorderen Orient (Ägypten, später auch Israel und Libanon). Bereits Mutter Helena weihte die Kongregation und alle je ihr angehörenden Schwestern dem heiligsten Herzen Jesu (die Gestaltung des Ordenssiegels geht darauf zurück).

Nach fast 50jähriger segensreicher Tätigkeit zählte die Kongregation im Jahre 1898 bereits 923 Profess-Schwestern und 301 Novizinnen in 149 Niederlassungen. Im Jahr 1939 war die Mitgliederzahl auf 3580 angestiegen. Die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Karl Borromäus, Mutterhaus Kloster Schmallenberg, ist eine caritativ-tätige Kongregation päpstlichen Rechts. Sie ist gleichzeitig eine Körperschaft des öffentlichen staatlichen Rechts mit gemeinnütziger Zielsetzung.

 

Die Ordensgemeinschaft heute
Die Schwestern unserer Kongregation bekennen sich zu dem Geist, in dem die ersten Mütter die Nöte und Leiden ihrer Zeit zu lindern versuchten. Sie erfüllten das Gebot der Liebe durch ihre Hingabe zu den Werken der Barmherzigkeit. Die Evangelischen Räte finden in der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Karl Borromäus ihren Ausdruck in einfachen öffentlichen Gelübden. Durch sie und durch das Gelübde der Barmherzigkeit verpflichten sich die Schwestern, gemeinsam Gott in der Kongregation zu dienen, und diesen Dienst der beständigen Barmherzigkeit nie aufzugeben. Darum darf nur die Liebe zu Gott und den Brüdern und Schwestern Beweggrund für den Eintritt in unsere Gemeinschaft sein.

Die Kongregation stellt alle ihre Kräfte selbstlos dem gemeinnützigen kirchlichen Dienst zur Verfügung. Sie übt ihn aus in:

  • Alters- und Pflegeheimen, Krankenhäusern, Erholungsstätten - besonders für Alte und Minderbemittelte
  • ambulanter Pflege
  • Erziehung der Jugend in Kinderheimen, Kindergärten und -horten
  • Bildungsstätten für soziale Berufe
  • Schulen in der Mission
  • Katechese und Seelsorgehilfe
  • Wirtschaftsführung in sozialen und caritativen Einrichtungen

Den Erfordernissen der Zeit gehorchend, war die Kongregation stets bemüht, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Not lindern zu helfen. Aus dem Vertrauen auf Gottes weise Vorsehung lebend, schauen wir hoffnungsfroh in die Zukunft und wollen unsere Kräfte im Dienst am Reiche Gottes einsetzen. Heute zählt unsere Kongregation in West- und Ostdeutschland, sowie in Israel, Ägypten und Rumänien insgesamt 19 Niederlassungen. Zu uns gehören zur Zeit 264 Profeßschwestern und 2 Novizinnen.

 

Kontaktadressen:

Mutterhaus Kloster Grafschaft
57392 Schmallenberg, Hochsauerland
Tel.: 02972 / 791-01
Fax: 02972 / 791-245
E-Mail: kloster.grafschaft@t-online.de

                                            
Niederlassung im Erzbistum Köln:

St. Josef-Krankenhaus
Alte Kölner Str. 9
51688 Wipperfürth
Tel.: 02267 / 889-0

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