ERZBISTUM KÖLN               


Düsseldorfer, Rheinländer, Schützenbruder und Karnevalist

Nicht nur im Kölner Karneval ist der engagierte, gern als „Düsseldorfer Jong“ und „fröhlicher Rheinländer“ titulierte Seelsorger zuhause; in der Karnevalssession 2006 fuhr er im Kölner Karnevalszug auf dem Wagen des Festkomitees mit, und in seiner Heimatstadt erhielt der treue Fortuna-Düsseldorf-Fan kürzlich den Karnevalsorden „Goldene Pritsche“ der Prinzengarde Blau-Weiß. In der gleichen Woche wurde er zum Ehrenmajor der Kölner Prinzengarde ernannt. Und auch Bundespräses der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften zu sein ist für Prälat Dr. Heiner Koch nicht lästige Pflicht, sondern willkommene Gelegenheit zu Begegnung und Austausch: Wenigstens jedes zweite Wochenende verbringe er bei „seinen Schützen“, bekannte er kürzlich. Koch sucht den Kontakt zu den Menschen, und seine unkomplizierte rheinische Art macht es ihm leicht. „Der liebe Gott hat mich mit einer guten Portion Grundfreude ausgestattet“, sagt er über sich selbst. Dem entsprechend wird sein noch festzulegender Wappenspruch auch ein Bibelwort aufgreifen, in dem die Freude eine zentrale Rolle spielt. Und in seinem Bischofswappen wird „auf jeden Fall der Rhein dargestellt sein, dazu der Stern, der die drei Weisen zu Christus führte“.

In seiner Kölner Wohnung hängen die Urkunden von Schützenvereinen und von seiner Priesterweihe einträchtig neben Karnevalsorden; das Predigen liegt ihm, und seine stets mitgeführten weißen Zettelchen für die Geistesblitze unterwegs sind legendär. In der Zeit als Hochschulpfarrer habe er bei den Studenten das unkonventionelle Um-die-Ecke-denken gelernt, bekennt er. Daraus erwächst auch sein unverstellter Blick auf die Realitäten: „Für viele ist es heute mit der Kirche wie mit der Krankenkasse: Es ist gut, dass es sie gibt; aber man hofft, dass man sie nicht braucht“, brachte er die Verhältnisse einmal pointiert auf den Punkt. Parallelen sieht er zum Titularbistum, auf das er geweiht wurde: das irische Roscrea war bedeutsam in der so genannten iroschottischen Mission des Mittelalters, die auch nach Köln führte. Der missionarische Aspekt des Glaubens ist für ihn zentral, gerade heute. Koch, dem man die Freude am Glauben sofort abnimmt, sorgt in der heutigen Gesellschaft vor allem, dass den Menschen offenbar die Fähigkeit abhanden gekommen ist, sich von Herzen zu freuen. Dem gegenüber steht seine Überzeugung, dass in der Kirche Gott selbst den Menschen entgegen kommt. Dies macht die Kirche für ihn nicht nur zu einem soziologischen Lebensraum, sondern zur Heimat. Dies den Menschen zu vermitteln und sie einzuladen, mit der Kirche aus dem befreienden Überfluss von Gottes Liebe zu leben, darin sieht Heiner Koch seine Berufung.


 





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