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Klarissen-Kapuzinerinnen

"Ich halte Dich für eine Gehilfin Gottes selbst
und für eine Stütze der gebrechlichen Glieder Seines unaussprechlichen Leibes "
(Hl. Clara)

Entstehung
Die Gemeinschaft der Klarissen-Kapuzinerinnen entstand, als Maria Laurentia Longo in Ihrer Sehnsucht nach einem kontemplativen Leben den Ruf GOTTES erkannte und sich entschloß, " den Rest ihres Lebens mit der Gründung eines Klarissen-Konventes zu widmen, der für den zweiten Orden des hl. Franziskus (die Klarissen) die gleiche Bedeutung bekommen sollte wie die Kapuziner-Reform für den Ersten Orden." Nach Überwindung zahlreicher Schwierigkeiten begann Mutter Maria Laurentia Longo, 1534 "junge Mädchen um sich zu sammeln, die bereit waren, ihr ins kontemplative Ordensleben zu folgen."

" Sie durfte eine Kommunität "vom Dritten Orden des hl. Franziskus gemäß der Regel der hl. Clara" errichten. Erst am 10.12.1538, dem offiziellen Geburtsdatum der Klarissen-Kapuzinerinnen unterzeichnete Papst Paul III. das Motu proprio "Cum monasterium", wonach die Gemeinschaft dem zweiten Orden, den Klarissen angehört." Gegen Ende des 16.Jahrhunderts gab es bereits 18 Klöster in Italien, weitere in Spanien und Frankreich. Vom Ursprungskloster "Sancta Maria in Jerusalem" in Neapel wurde 1603 das Kloster in Paris gegründet, welches 1626 in Marseille neu gründete. 1827 entstand von Marseille aus eine neue Kommunität in Aix-en Provence. Am 1. Oktober 1901 mußten die Schwestern von Aix auf Anordnung der französischen Regierung ihr Kloster verlassen. Sie fanden 1904 in Vaals (Holland) eine neue Heimat.

10 Jahre später erbat sich Bischof Dr. Groß von Leitmeritz (Sudeten) vom Konvent in Vaals Schwestern für seine Bischofsstadt, so daß 1914 der Konvent in Leitmeritz gegründet wurde. Die Gemeinschaft zählte 5 tschechische und 23 deutsche Schwestern, als die Kommunität am 8.9.1946 Leitmeritz verlassen mußte, da alle Deutschen ausgewiesen wurden. Auf eigenen Wunsch blieben die tschechischen Schwestern zurück, um für ihr Volk zu beten. Alle anderen luden nachts um 23.30 Uhr ihr Gepäck auf einen Lastwagen und fuhren einer ungewissen Zukunft entgegen. Liebevolle Aufnahme fanden die Schwestern erst einmal bei Klarissen in Regensburg und Riedenburg.  Am 16.4. 1950 konnte die Gemeinschaft in ein Patrizierhaus in Liblar umsiedeln, welches unter großem eigenen Einsatz, wie durch die gütige Hilfe einiger Wohltäter, nach und nach in ein Kloster umgewandelt wurde. Schon 1952 erfolgte von hier aus eine Neugründung in Senden.

 

Auftrag und Sendung
Unser Auftrag und unsere Sendung ist es, in GOTT – Verliebte, allein GOTT – Liebende und GOTT – Suchende zu sein. " Du sollst den HERRN deinen GOTT lieben, mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deiner Kraft." Deshalb bringen wir uns selbst GOTT als lebendige Opfergabe dar. Neben unserer hl. Mutter Clara mit ihrer tiefen Brautmystik, verehren wir in besonderer Weise Maria, die Braut des HEILIGEN GEISTES, "welche Form und Vorbild der Weihe und Hingabe der Seele an GOTT " ist. Franziskus selbst sagt zu Clara und ihren Schwestern: " Ihr seid Bräute des HEILIGEN GEISTES." Vom HERRN persönlich erhält er mit seinem ganzen Orden den Auftrag: "Stelle mein Haus wieder her, das ganz zerfällt." Damit ist in erster Linie nicht ein Haus aus Steinen gemeint, wie er zuerst glaubt, sondern vielmehr ein Haus aus lebendigen Steinen, der Tempel GOTTES in den Seelen selbst. "Wißt ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? (...) Denn Gottes Tempel ist heilig und der seid ihr." (1Kor 3,16) Maria, die einzig allein, vollkommen auf GOTT hin ausgerichtet ist, ist Urbild und Typus des Menschen, wie GOTT ihn geschaffen und von Anbeginn gedacht hat, SEIN Abbild wiederspiegelnd. Dieses Abbild gilt es in der eigenen Seele wieder herzustellen, sowie daran mitzuwirken, daß es in anderen Seelen wiederhergestellt werde.

