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Weg - nicht Prozess

Verschiedentlich sprechen Menschen im Erzbistum Köln vom „geistlichen Prozess“, wenn es um den pastoralen Zukunftsweg geht. Ist „Weg“ und „Prozess“ dasselbe?

Ein Weg, dessen Verlauf uns noch nicht bekannt ist

In seinem Fastenhirtenbrief 2016 lädt Kardinal Woelki die Katholiken im Erzbistum Köln ein, gemeinsam einen Weg in die Zukunft zu gehen, dessen Verlauf uns jetzt noch nicht bekannt ist. Das Wort „Weg“ ist eine Metapher, die an biblische Erfahrungen anknüpft (Abraham, der loszieht; Jesu Weg nach Jerusalem) und deutlich macht, dass der konkrete Verlauf noch unbekannt ist und dass es um eine lange Dauer geht.

 

Verschiedene Bistümer in Deutschland haben für sich pastorale Prozesse oder Kirchenentwicklungsprozesse beschlossen. Diese Prozesse haben ein Thema, erstrecken sich in der Regel über einen vorher festgelegten Zeitraum (zum Beispiel drei, fünf oder zehn Jahre), und haben verschiedene vorher geplante Phasen, in denen bestimmte Ergebnisse (oft struktureller Art, wie die Zusammenlegung von Pfarreien) erzielt werden sollen. Auch diese Bistumsprozesse sollen einen geistlichen Charakter haben und dazu beitragen, die jeweilige Ortskirche zukunftsfähig zu machen.

Eine Generationenaufgabe

Der pastorale Zukunftsweg im Erzbistum Köln soll ganz bewusst kein solcher Prozess sein, soll nicht verbunden sein mit vorher festgelegten strukturellen Veränderungen und Zielvorgaben. Es geht vielmehr um unseren dauerhaften gemeinsamen Zukunftsweg, auf dem noch gefunden werden muss, wie die Kirche in unserem Erzbistum zukünftig ihre Sendung der Nachfolge Christi leben wird. Dabei kann sich im Gehen herausstellen, dass an bestimmten Stellen auf diesem Weg klar definierte Projekte oder Prozesse nützlich oder wichtig sind. Dann - doch erst dann - können als Schritte auf dem Weg solche Prozesse oder bestimmte Projekte initiiert und durchgeführt werden.

 

Der Zukunftsweg insgesamt ist aber etwas Größeres, Grundsätzlicheres. Er umfasst alle Lebensbereiche der Kirche, will Haltungen verändern, Glauben vertiefen, die Sendung der Kirche von Köln für die Menschen neu entdecken. Letztlich ist unser pastoraler Zukunftsweg der Weg der Kirche von Köln, den Gott uns im Gehen zeigen wird (darum müssen wir hinhören, was er uns sagt und zeigt) und der allen Menschen hier ermöglicht, „Reich Gottes“ zu erfahren und zu Gott zu kommen - auch denen, die sich nicht als Teil von Kirche sehen und zu denen wir doch gesandt sind.

 

Aus diesen Gründen soll der pastorale Zukunftsweg ganz bewusst kein Entwicklungsprozess sein, der irgendwann abgeschlossen ist und ad acta gelegt werden kann. Der pastoarle Zukunftsweg ist der Weg des Erzbistums Köln, den wir im Vertrauen auf Gott immer weiter gehen wollen.