Pastores dabo vobis, Johannes Paul II. Nr. 42-43

Aus: Nachsynodales apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis von Johannes Paul II. über die Priesterausbildung

Nr. 42:

 

„,Die er bei sich haben wollte‘: Aus diesen Worten läßt sich unschwer die mit der Berufung zusammenhängende Begleitung der Apostel durch Jesus herauslesen. Nachdem er sie gerufen hatte und ehe er sie aussandte, ja ehe er sie zum Predigen aussenden konnte, verlangt Jesus von ihnen eine ,Zeit‘ der Ausbildung, in der sich ein Verhältnis tiefer Verbundenheit und Freundschaft zwischen dem Herrn und ihnen herausbilden sollte.“

„Es geht darum, nur diejenigen zum Priestertum zu führen, die berufen sind, und sie erst nach angemessener Ausbildung zuzulassen. Diese zielt bei den Kandidaten auf eine bewußte und freie Antwort der Zustimmung und des Sich-ergreifen-Lassens der ganzen Person von Jesus Christus, der zur innigen Vertrautheit mit ihm und zur Teilnahme an seiner Heilssendung ruft. In diesem Sinne stellt das ,Seminar‘ in seinen verschiedenen Gestalten und ähnlich das ,Ausbildungshaus‘ der Ordenspriester nicht zuerst einen materiellen Ort oder Raum dar, sondern einen geistlichen Raum, eine Lebensstrecke, eine Atmosphäre, die einen Ausbildungsprozeß begünstigt und gewährleistet, so daß der von Gott zum Priestertum Berufene durch das Weihesakrament zu einem lebendigen Bild Jesu Christi, des Hauptes und Hirten der Kirche, werden kann.“

 

Nr. 43:

 

„Das Dienstamt des Priesters besteht dann darin, daß er das Wort verkündet, das Sakrament feiert und die christliche Gemeinde ,im Namen und in der Person Christi‘ in der Liebe führt, wobei er sich aber immer und nur an konkrete Menschen wendet.“

 

 

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