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Jugend Religion Medien - Lebens- und Glaubenswelten heutiger Jugendlicher in Film und Medien
 


Eine Arbeitshilfe von Matthias Ganter
 
„Was glauben Jugendliche?“ Diese Frage ist für diejenigen von großer Bedeutung, die unmittelbar mit Jugendlichen in pastoralen und religionspädagogischen Zusammenhängen zu tun haben. Ebenso dürfte sich etwa die religiöse Erwachsenenbildung dafür interessieren, unter welchen gesellschaftlichen Bedingungen die heute Jungen ihr Leben gestalten und ob und wie sich ihre Religiosität äußert, denn:
 
Kroko-1"Kroko" - Spielfilm D 2004, Regie: Sylke Enders - DVD2611. In ein paar Jahren werden die heute Jugendlichen Erwachsene sein, und daher bietet es sich der Erwachsenenbildung an, sich schon heute auf ihre zukünftige Klientel vorzubereiten.
 
2. Die Grenze zwischen jugendlich und erwachsen ist kaum eindeutig zu ziehen. Zumindest dürften sich die Lebens- und Glaubenswelten junger Erwachsener im Alter von 18 bis 30 Jahren nicht allzu sehr von denen der „Jugendlichen“ unterscheiden.
 
3. Ein Blick auf die Situation und Lebenswelt junger Menschen zeigt besonders deutlich die Bedingungen, die auch die restliche Gesellschaft heute und in nächster Zukunft prägen und prägen werden.
 



Beim ersten Gedanken an die Verbindung von Jugendlichen mit Religion liegt uns möglicherweise auf der Zunge: „Mit Glaube, Religion oder Kirche macht man sich unter Jugendlichen heute entweder lächerlich oder man stößt auf komplette Verständnislosigkeit.“
 
Aber stimmt das? Ist es so einfach? Vielleicht ist Ihnen das folgende Zitat bekannt:
„Die heutige Jugend ist von Grund auf verdorben, sie ist böse, gottlos und faul.“[1]
 
Das Zitat stammt von einer Inschrift auf einer babylonischen Tontafel aus der Zeit um 1000 vor Christus. Es wird gerne verwendet, um daran zu erinnern, dass das Befremden, das die Erwachsenen Angesichts der Jugend bisweilen beschleicht, keine alleinige Erscheinung der Moderne bzw. der Postmoderne ist.
 
Aktuelle statistische Jugendstudien zeigen deutlich: Heutige Jugendliche glauben eine ganze Menge. Die Lebenswelt – oder besser: die Lebenswelten der Jugendlichen sind vielfältiger, pluraler geworden, was die Angebote an sinnstiftenden und auch an explizit religiösen Konzepten betrifft. Und natürlich ist die Flut verfügbarer Informationen durch Internet, Fernsehen und so weiter riesig und unüberschaubar. Und damit sind auch die Ansprüche an die Einzelnen gestiegen. Wie sollen sich Jugendliche darin orientieren, wie Prioritäten setzen und wie ihren eigenen Weg finden?
 
Gehen wir einfach einmal davon aus, dass die Jugendlichen von heute trotzdem immer noch die gleiche Art von Lebewesen sind wie die Jugendlichen vergangener Jahrtausende – mit typisch menschlichen Bedürfnissen wie dem nach Orientierung, nach Freiheit und zugleich nach Sicherheit, nach Anerkennung und Sinn.
 
Auf den folgenden Seiten soll der religiösen Situation heutiger Jugendlicher nachgespürt werden – unter Rückgriff auf neuere Publikationen zum Thema Jugend und Religion und auf Kurz-, Spiel- und Dokumentarfilme.
Zunächst steht dazu ein Blick auf die Lebenssituation der heute Jugendlichen und die besonderen Anforderungen, die die Gesellschaft an sie stellt, an.
 
Der Religionsbegriff, ein ohnehin schwieriges und kontrovers diskutiertes Projekt, spielt bei der Beschäftigung mit der Religiosität Jugendlicher eine entscheidende Rolle, ist doch in der schon erwähnten Pluralität der spirituellen Angebote davon auszugehen, dass sich mehr Facetten des wie auch immer bestimmten Religiösen finden lassen als die in unserem Kulturkreis historisch etablierten und begrifflich eingeordneten.
 
Als dritter Aspekt soll dann die Bedeutung der audiovisuellen Medien für die Lebenswelt und die Religiosität der Jugendlichen in den Blick kommen. Zum Einen wird hier die Verknüpfung von Medienerfahrungen mit religiöser Sozialisation aufgezeigt. Zum Anderen werden ausgewählte Kurz- Spiel- und Dokumentarfilme vorgestellt, die jugendliche Lebenswelten und deren implizit wie explizit religiöse Dimensionen erfahrbar machen und die sich für den Einsatz in der Bildungsarbeit besonders eignen.
 
Diese drei Themenaspekte sind weite Felder. Sie können hier nur knapp und fragmentarisch angesprochen werden. Die Überlegungen sowie die enthaltenen Film- und Literaturtipps sollen nicht zuletzt zur weiteren Beschäftigung mit dem Thema anregen.
 
Die Situation heutiger Jugendlicher
 
Ein wichtiges Merkmal der Situation, in der sich heutige Jugendliche wiederfinden, wurde bereits angedeutet: die Pluralität vieler Werte- und Regelsysteme, die alle für die eigene Weltdeutung zur Verfügung stehen, von denen aber keines den Anspruch auf Allein- oder Allgemeingültigkeit erheben kann. Weiterhin ist die zunehmende soziokulturelle Ausdifferenzierung der gesamten Gesellschaft und eben auch der Jugendlichen in sich ständig wandelnde Lebenswelten zu beobachten und zu berücksichtigen. 
 
