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Generalvikar
Dr. Dominik Schwaderlapp
Weichenstellung für die zukünftige Verkündigung des Evangeliums
Alles Handeln der Kirche geht letztlich auf den Auftrag des auferstandenen Christus zurück, wie ihn das Markus-Evangelium beschreibt: "Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen" (Mk 16,15). Über die Jahrhunderte hat die Kirche diesen Auftrag unter den unterschiedlichsten Bedingungen zu erfüllen versucht. Um auch in Zukunft die Frohe Botschaft wirksam in Wort und Tat zu verkünden, muss sich das Erzbistum Köln heute auf eine sich rasch verändernde Umwelt einstellen. In den letzten Jahrzehnten gab es - gerade in finanzieller Hinsicht - optimale Rahmenbedingungen für die Kirche von Köln. Wir leben in einem freiheitlichen System ohne Verfolgung, und wir haben einen umfangreichen Bestand an großartigen Kirchen, die unsere Städte und Dörfer prägen. Darüber hinaus sind die meisten unserer Gemeinden mit einem äußerst großzügigen Raumangebot ausgestattet, das in diesem Umfang einzigartig in der Weltkirche ist.
Ebenso einzigartig ist das Engagement der Kirche in den unterschiedlichsten Bereichen des öffentlichen Lebens. Beispielhaft seien hier die Kindertagesstätten in kirchlicher Trägerschaft, die Erzbischöflichen Schulen, katholische Krankenhäuser und Altenheime genannt. Damit verbunden ist ein hoher finanzieller Einsatz. Mit einem Haushaltsvolumen von ca. 680 Millionen Euro im Jahr 2004 liegen wir daher nicht ohne Grund an der Spitze der Diözesen in Deutschland und gehören weltweit zu den Bistümern mit dem größten Haushaltsvolumen. Doch die Rahmenbedingungen, unter denen wir dies alles tun, ändern sich in spürbarer Weise. Die bedrückende Tatsache, dass in unserem Lande effektiv zu wenige Kinder geboren werden, geht auch an der Kirche nicht spurlos vorüber. Seit Jahren geht die Zahl der Katholiken im Erzbistum Köln kontinuierlich zurück. Nur ein geringer Teil davon ist auf Kirchenaustritte zurückzuführen. Wenn diese Entwicklung sich so fortsetzt - und derzeit ist keine Trendwende zu erkennen, dann haben wir in 25 Jahren ein Viertel unserer Gläubigen verloren.
Aufgrund der ungünstigen Alterspyramide geht damit ein Verlust von mehr als 40 Prozent unserer Finanzkraft einher. Diese langfristige Perspektive ist schon jetzt konkret spürbar. Während die Einnahmen vor allen Dingen aus der Kirchensteuer rückläufig sind auch - Steuerreform und die hohe Arbeitslosigkeit schränken unsere finanziellen Möglichkeiten ein -, steigen die Personal- und Sachkosten Jahr für Jahr.

Eine vorausschauende Finanzpolitik in der Vergangenheit ermöglicht uns heute, gewissenhaft zu planen und nicht in Aktionismus verfallen zu müssen. Unser Ziel bleibt allerdings, im Jahr 2007 wieder einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen, in dem die Ausgaben nicht höher sind als die Einnahmen. Dazu müssen wir uns konsequent auf die sich verändernden Rahmenbedingungen einstellen und heute die Weichen so stellen, dass wir auch in Zukunft glaubwürdig und kompetent das Evangelium verkünden können. Dabei wollen wir auch die Möglichkeit haben, neue Akzente zu setzen. Vor diesem Hintergrund hat das Erzbistum Köln das Projekt "Zukunft heute" auf den Weg gebracht: Im ersten Schritt haben wir festgestellt, dass die jährlichen Ausgaben des Erzbistums um 90 Millionen Euro reduziert werden müssen. Das entspricht etwa 20 Prozent der Ausgaben aus Kirchensteuermitteln. Mit den unterschiedlichen Gremien hat der Erzbischof beraten, auf welchem Wege dieses Ziel zu erreichen ist. Dabei war von Anfang an klar, dass wir nicht einfach nach der "Rasenmähermethode" überall 20 Prozent einsparen wollen. Sehr gezielt haben wir uns gefragt:
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Wo sind Schwerpunkte unseres Handelns?
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Wo ist auch weiterhin unser besonderes finanzielles Engagement notwendig?
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Wo sind Kürzungen denkbar?
Basis dieser Überlegungen |