 

Lebensform
Wir Schwestern vom Orden der Klarissen- Kapuzinerinnen gehören zu den kontemplativen Orden und leben in einer päpstlichen Klausur, welche wir nur aus wichtigen und notwendigen Gründen verlassen. Sie ist ein Zeichen unserer radikalen Ganzhingabe an Gott und eine Hilfe für unsere kontmplative Sendung zum Lobe Gottes, zum Dienst für Kirche und Welt. Die Klausur bietet mit ihrer Stille, Zurückgezogenheit und ihrem Schweigen einen notwendigen Schutz für unseren Lebensraum. Sieben mal am Tag versammeln wir uns um den Herrn in unserer Kapelle, um im Geiste mit allen Brüdern und Schwestern auf der ganzen Welt, gemeinsam das kirchliche Stundengebet zu rezitieren und zu singen. In ihm vereinigt sich die Stimme der Braut ( Kirche ) mit der Stimme des Bräutigams Christus, in Dank, Lobpreis und Fürbitte an den Vater im Himmel.

Das Gebet bestimmt unseren Lebensrythmus, gibt ihm Rahmen, Inhalt und Weihe, vor allem aber auch eine ganz persönliche und intime Grundlage in der Beziehung zu Christus, unserem Bräutigam. Unseren Lebensunterhalt verdienen wir uns soweit wie dies möglich ist, durch eine kleine Hostienbäckerei.

 

Einige Gedanken zu unseren Gelübden

 

Keuschheit / gottgeweihte Jungfräulichkeit
"Du sollst den Herrn, Deinen Gott lieben aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele und mit all Deinen Kräften."Gerade die Jungfräulichkeit um des Himmelreiches willen macht unser Herz in einzigartiger Weise freiund bereit für die ungeteilte Liebe zu Gott und den Menschen.Durch sie stehen wir in enger Nachfolge des jungfräulichen Lebens Christi und Seiner Mutter und verkünden den wunderbaren Ehebund der Kirche mit Christus, ihrem einzigen Bräutigam. "Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden GOTT schauen."

 

Gehorsam
Der von der Liebe getragene Gehorsam wandelt die Schwester um und macht sie Christus immer ähnlicher, der gekommen ist den Willen Seines Vaters zu tun, und der gehorsam geworden ist, bis zum Tod am Kreuz. Sein "fiat voluntas tua" - " Dein Wille geschehe" und das " Fiat" Mariens "Siehe, ich bin die Magd des Herrn" bis unter das Kreuz, sind unser Vorbild. Gehorsam ist Teilnahme am Erlösungswerk Christi !

"Selige Armut !Denen, welche sie lieben und umfangen, verbirgt sie ewige Reichtümer !
Heilige Armut ! Wer sie besitzt und nach ihr sich verzehrt, dem verheißt Gott das Himmelreich und ihm verleiht er ohne Zweifel die ewige Glorie und das selige Leben ! Gottgefällige Armut !"(Hl.Clara) Erst wenn wir vollkommen leer geworden sind von uns selbst, von unserem "Ich", werden wir IHN geistiger Weise empfangen können.

 

Kloster auf Zeit
Junge Frauen ab 17 Jahre, die sich für unser Leben interessieren und nach dem Beispiel der hl. Clara unter der Führung der Unbefleckten Jungfrau Maria, an ihm teilnehmen möchten, können nach Absprache mit der Äbtissin, Kloster auf Zeit machen. Diese Zeit sollte jedoch 1 Woche nicht unterschreiten.

 

Aufnahme und Ausbildung
Für eine Aufnahme in die Gemeinschaft ist es wichtig einen inneren Ruf zu verspüren, sich GOTT in einem kontemplativen Leben vollkommen hinschenken zu wollen; sich in eine Gemeinschaft einfügen zu können, sowie körperliche und geistige Gesundheit. Die Kandidatin sollte das Alter von 35 Jahren nicht überschreiten. Die Ausbildung erfolgt im eigenen Haus und umfaßt bis zur ewigen Profeß: 1-2 Jahre Postulat, 2 Jahre Noviziat und 3 Jahre zeitliche Profeß.


Kontaktadresse

Klarissen-Kapuzinerinnen
Kloster St. Josef

Carl-Schurz Str. 106
50374 Erftstadt-Liblar
Tel.: 02235/ 2500
(Mo-Do v. 9.00-11.00 u. 14.00-15.15 Uhr)

 

Die Nonnen leben die Anwesenheit und das Werk Mariens in der Kirche weiter.
Wie Maria im Abendmahlsaal durch ihr betendes Dasein die Anfänge der Kirche in ihrem Herzen
bewahrte, so ist dem liebenden Herzen und den betenden Händen der Klausurschwestern der Weg der Kirche anvertraut.
(Verbi Sponsa)

 

"Die Nonnen, die in der Gegenwart und von der Gegenwart des Herrn leben
sind eine besondere Vorwegnahme der endzeitlichen Kirche,
die auf den Besitz und die Anschauung Gottes ausgerichtet ist.
Sie versinnbildlichen bei aller Einfachheit des Lebens sichtbar das Ziel,
auf das die ganze Gemeinschaft der Kirche zugeht."
(Verbi Sponsa)