Verschiedene statistische Jugendstudien belegen, dass Religion für viele heutige Jugendliche eine Rolle spielt und offen thematisiert wird. Die Shell-Jugendstudie etwa kann wie auch andere Massenstatistiken einen allgemeinen Trend aufzeigen. Differenziertere Aussagen über das religiöse Verhalten von Jugendlichen in unterschiedlichen Lebenswelten ermöglichen die Sinus-Milieustudie U27[2] und die Sinus-Jugendstudie U18.[3]
 
Insgesamt kann beobachtet werden, dass heutige Jugendliche pragmatisch nach lebensweltlich passenden Angeboten im pluralen Pool der Möglichkeiten selektieren. Dies betrifft auch den Bereich der Religion. Hans Hobelsberger spricht von der „Selbstermächtigung des religiösen Subjektes“[4] und konstatiert: „Die bisherige pastorale Perspektive dreht sich: Nicht Kirche 'erreicht' junge Menschen, sondern, wenn, dann erreichen junge Menschen Kirche.“[5]
 
Religiosität äußert sich nicht mehr vorwiegend in institutionell (z.B. kirchlich) verfasster Form, sondern individualisiert, vernetzt in Szenen und Events.[6]
 
Neben den vielen Formen nicht institutionell organisierter und z.T. eher impliziter Religiosität ist in den letzten zehn Jahren aber auch eine verstärkte Hinwendung junger Menschen zu fundamentalistischen Glaubensformen zu beobachten, und sicher ist es nicht abwegig, diese Hinwendung zumindest auch als Antwort auf die erfahrene Unüberschaubarkeit und auch auf die in den vergangenen Jahrzehnten in Europa stattgefundene Verdrängung alles Religiösen aus dem öffentlichen Leben zu verstehen. In Zeiten des Wandels und der Verunsicherung scheint es besonders reizvoll, sich strikt von der weiteren Welt abzugrenzen und innerhalb enger Grenzen ein leicht verständliches, konsistent wirkendes und Sicherheit suggerierendes System von Welterklärungen und Handlungsrichtlinien vorzufinden.
 
Zur Beschreibung der Lebenssituation von heutigen Jugendlichen schlägt Matthias Sellmann vor, die Begriffe der soziologischen Systemtheorie zu verwenden, denn:
 
„Die heute Jungen […] sind mit gesellschaftlichen Effekten konfrontiert, die mit systemtheoretischen Instrumenten auflösungsstärker beschrieben werden können als mit integrations- oder handlungstheoretischen.[7]
 
Prinzessinnenbad3"Prinzessinnenbad" - Dokumentarfilm, D 2007, Regie: Bettina Blümner - DVD727Sellmann gibt im Rahmen seines Beitrags – und im begrifflichen Kontext der Systemtheorie – eine Übersicht über vorherrschende Anforderungen an heutige Jugendliche, wobei der immer größer werdende „Distinktionsdruck“ im Vordergrund steht. Mit diesem Begriff wird die Notwendigkeit heutiger Jugendlicher beschrieben, sich im unüberschaubaren Angebot an gleichwertigen Möglichkeiten, Regelsystemen und Sinngebungen von anderen abzugrenzen (durch „Exklusion“ mancher und somit Auswahl anderer „sozialer Systeme“) und dadurch wenigstens die Illusion einer Einheit als Individuum zu konstruieren und um sozial wahrnehmbar und handlungsfähig („adressierbar“) zu sein.
 
Der Distinktionsdruck lässt sich nach Sellmann zur differenzierteren Beschreibung in folgende Anforderungen unterteilen:
 
- „Sondierungsdruck“ (= die Notwendigkeit, ein großes Angebot an sozialen Systemen (Stilen, Wertesystemen, Lebensmodellen, Gruppen, Szenen, Organisationen u.ä.) zu sondieren, um daraus anschließend auswählen zu können)
- „Präferenzdruck“ (= die Notwendigkeit der Auswahl aus dem sondierten Material, um so durch Selbstabgrenzung eine Identität zu formatieren)
- „Kompetenzdruck“ (= die Notwendigkeit, zur Teilhabe an den ausgewählten sozialen Systemen, spezifische Kompetenzen zu erwerben (z.B. Fachwissen oder Kenntnisse bestimmter Sprachen, Soziolekte etc. oder auch Qualitäten wie z.B. körperliche Schönheit)
- „Präsentationsdruck“ (= die Notwendigkeit, die eigene Auswahl mittels der jeweils konventionsgemäßen Symbole, Insignien, Kleidung etc. nach außen erkennbar zu machen – um sich als Mitglied des jeweiligen sozialen Systems zu legitimieren)
- „Exklusionsdruck“ (= die Gefahr, nicht nur, wie zur Formung einer Identität notwendig, aus einigen sozialen Systemen ausgeschlossen zu werden bzw. sich selbst auszuschließen, sondern aus den meisten oder sogar aus allen. In eine solche 'Exklusionsspirale' kann geraten, wer über bestimmte Schlüsselkompetenzen oder -medien, die für die Teilhabe an den meisten sozialen Systemen erforderlich sind, nicht verfügt – diese sind z.B. Bildung und Geld)[8]
 
Der Religionsbegriff
 
Jugendliche haben eine eigene Religiosität, die nicht unbedingt mit traditionellen, institutionalisierten Formen von Religion übereinstimmt. Um diese religiösen Implikationen wahrnehmen und beschreiben und darauf eingehen zu können, muss der Begriff der Religion mehr umfassen als die aktive Zugehörigkeit zu einer etablierten Religionsgemeinschaft und das 'Eingeweihtsein' in Systeme religiöser Symbole, Riten und Traditionen.
 
