Ein Rabbi im Seminar

Christen und Juden - die Beziehung beider Religionen beginnt bei ihrer gemeinsamen Wurzel. Für uns Christen ist deshalb der interreligiöse Dialog mit unseren jüdischen Brüdern sehr wichtig, vor allem für die Vertiefung des eigenen Glaubens. Am 4. Dezember 2016 fand deshalb ein Studientag mit dem Düsseldorfer Rabbi Joshua Ahrens in unserem Haus statt, zu dem auch die Priesterseminare Redemptoris Mater Haarlem und Roermond (beides Niederlande) eingeladen waren. Der Studientag war in drei Einheiten aufgeteilt: In einem ersten Moment setzten wir uns mit dem Thema „Der Anfang der jüdisch-christlichen Beziehung und die Rolle Jesu aus jüdischer Sicht“ auseinander, Rabi Ahrens machte deutlich, dass es nicht um die Konversion der Juden oder umgekehrt geht. Dann haben wir uns mit „Neuzeit, Gegenwart und Zukunft: Verbundenheit und Bedeutung der Christen für die Juden“ beschäftigt und schließlich führte uns Rabbi Ahrens in eine jüdische exegetische Deutung der Bücher Hohelied, Ruth, Esther ein. Besonders wichtig ist bei Rut ist, dass sie die Uroma (Obed ist ihr Sohn und Isai ihr Enkel) von König David ist, der eine grundlegende Rolle in der Geschichte für die Juden und auch für die Christen spielte. Nach dem sehr intensiven Tag mit vielen neuen Anregungen und Erkenntnissen war das gemeinsame, leckere Abendessen gelebte Brüderlichkeit.