Benediktiner OSB, Sublazenserkongregation - Abtei St. Michael, Siegburg
Entstehung und Aufgabe:
Die Benediktinerabtei St. Michael in Siegburg wurde im Jahre 1064 durch den Hl. Erzbischof Anno von Köln gegründet und 1803 unter Napoleon säkularisiert. Erst als am 2. Juli 1914 niederländische Mönche den Siegburger Michaelsberg wieder besiedelten, erwachte das klösterliche Leben wieder zum Leben. Unter NS-Herrschaft wurde das Kloster 1941 durch die Nazis stark beschädigt und die Mönche vertrieben. 1944 wurde die Abtei durch Bombenangriffe fast ganz zerstört. Nach 1945 kehrten die Mönche aus Gefangenschaft und Exil wieder zurück und bauten St. Michael wieder auf. Heute leben dort 14 Benediktinermönche. Die Abtei gehört zur Benediktinerkongregation von Subiaco (Mutterhaus: Abtei Subiaco in Italien). Diese ist innerhalb der benediktinischen Konföderation die größte Kongregation, mit heute über 60 Männer- und 20 Frauenklöstern in aller Welt. Die Abtei St. Michael beherbergt in einem Teil des großen Klostergebäudes seit 1997 das Edith-Stein-Exerzitienhaus des Erzbistums Köln.
Einsatzgebiete:
Neben dem Gottesdienst mit Eucharistiefeier und täglichem gemeinsamen Chorgebet werden Dienste für die Gemeinschaft in Haus, Küche, Garten, Sakristei, Verwaltung, Bibliothek, Handwerksbetrieben, Klosterpforte übernommen. Hinzu kommen gewerbliche Arbeiten, z.B. eigene Likörherstellung und -vertrieb, die Buch- und Kunsthandlung und das Kloster-Café. Zentrale Bedeutung haben auch die Dienste am Mitmenschen: Die Benediktiner nehmen männliche Gäste zur stillen Einkehr und Besinnung auf, leiten das Jugendgästehaus St. Maurus und übernehmen seelsorgliche Dienste im Beichtstuhl und Sprechzimmer. Schließlich arbeiten sie im Edith-Stein-Exerzitienhaus mit.
Lebensform:
In unserer Kommunität beten und arbeiten zur Zeit 14 Benediktinermönche. Es sind Männer, die der Auffassung sind, dass auch (und gerade) in der heutigen Zeit die monastische Lebensform nicht nutzlose Vergeudung menschlichen Seins darstellt, sondern eine der christlichen Möglichkeiten seiner Erfüllung darstellt. Wir sind auf dem Michaelsberg in eine klösterliche Gemeinschaft eingetreten, weil wir glauben, dass wir von Gott ganz konkret in dieses Kloster berufen wurden. Unser monastisches Leben richten wir nach dem Evangelium Jesu Christi und der Regel des heiligen Ordensvaters Benedikt von Nursia aus. Mitte und Richtmaß unserer klösterlichen Gemeinschaft sind der gemeinsame Gottesdienst und das Miteinander - Hören in Gebet und Arbeit, Schweigen und Gespräch, Alltag und Fest - auf das was Gott hier und jetzt will. Wir sind eine Gemeinschaft von Mönchen, alten und jungen, gesunden und kranken, starken und schwachen, keine Elite, sondern normale Durchschnittsmenschen, Menschen von heute.
Aufnahme und Ausbildung:
Vor einem Klostereintritt besteht eine längere Zeit der Kontaktaufnahme und ein gegenseitiges persönliches Kennenlernen. Gesunde menschliche Grundlagen (z.B. zu einem Gemeinschaftsleben) und ein geistlich-spirituelles Leben sind neben abgeschlossener Berufsausbildung oder Abitur Voraussetzung für die Aufnahme in die Mönchsgemeinschaft. Nach dem Postulat (1 Jahr) und dem Noviziat (1 Jahr) bindet sich der Mönch in Gelübden auf Zeit (3 Jahre). Danach erfolgt die feierliche (ewige) Profess und Mönchsweihe.
Kontaktadresse:
Benediktinerabtei St. Michael
Michaelsberg
Bergstr. 26
53721 Siegburg
Tel.: 02241-129-0
Fax: 02241-129-132 |