Solche erweiterten Religionsbegriffe sind in der Praktischen und Systematischen Theologie durchaus vorhanden. Martin Lechner nennt etwa Definitionen der Theologen Paul Tillich, Thomas Ruster, Wilhelm Gräb und Roald E. Kristiansen. Diese beschreiben Religion „‘als Ergriffensein von dem, was mich unbedingt angeht' (P. Tillich), als 'Lebensführung im Unbedingtheitshorizont' (Th. Ruster) oder als Bejahung 'letzter Gewissheiten' und 'letztinstanzlicher Sinndeutungen' (W. Gräb). […] Religion wäre dann – mit dem norwegischen Theologen und Religionsforscher Roald E. Kristiansen – im weiteren Sinn zu begreifen als 'kulturbezogener Ausdruck von Lebenssinn und von individueller Identität.'“[9]
 
Von diesen Definitionen ausgehend hat Martin Lechner im Rahmen des Forschungsprojekts „Religion in der Jugendhilfe“ einen dreistufigen Religionsbegriff entwickelt, der von einer weit gefassten, impliziten und subjektiven Religiosität bis hin zur expliziten Ausübung von Religion in den Regeln und Traditionen einer definierten Religionsgemeinschaft reicht.[10]
 
Die Untersuchung der Religiosität von Jugendlichen mit Hilfe dieses dreistufigen Religionsbegriffs „bestätigt uns [M. Lechner u.a. (M.G.)], mit der Annahme vorsichtig zu sein, die jungen Menschen würden nichts mehr glauben“.[11]
 
Heinz Streib und Carsten Gennerich unterscheiden zwischen „substantiell“, „funktional“ und „diskursiv orientierter Bestimmung“ von Religion. Eine „substantielle Bestimmung“ von Religion orientiert sich hauptsächlich an traditionellen Glaubensgrundsätzen der großen Religionsgemeinschaften und ist wenig geeignet, um neue Formen von Religiosität zu erkennen und zu beschreiben. „Funktional“ wird Religion durch ihre Leistungen oder Funktionen bestimmt, die menschlichen Bedürfnissen entsprechen (u.a. die Funktionen der Kontingenzbewältigung und der Gemeinschaftsstiftung). Mit dieser Bestimmung lassen sich auch neue, bisher unbekannte und implizite Formen von Religiosität auffinden und beschreiben. Als einzige Begründung des komplexen Phänomens Religion kann sie allerdings nicht überzeugen. Die „diskursive Bestimmung“ stellt eine Kombination und Erweiterung der beiden zuvor genannten Definitionen dar. Sie versteht Religion als Wechselspiel zwischen alltäglicher Erfahrung, kulturellen Deutungsmustern (z.B. Traditionen der Weltreligionen), die im gesellschaftlichen Diskurs zur Verfügung stehen, und der situativen und selektiven Anwendung solcher Muster. „Eine solche Definition erscheint uns [Streib/Gennerich (M.G.)] besonders geeignet für die Interpretation der gegenwärtigen Jugendkultur.“[12]
 
Interessante Anknüpfungspunkte für die nicht unbedingt institutionell gebundene Religiosität heutiger Jugendlicher bietet zudem das ethische und religionsphilosophische Denken von Emmanuel Levinas, der von einem unbedingten und uneinholbaren ethischen Anspruch des anderen Menschen ausgeht und diesen mit Gott in Zusammenhang bringt. Sehr vereinfacht ausgedrückt: Im „Antlitz“ des anderen Menschen ‚zeigt‘ sich indirekt und unerreichbar, als „Spur“, Gott – ebenso ungreif- und unverfügbar wie der Anspruch des anderen Menschen.
 
Als Beispiel aus der christlichen Theologie sei hier das Offenbarungs- und Traditionsverständnis des Fundamentaltheologen Hansjürgen Verweyen genannt, das die Weitergabe des christlichen Glaubens in der liebevollen Begegnung zwischen Menschen verortet. Die christliche Offenbarung ereignet sich laut Verweyen in der Erfahrung unbedingter Anerkennung durch einen anderen Menschen. Sie wird so vom Ursprung dieser liebenden Anerkennung, Gott als Schöpfer, bis heute tradiert. „Tradition“ ist dabei auch im lateinischen Wortsinn als „Auslieferung“ und „Hingabe“ verstanden.[13]

Papst Benedikt XVI. zeigt in seiner Enzyklika „Deus caritas est“ eine ähnliche Offenheit des Christlichen für die alltägliche Lebenswelt, wenn er schreibt, dass „Gott Liebe ist (vgl. 1 Joh 4,8) und gerade dann gegenwärtig wird, wenn nichts als Liebe getan wird.“[14]
 
Jesus_junge_Garde-1"Jesus' junge Garde" - Doku, D 2005, Regie: Jobst Knigge, Britta Mischer - DVD471Sinnstiftende Werte- und Regelsysteme, die für alle Mitglieder der Gesellschaft gleichermaßen gültig und damit integrativ wären, sind im Gegensatz zu früheren Generationen heute nicht mehr vorzufinden. Auch wenn angesichts der „postmodernen“ pluralen Situation oft genug lamentiert wurde, der Gegenwart fehle es an Werten, an Orientierungsmöglichkeiten und an Moral, so ist doch mindestens ebenso deutlich darauf hinzuweisen, dass die vielgescholtene „Postmoderne“ genau die Werte einlöst, die seit Beginn der Neuzeit in der abendländischen Kultur hochgehalten werden, nämlich individuelle Freiheit und Selbstbestimmung, Gleichberechtigung, Chancengleichheit, Demokratie.
 
Auf der Gegenseite dieser Entwicklung stehen totalitäre Systeme mit ihrem Anspruch, alle einzelnen Mitglieder gleichermaßen zu integrieren – durch Kontrolle und auch mit Gewalt, oder bestimmte Teile der Gesellschaft – in Gruppen kategorisiert – komplett auszuschließen.
 
