Weihnachten in Südafrika

Unser Seminarist Jan Schönthaler erzählt davon, wie man sich in der "rainbow nation" auf Heilgabend vorbereitet.  

 

Missionspraktikum in Südafrika

Mein Name ist Jan Schönthaler. Ich bin 28 Jahre alt und komme aus Polen. Seit 2009 bin ich im Erzbischöflichen Missionarischen Priesterseminar Redemptoris Mater Köln. Nach Beendigung meines Theologie-Studiums habe ich 2015 ein Missionspraktikum in Südafrika begonnen. Zu Beginn des Praktikums war ich als Studienpräfekt im Priesterseminar in Kapstadt eingesetzt. Seit ein paar Monaten begleite ich einen Missionspriester in der Provinz Mpumalanga im Osten Südafrikas. Häufig besuchen wir christliche Familien, die für die Evangelisierung nach Südafrika gesendet wurden, zur Stärkung und Unterstützung.

 

Weihnachten im Sommer

Südafrika ist ein Land mit vielen Kulturen und verschiedenen Traditionen. Jedoch gibt es hier kaum eigene Advents- und Weihnachtsbräuche. In der Advents- und Weihnachtszeit ist Sommer in Südafrika. Die Kinder haben Ferien. Viele Erwachsene fahren in dieser Zeit in Urlaub oder verbringen ihre freie Zeit zuhause beim Grillen. Es gibt hier nur wenige Weihnachtslieder. Die meisten Weihnachtslieder, die hier gesungen werden, stammen aus England.

Manchmal sieht man hier auch Weihnachtsdekorationen. Einige dieser Dekorationen deuten Schnee an. Das kann im südafrikanischen Sommer etwas seltsam wirken.

 

Spielerisch den Glauben vermitteln

Weihnachtsfiguren und Weihnachtskrippen sieht man hier im ländlichen Mpumalanga ziemlich selten. So versuchen wir, die Menschen hier mit einigen in Europa verbreiteten Advents- und Weihnachtstraditionen vertraut zu machen, wenn auch mit kleinen für die hiesige Kultur notwendigen Anpassungen. Dies ist eine gegenseitige Bereicherung. Wir haben zum Beispiel einen Adventskranz, der in der Adventszeit an den Sonntagen von einer Familie zur anderen „wandert“. Wir verbinden dies an den Sonntagen der Adventszeit mit einer kleinen Feier. Dabei kommen vier nach Südafrika entsandte Missionsfamilien sowie ein paar Nachbarn und Bekannte zusammen. Wir sprechen dann Gebete, zünden die Adventskerzen an und führen ein kleines Krippenspiel auf. Am ersten Sonntag der Adventszeit wird ein Krippenspiel zur Verkündigung aufgeführt, am folgenden Sonntag zur Heimsuchung und Ankunft in Bethlehem usw. bis zum letzten Sonntag vor Weihnachten, an dem die Geburt des Herrn nachgespielt wird.

Anschließend sitzen wir gemütlich zusammen. Es ist eine gute Gelegenheit, den Menschen die Schönheit des Weihnachtsfestes und den Grund der Weihnachtsfreude näher zu bringen. Ich arbeite am Entwurf und an der Vorbereitung der Krippenspiele mit. Wir bereiten auch die Weihnachtslieder vor. „Stille Nacht“ wollen wir gleich in mehreren Sprachen singen: Englisch, Spanisch, Afrikaans, Zulu.