Der Gründer

louis-portrait


Dr. Peter Louis war am 2.2.1886 in Godesberg-Rüngsdorf als Sohn eines Direktors der königlichen Eisenbahn geboren. Nach dem Besuch der Höheren Schule in Heinsberg und Rheinbach hatte er 1905 in Münstereifel das Abitur gemacht und anschließend vier Jahre an der Bonner Universität Philosophie und Theologie studiert, wobei sein besonderes Interesse den Fächern Kirchenrecht und Kirchengeschichte galt. Zu seinen Lehrern zählte er so bedeutende Professoren wie Levison, Schrörs, Schulte, Stutz und Hilling, den Betreuer seiner späteren theologischen Dissertation über die Wahlkapitulationen der Kölner Erzbischöfe zwischen 1414 und 1801.

Nach seiner Priesterweihe am 19.2.1910 in Köln oblag ihm – wie damals üblich – für ein paar Monate die Stelle eines Hausgeistlichen in Wahn. Bereits im September desselben Jahres wurde er zum Assistenten des Direktors am Erzbischöflichen Knabenkonvikt (Collegium Marianum) in Neuss ernannt. Folgt man seinen eigenen Angaben in der „Vita“, die seiner Inaugural-Dissertation beigefügt ist, dann übernahm er im Jahr 1912 die Aufgabe eines Religionslehrers am Lyzeum der Schwestern vom Armen Kinde Jesus in Neuss (Marienberg).

Seine große Zeit begann 1917: Er wurde der erste hauptamtliche „Generalsekretär” des Franziskus-Xaverius-Missionsvereins in Aachen, der damals noch unter der Präsidentschaft des Kölner Erzbischofs stand. Kardinal von Hartmann (+1919) hatte den Auftrag gegeben, „die Werbetätigkeit des Vereins in neuzeitliche Bahnen zu lenken und den alten, seit 1837 bestehenden einfachen Sammelverein zugleich in eine Aktionsorganisation zu verwandeln“ Dabei scheint Louis sich übernommen zu haben. 1922 wurde Alois Fürst zu Löwenstein Präsident des Missionsvereins. Er tauschte „in allen Ehren“ am 1.12.1925 Louis gegen den fünf Jahre jüngeren Johannes Joseph van der Velden aus, der 1943 Bischof von Aachen wurde.

Nach einem kurzen Intermezzo als Deutschenseelsorger in den Niederlanden wurde Louis am 28.9.1926 zum Pfarrer der bereits im 12. Jahrhundert urkundlich belegten Pfarrei St. Stephan in Leverkusen-Bürrig ernannt. Von dort entfaltete Louis auch überpfarrliche Aktivitäten in zwei Richtungen: einmal als „Generalprokurator des St. Ansgarius-Glaubenswerkes für die nordische Kirche” (ab 1925) und als „Generalpräses des Zentralverbandes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften” (ab 1928).

Sein großer Einsatz für die nordische Diaspora wurde durch die Ernennung zum Geistlichen Rat a. h. der Apostolischen Vikariate Finnland (1942), Schweden (1948), Dänemark und Oslo (1949) sowie seiner Heimatdiözese Köln (1948) gewürdigt.

Er starb am 16.10.1956 als „Präsident” des Ansgarwerkes, dessen „Gründer und Werber, Schatzmeister, Geschäftsführer und Bank“ er bis zum Ende des Jahres 1954 gewesen war.

Pfarrer Klaus Peter Vosen, Nachfolger von Louis in Bürrig von 1977 bis 2001, hat im Jahrbuch des St. Ansgarius-Werkes bereits eine ganze Serie kleiner Bausteine zu einer Biographie von Louis veröffentlicht (2002, S. 14-20; 2003, S. 33-45; 2004, S. 34-44; 2005, S. 9-18; 2006, S. 5-14; 2007, S. 5-13; 2008, 15-26; 2009, 17-32; 2010, 17-37). 

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