In diesen gesellschaftlichen Schwierigkeiten lassen sich die einander widerstrebenden aber dennoch nebeneinander existierenden menschlichen Grundbedürfnisse wie das nach Freiheit und das nach Sicherheit entdecken. Beide in ein alle Beteiligten einigermaßen zufriedenstellendes Verhältnis zu setzen bleibt, so die These, weiterhin als Herausforderung für uns alle – im religiösen und gesamtgesellschaftlichen Kontext – bestehen und dürfte auch in Zukunft nicht theoretisch und nicht allgemeingültig, sondern nur praktisch-situativ zu bewältigen sein. – Logisch betrachtet ist hier eine Aporie, ein unlösbarer Widerspruch, beschrieben. Die praktische Erfahrung zeigt uns aber immer wieder: unser Leben besteht nicht nur aus Logik.
 
Religiosität und Medien
 
Viele neuere religions- und medienpädagogische Konzepte gehen von Zusammenhängen und Wechselwirkungen zwischen der Medienerfahrung von Jugendlichen und deren Religiosität aus. Glaube und Weltanschauung (nicht nur) von Jugendlichen sind eng mit der persönlichen Lebenserfahrung verbunden. Da die Lebenswelt heutiger Kinder und Jugendlicher stark von audiovisuellen Medien wie Fernsehen, DVD, Kino, Computer und Internet geprägt ist, bedeutet Lebenserfahrung eben auch Medienerfahrung; und demnach ist auch die religiöse Orientierung nicht ohne den Einfluss der Medien vorstellbar.
 
Der Religionspädagoge Manfred L. Pirner stellte auf der Basis dieser Konzepte die These einer „Religiösen Mediensozialisation“ auf und belegte sie in einer empirischen Studie.
 
Zwei Zitate aus: Pirner, Manfred L.: Religiöse Mediensozialisation? Empirische Studien zu Zusammenhängen zwischen Mediennutzung und Religiosität bei SchülerInnen und deren Wahrnehmung durch LehrerInnen. Medienpädagogik Interdisziplinär, Bd. 3. München 2004:
 
(1)      „Die Medien haben in den hochindustrialisierten Gesellschaften erstens vielfache Funktionen der traditionellen Religionen übernommen, sie weisen zweitens Strukturen auf, die sich in deutlicher Parallelität zu religiösen Phänomenen beschreiben lassen, und sie transportieren häufig Inhalte, Bilder und Symbole, die aus dem Fundus der Religionen entnommen oder zumindest in den Religionen eine wichtige Rolle spielen.“[15]
 
(2)     „Die vielfältigen Verflechtungen und Parallelitäten zwischen Medien und Religion in unserer Kultur legen es nahe zu vermuten, dass die Mediensozialisation heutiger Kinder und Jugendlicher zugleich in nicht erheblichem Ausmaß religiöse Sozialisation ist. Entgegen einer einseitigen Orientierung an der Säkularisierungsthese wachsen auch kirchenferne junge Menschen in unserer Zeit nicht ‚religionsfrei‘ auf; sie sind, was Religion betrifft, keine unbeschriebenen Blätter. Offensichtlich haben auch die Menschen in einer ‚postchristlichen‘ Gesellschaft nach wie vor so etwas wie ‚religiöse‘ Bedürfnisse, welche die Medien zu einem guten Teil zu befriedigen scheinen.“[16]
 
Filmauswahl
 
Nach dem kurzen Blick auf die vielfältigen Verbindungen zwischen der Religiosität heutiger Jugendlicher und den audiovisuellen Medien sollen nun einige Filme vorgestellt werden, die die versteckten, impliziten, expliziten, distanzierten, enthusiastischen, ablehnenden, ignoranten oder sonstigen Aspekte jugendlicher Glaubenswelten in Bild und Text veranschaulichen. In Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilmen unterschiedlicher Machart wird nach Einstellungen, Bedürfnissen, Erfahrungen gesucht, die zumindest an gängige Begriffe des „Religiösen“ anschlussfähig sind, deren Inhalte zunächst und explizit nicht religiös erscheinen. Andere Filme setzen sich sehr explizit mit bestimmten Aspekten von Jugendreligiosität auseinander. Für die Bildungsarbeit sind die genannten Filme in den meisten kirchlichen und anderen Medienstellen mit den erforderlichen Rechten zur nichtgewerblichen öffentlichen Vorführung zur Ausleihe erhältlich.
 
Bin ich sexy 2"Bin ich sexy?" - Spielfilm, D 2004, Regie: Katinka Feistl - DVD427Kroko (92 Min., F, Deutschland 2004, Spielfilm, Regie: Sylke Enders) erzählt von einer Jugendlichen, die für Themen wie Sinn oder Religion völlig unempfänglich zu sein scheint. Rücksichts- und skrupellos, aber ebenso gelangweilt und perspektivlos richtet sie ihr Interesse ausschließlich auf vordergründige Ziele und gerät mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt. Gegen Ende des Films verblüfft sie jedoch in einer für sie ungewöhnlichen Situation unverstellter Verzweiflung mit ihrem Berufswunsch: sie würde gern Polizistin werden, doch dieser Beruf ist für sie wegen mangelnder Schulbildung unerreichbar. Auch an anderen Stellen deutet der Film an, dass Kroko durchaus das Bedürfnis nach mehr als dem, was sie vorfindet, verspürt. In der Beziehung zu ihrem Freund, von dem sie wenig Empathie erhält, scheint sie nicht zufrieden, und besonders die problematische Beziehung zu ihrer Mutter macht ihr zu schaffen. Die Begegnung mit den Bewohnern des Behinderten-Wohnheims, in dem sie widerwillig Sozialdienst ableistet, verändert ihre Einstellung zum Leben zumindest ansatzweise. Zu Thomas baut sie langsam eine Freundschaft auf. Das Wohnheim wird ihr zum Zufluchtsort, nachdem sie von ihrer Mutter aus der Wohnung geworfen wurde, und dem Sozialarbeiter teilt sie wie oben bereits angedeutet die Aussichtslosigkeit ihrer Zukunftswünsche mit. Am Ende bleibt offen, ob sich für Kroko eine bessere Zukunft öffnet. Über den Mangel und über zwischenmenschliche Begegnungen lassen sich im Verlauf des Films aber zunehmend bewusste Suchbewegungen nach religiös deutbaren Werten wie Anerkennung, Sinn und Liebe erkennen.
 
Große Ähnlichkeiten mit der fiktionalen Figur Kroko zeigt die im Dokumentarfilm Prinzessinnenbad (90 Min., F, Deutschland 2007, Dokumentarfilm, Regie: Bettina Blümner) portraitierte Klara. Auch sie äußert Desinteresse an ihrer (beruflichen) Zukunft, zeigt sich perspektivlos, da eventuell interessante Berufe für sie unerreichbar sind, und auch Klara äußert Probleme in der Beziehung zu ihrer Mutter.
 
Die beiden weiteren in diesem Film portraitierten 15-jährigen Freundinnen, Tanutscha und Mina, suchen ebenfalls unter schwierigen gesellschaftlichen und persönlichen/familiären Bedingungen ihren Weg, teilweise zielstrebig und verantwortungsbewusst. In „Prinzessinnenbad“ lässt besonders die Wertschätzung der Freundschaft, die die drei Jugendlichen trotz unterschiedlicher Lebenswege und -ziele verbindet, eine Offenheit für Religiöses erkennen. In der freundschaftlichen Verbundenheit gewinnen Klara, Mina und Tanutscha jeweils neue, unerwartete Akzente für ihre Weltsicht, und die Freundschaft stellt eine der wenigen sichernden Konstanten in ihrem Alltag dar.[17]

Der Interview-Film Der blaue Stuhl 2: Europa, Werte, Religion (45 Min., F, Deutschland 2007, Dokumentarfilm, Regie: Ulrich Leinweber (Idee, Konzeption, Interviews)) gewährt knappe Einblicke in die Einstellung zu Werten und Religion von einzelnen jungen Menschen aus Nordrhein-Westfalen. Besonders in Kapitel 3 (Religion: Was bedeutet Glauben und Kirche? Zweifel am Glauben? Warum und woran glaube ich? Glauben im Leben? Und andere Religionen? Partnerwahl – und Religion?) äußern sich (ältere) Jugendliche in allerdings sehr kurzen Statements zu einigen explizit religiösen Fragestellungen.
 
Die boomende fundamentalistische Form von Religion bei Jugendlichen stellt die Dokumentation Jesus‘ junge Garde (44 Min., F, Deutschland 2005, Dokumentarfilm, Regie: Jobst Knigge, Britta Mischer) am Beispiel der Organisation „The Call“ dar. Diese evangelikale Freikirche, die sich v.a. an Jugendliche wendet, stammt aus den USA und versucht seit 2003 in Deutschland und Europa Fuß zu fassen. Der Film zeigt, wie „The Call“ neue Anhänger sucht und findet, wie sie ihre Mitglieder formt und was diese an der sich von modernem Denken scharf abgrenzenden, in der Form ihres Auftretens aber betont modernen Vereinigung anzieht.
 
Der Spielfilm Bin ich sexy? (86 Min., F, Deutschland 2004, Spielfilm, Regie: Katinka Feistl) bietet einige Aspekte, die für die Weltwahrnehmung heutiger Jugendlicher konstitutiv sind. Und er zeigt eine existenzielle Suche und Wandlung mit religiösen Implikationen:
 
The ground beneath-1"The Ground Beneath" - Kurzfilm, AUS 2008, Regie: Rene Hernandez - DVD1103Die 15-jährige Mareike verfolgt hartnäckig das Ziel, Model zu werden, obwohl sie dazu nicht unbedingt die idealen körperlichen Voraussetzungen mitbringt. Die große Popularität des Modelbusiness unter (weiblichen) Jugendlichen belegen die hohen Einschaltquoten von Fernsehshows wie „Germany‘s next Topmodel“. Aber auch die Beliebtheit anderer Castingshows lassen darauf schließen, dass es für Jugendliche heute von großer Bedeutung ist, sich durch außergewöhnliche Leistungen auszuzeichnen. Dies entspricht dem gesellschaftlichen Anspruch, den Matthias Sellmann als „Kompetenzdruck“ bezeichnet (siehe oben in diesem Beitrag). Mareike versucht zielstrebig, durch die Erfüllung bestimmter Bedingungen (körperliche Schönheit, Ausstrahlung und Leistung) ihrem Umfeld Anerkennung zu entlocken. Die Handlung des Films ist zumindest dahingehend deutbar, dass Mareikes erste Motivation nicht das Interesse am Modelberuf ist, sondern dass es ihr darum geht, vor allem von ihrer überforderten und sie ständig zurückweisenden Mutter akzeptiert und geliebt zu werden. Als ihr aufgrund einer Autoimmunstörung die Haare ausfallen, bricht Mareikes Welt zusammen. Für ihre haltlose Verzweiflung bietet der Film sehr überzeugende Bilder. Am Schluss hat Mareike aus der Katastrophe heraus eine neue Lebensperspektive gefunden: sie möchte Bauchtanz lernen. Dieses Ziel ist zwar die modifizierte Fortführung ihres zerbrochenen Modeltraums – ihren neu aufgeflammten Lebensmut verdankt Mareike aber nicht zuletzt, das wird im Film deutlich, der lang ersehnten Zuwendung ihrer Mutter. So gesehen hat Mareike eine innere Wandlung erfahren, die sie durchaus etwas „Wesentlichem“, ebenso wenig Greif- und Definier- wie Negierbarem, nähergebracht hat. Aber genauer besehen ist Mareike einer Spur, die sie bereits anfangs aufgenommen hatte, durch die Wandlung hindurch weitergefolgt – und damit steht weder ihr neues Ziel (Bauchtanz) noch ihr altes (Modelkarriere) im Widerspruch zu ihrem Wunsch nach Anerkennung und Liebe, der auch als religiös gedeutet werden kann.[18]
 
Eine Wandlung bestimmt noch stärker den Kurzfilm The Ground Beneath (21 Min, F, Australien 2008, Kurzspielfilm, Regie: Rene Hernandez). Dem Teenager Kaden gelingt darin der Ausbruch aus einem ihn offenbar seit früher Kindheit einnehmenden Kreislauf der Gewalt. Kaden wird von seinem Vater geschlagen, in der Schule gemobbt und antwortet mit Gewalt. Die beginnende Freundschaft mit dem geistig zurückgebliebenen Nachbarsjungen Lewis und mit seiner Schulkameradin Casey setzt in ihm eine Entwicklung in Gang, die darin gipfelt, dass Kaden eine (auch für Lewis) bedrohliche Rachesituation entschärft, indem er auf Gegenwehr verzichtet und sich seinen Gegnern sozusagen ausliefert. Verblüfft nehmen diese das Angebot zur Wiedergutmachung an, und die Situation löst sich unerwartet milde. Anklänge an das Evangelium sind hier nicht zu überhören: z.B. Jesu Lösung von Dilemma-Situationen, etwa die Rettung der Ehebrecherin durch die unerwartete Aufforderung „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie“ (Joh 8,7) oder die Forderung der Bergpredigt „Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin“ (Mt 5,39). Die Durchbrechung des Kreislaufs von Gewalt und Gegengewalt durch die rückhaltlose Hingabe und Auslieferung bestimmt die Erlösungstat Jesu – vgl. das oben erwähnte Traditionsverständnis Hansjürgen Verweyens und auch die Ähnlichkeiten mit Emmanuel Levinas‘ Religionsphilosophie.
 
Matthias Ganter, Juni 2011/Mai 2012

Angaben zur Filmauswahl:

Kroko                     
Im Verleih der Medienzentrale des Erzbistums Köln, Signatur: DVD261
92 Min., F, Deutschland 2004, Spielfilm, Regie: Sylke Enders
Sie ist das blonde Gift der Hinterhöfe, die Femme Fatale der Weddinger Seitenstraße. Coolness hängt schwer auf ihren Augenlidern. Man könnte es für Langeweile halten - wenn da nicht der harte Umgangston wäre und ihre Bereitschaft, Widersacher eiskalt aus dem Weg zu räumen. Ähnlich rabiat verschafft sich Kroko auch ihre Unterhaltung. Bei einem ihrer Joy Rides gibt es einen Unfall. Ein Gericht verdonnert sie zum Sozialdienst in einer Behinderten-WG, was sie als Zumutung empfindet. Doch die "Normalos", mit denen sie lebt, sind auch nicht so toll, und es scheint so, als würde Kroko bei den "Spastis" etwas finden, was sie in ihrem Alltag entbehrt.
Eignung: ab 14 Jahren
 
Prinzessinnenbad                  
Im Verleih der Medienzentrale des Erzbistums Köln, Signatur: DVD727
90 Min., F, Deutschland 2007, Dokumentarfilm, Regie: Bettina Blümner
Dokumentarfilm über die Lebenswelt dreier Jugendlicher aus der heutigen deutschen Gesellschaft und ihren Blick auf die Welt. Ein Jahr lang beobachtete die Filmemacherin drei 15-jährige Freundinnen in Berlin-Kreuzberg, die sie an ihrem Leben teilnehmen lassen und Einblicke in ihre Zukunftsvorstellungen gewähren. Der um Intimität bemühte Dokumentarfilm wahrt die Balance zwischen Beobachtung und Intervention und schafft doch auch Identifikationsflächen. Mitunter clipartig montiert, ist er zudem eine Liebeserklärung an den multikulturellen Berliner Stadtteil Kreuzberg. (Deutscher Filmpreis 2008: bester Dokumentarfilm)
Eignung: ab 14 Jahren
 
Der blaue Stuhl 2: Europa, Werte, Religion          
Im Verleih der Medienzentrale des Erzbistums Köln, Signatur: DVD584
45 Min., F, Deutschland 2007, Dokumentarfilm, Regie: Ulrich Leinweber (Idee, Konzeption, Interviews)
Das Konzept: Alles ist im Fluss. Ein blauer Stuhl auf treibendem Grund. Europa, Werte, Religion - die Vorstellungen davon sind fließend. Wir fahren durch NRW, dabei ein blauer Stuhl. Wir bitten junge Menschen darauf Platz zu nehmen, und ihre Meinungen, Hoffnungen und Wünsche mitzuteilen.
Ein blauer Stuhl - und viele Antworten.
Die drei Themen der DVD:
1. Europa: Welche Rolle spielt Europa in der Welt? Was verbindet Europa? Wo ist meine Heimat in Europa? Gerechtigkeit: Arm und Reich in Europa? Europa zwischen Christentum und Islam?
2. Werte: Was sind eigentlich Werte? Treue? Nächstenliebe? Verantwortung und Pflichten? Für die Eltern sorgen?
3. Religion: Was bedeutet Glauben und Kirche? Zweifel am Glauben? Warum und woran glaube ich? Glauben im Leben? Und andere Religionen? Partnerwahl – und Religion? 
Eignung: ab 14 Jahren
 
Jesus’ junge Garde                
Im Verleih der Medienzentrale des Erzbistums Köln, Signatur: DVD471
44 Min., F, Deutschland 2005, Dokumentarfilm, Regie: Jobst Knigge, Britta Mischer
Im Sommer 2003 versammelten sich Tausende junger Menschen vor dem Brandenburger Tor in Berlin zu einer Massenandacht, bei der erstmals die amerikanische Buß- und Betgemeinde "The Call" in die deutsche Öffentlichkeit trat. In den USA ist die religiöse Rechte bereits eine politische Größe. Doch auch in Europa gewinnen die Evangelikalen an Terrain. Am Beispiel des damals beteiligten und mittlerweile integrierten Esbjörn werden die Methoden nachgezeichnet, mit denen "The Call" seine Anhänger geistig formt. Der damals Achtzehnjährige Esbjörn war am Brandenburger Tor dem Ruf der Bewegung gefolgt. Seit dem Berliner Happening besucht Esbjörn regelmäßig die Workshops der "Holy Revolution School" und wurde inzwischen selbst Ausbilder...
Materialien auf CD-ROM-Ebene: 5 Extra-Themen, 10 Szenenbilder, Making of, Methodische Tipps, 11 Infoblätter, 10 Arbeitsblätter, Medientipps, 2 Unterrichtsvorschläge, Themen A-Z
Eignung: ab 14 Jahren
 
Bin ich sexy?                          
Im Verleih der Medienzentrale des Erzbistums Köln, Signatur: DVD427
86 Min., F, Deutschland 2004, Spielfilm, Regie: Katinka Feistl
Die 15-jährige Mareike träumt davon, als Fotomodel Karriere zu machen. Von ihrer Familie, mit der sie in einem Vorort von Mannheim lebt, werden diese Ziele nicht wirklich ernst genommen. Zumal Mareikes äußere Erscheinung nicht unbedingt dem klassischen Modelideal entspricht. Trotzdem lässt die leicht pummelige junge Frau sich nicht unterkriegen. Beharrlich verfolgt sie ihr Ziel. Bis ihr eines Tages die Haare ausfallen: Die Ärzte diagnostizieren eine kaum heilbare Autoimmunstörung. Für Mareike bricht eine Welt zusammen.
Eignung: ab 12 Jahren
 
The Ground Beneath                            
Im Verleih der Medienzentrale des Erzbistums Köln, Signatur: DVD1103
21 Min, F, Australien 2008, Kurzspielfilm, Regie: Rene Hernandez
Die emotionale Reise des jungen Teenagers Kaden, der ein angsterfülltes Leben voller Bedrohungen führt. Seine Freundschaften mit Casey und Lewis bieten ihm die Möglichkeit zu Veränderung und Selbstfindung. Ein mehrfach preisgekrönter australischer Kurzspielfilm, der filmisch meisterhaft den Umgang mit Gewalt visualisiert (englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln).
Eignung: ab 14 Jahren
 

Literaturtipps:

• Allenbach, Birgit (Hg.): Jugend, Migration und Religion. Interdisziplinäre Perspektiven. Baden-Baden (Nomos) 2011
 
• Anselm, Reiner / Pezzoli-Olgiati, Daria / Schellenberg, Annette / Schlag, Thomas (Hg.): Auf meine Art. Jugend und Religion. Mit Fotos von Ursula Markus. Zürich (TVZ) 2008
 
• Becker, Patrick / Mokry, Stephan (Hg.): Jugend heute – Kirche heute? Konsequenzen aus der Jugendforschung für Theologie, Pastoral und (Religions-)Unterricht. Würzburg (Echter) 2010
 
• Calmbach, Marc / Thomas, Peter Martin / Borchard, Inga / Flaig, Bodo: Wie ticken Jugendliche? 2012. Lebenswelten von Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren in Deutschland [Sinus-Jugendstudie U18]. Düsseldorf 2011
 
• Herbert-Quandt-Stiftung (Hg.): Religionen in der Schule. Bildung in Deutschland und Europa vor neuen Herausforderungen. Frankfurt/M. (Societätsverlag) 2007
 
• Höger, Christian: Abschied vom Schöpfergott? Welterklärungen von Abiturientinnen und Abiturienten in qualitativ-empirisch religionspädagogischer Analyse. Empirische Theologie Bd. 18. Berlin, Münster (Lit) 2008 (Diss. zugl. Univ. Würzburg 2007)
 
• Lechner, Martin / Gabriel, Angelika (Hg.): Religionssensible Erziehung. Impulse aus dem Forschungsprojekt "Religion in der Jugendhilfe" (2005 - 2008). Benediktbeurer Beiträge zur Jugendpastoral Bd. 6. München (Don Bosco Medien) 2009
 
• Oertel, Holger: Gesucht wird: Gott? Jugend, Identität und Religion in der Spätmoderne. Praktische Theologie und Kultur 14. Gütersloh (Kaiser) 2004 (Diss. zugl. Univ. Bonn 2002)
 
• Pirner, Manfred L.: Religiöse Mediensozialisation? Empirische Studien zu Zusammenhängen zwischen Mediennutzung und Religiosität bei SchülerInnen und deren Wahrnehmung durch LehrerInnen. Medienpädagogik Interdisziplinär, Band 3. München (Kopaed) 2004
 
• Pirner, Manfred L.: Religious Socialization by the Media? An Empirical Study and Conclusions for Practical Theology, in: International Journal of Practical Theology 13 (2009), Issue 2, 275-292.
 
• Pirner, Manfred L.: The Media Culture Approach to Religious Education. An Outline with a Focus on Interreligious Learning, in: S. Miedema, W. Meijer & A. Lanser-van der Velde (Eds.), Religious Education in a World of Religious Diversity, Münster/Berlin/New York/Munich: Waxmann 2009, 149-164.
 
• Streib, Heinz / Gennerich, Carsten: Jugend und Religion. Bestandsaufnahmen, Analysen und Fallstudien zur Religiosität Jugendlicher. Weinheim/München (Juventa) 2011
 
• Vögele, Wolfgang (Hg.): “God is a DJ”. Jugend – Kultur – Religion. Loccumer Protokoll Nr. 2/02. Rehburg-Loccum 2003
 
• Wippermann, Carsten / Calmbach, Marc: Wie ticken Jugendliche? Sinus-Milieustudie U27. Hg. von BDKJ und Misereor. Düsseldorf 2008
 
• Ziegler, Tobias: Jesus als „unnahbarer Übermensch“ oder „bester Freund“? Elementare Zugänge Jugendlicher zur Christologie als Herausforderung für Religionspädagogik und Theologie. Neukirchen-Vluyn (Neukirchener-Verl.) 2006


[1] Zitiert nach: Winkel, Rainer: Der gestörte Unterricht. Diagnostische und therapeutische Möglichkeiten. 9. Aufl. Hohengehren 2009. S. 264.
[2] Vgl. dazu: Hobelsberger, Hans: Sinn- und Lebenswelten junger Menschen. Versuch einer soziologischen Annäherung. In: Becker, Patrick / Mokry, Stephan (Hg.): Jugend heute – Kirche heute? Konsequenzen aus der Jugendforschung für Theologie, Pastoral und (Religions-)Unterricht. Würzburg 2010. S. 82-100; hier: S. 85. Vgl. auch: Wippermann, Carsten / Calmbach, Marc: Wie ticken Jugendliche? Sinus-Milieustudie U27. Hg. von BDKJ und Misereor. Düsseldorf 2008.
[3] Calmbach, Marc / Thomas, Peter Martin / Borchard, Inga / Flaig, Bodo: Wie ticken Jugendliche? 2012. Lebenswelten von Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren in Deutschland [Sinus-Jugendstudie U18]. Düsseldorf 2011.
[4] Hobelsberger. A.a.O. S. 28.
[5] ebd. S. 33.
[6] vgl. hierzu z.B.: Streib, Heinz / Gennerich, Carsten: Jugend und Religion. Bestandsaufnahmen, Analysen und Fallstudien zur Religiosität Jugendlicher. Weinheim/München 2011. S. 88f.
[7] Sellmann, Matthias: Identität durch Ausschluss. Systemtheorie als Inspiration für Jugendpastoral. In: Becker, Patrick / Mokry, Stephan (Hg.): Jugend heute – Kirche heute? Konsequenzen aus der Jugendforschung für Theologie, Pastoral und (Religions-)Unterricht. Würzburg 2010. S. 82-100; hier: S. 85.
[8] Ebd. S. 94-99.
[9] Lechner, Martin: Die eigene Religion Jugendlicher wahrnehmen und fördern. In: Becker/Mokry: Jugend heute – Kirche heute? A.a.O. S. 101-11; hier: S. 106. Lechner verweist dort auf: Heimbrock, Hans-Günter: Wahrnehmung als Element der Wahr-Nehmung. In: Grötzinger, Albert (Hg.): 'Gelebte Religion' als Programmbegriff Systematischer und Praktischer Theologie. Zürich 2002
[10] Dazu: Ebd. Und: Ders.: Der Religionsbegriff des Forschungsprojektes. In: Ders. / Gabriel, Angelika: Religionssensible Erziehung. Impulse aus dem Forschungsprojekt „Religion in der Jugendhilfe“ (2005-2008). Benediktbeurer Beiträge zur Jugendpastoral Bd. 6. München 2009. S. 169-176.
[11] Lechner, Martin: Die eigene Religion Jugendlicher wahrnehmen und fördern. A.a.O. S. 106.
[12] Streib, Heinz / Gennerich, Carsten: Jugend und Religion. Bestandsaufnahmen, Analysen und Fallstudien zur Religiosität Jugendlicher. Weinheim/München 2011. S. 13f. Zitat: ebd. S. 14. Vgl. auch: Ebd. S. 181.
[13] Verweyen, Hansjürgen: Gottes letztes Wort. Grundriß der Fundamentaltheologie. 4. vollst. Überarbeitete Auflage Regensburg 2002. Vgl. hierzu auch: Valentin, Joachim: Unter Avataren und anderen Prothesengöttern. Was ist und warum betreibt man christliche Religions- und Kulturtheorie. In: Stimmen der Zeit 1/2011. S. 39-50; hier: S. 48f.
[14] Papst Benedikt XVI.: Enzyklika „Deus caritas est“, 25.12.2005. Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls, Nr. 171. Hg. v. Sekretariat der deutschen Bischofskonferenz. Bonn 2006. S. 47. Zitiert nach: Lechner, Martin: Die eigene Religion Jugendlicher wahrnehmen und fördern. A.a.O. S. 109.
[15] Pirner, Manfred L.: Religiöse Mediensozialisation? Empirische Studien zu Zusammenhängen zwischen Mediennutzung und Religiosität bei SchülerInnen und deren Wahrnehmung durch LehrerInnen. Medienpädagogik Interdisziplinär, Bd. 3. München 2004. S. 10.
[16] Ebd. S. 11. Vgl. auch: Pirner, Manfred L.: Religious Socialization by the Media? An Empirical Study and Conclusions for Practical Theology, in: International Journal of Practical Theology 13 (2009), Issue 2, 275-292. Und: Ders.: The Media Culture Approach to Religious Education. An Outline with a Focus on Interreligious Learning, in: S. Miedema, W. Meijer & A. Lanser-van der Velde (Eds.), Religious Education in a World of Religious Diversity, Münster/Berlin/New York/Munich: Waxmann 2009, 149-164.
[17] Zu christlichen Implikationen von Freundschaft vgl. z.B. Joh 15,15. Zum Film „Prinzessinnenbad“ vgl. auch die Film-Arbeitshilfe der Medienzentrale des Erzbistums Köln: „Ich habe euch Freunde genannt“ (Joh 15,15). 10 Filme zu den Themen Freundschaft – Gottesvorstellungen – Gesellschaftsbilder (2009). Online-Publikation, zum kostenlosen Download erhältlich unter www.medienzentrale-koeln.de
[18] Vgl. hierzu oben in diesem Beitrag die Bemerkungen zu Emmanuel Levinas, Hansjürgen Verweyen und zur päpstlichen Enzyklika „Deus caritas est“. Zum Film „Bin ich sexy?“ vgl. auch die Film-Arbeitshilfe der Medienzentrale des Erzbistums Köln: Familie im Film (2005). Online-Publikation, zum kostenlosen Download erhältlich unter www.medienzentrale-koeln.de
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