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Priester versteckte seine jüdische Mutter im Leoninum31. Januar 2012; PEK „Damals, in der bösen Kriegs- und Nazizeit, mußte ich mich ja verborgen halten. Und mein geliebter Sohn fand einen Ausweg: ‚Liebe Mama, ich will Dich in Sicherheit bringen‘, waren seine sorgenden Worte und er brachte mich in sein geliebtes Leoninum“, so schrieb die Jüdin Berta Klein am 1. August 1946 an Kardinal Frings. Bei dem „geliebten Sohn“ handelt es sich um den katholischen Kölner Priester Peter Klein, der am 31. Januar 2012 seinen 100. Geburtstag feiern würde. Ihm gelang es nicht nur, seine jüdische Mutter vor der Deportation in den sicheren Tod zu retten, sondern mit seiner Handlung uns heute zu verdeutlichen, dass es in der NS-Zeit Menschen gab, die Mut gezeigt und Juden geschützt haben. Als Sohn einer Jüdin und eines katholischen Kaufmannes wächst Peter Klein in Köln auf und besucht das Realgymnasium Kreuzgasse, das er mit dem Abitur und der Absicht abschließt, Priester zu werden. Sehr wahrscheinlich prägen vor allem die Betreuung durch ein katholisches Kindermädchen und der Religionsunterricht seine Religiosität. Auch seine Aktivitäten im Bund Neudeutschland (ND) stärken sein religiöses Bewusstsein und legen das Fundament für ein Freundschafts- und Bekanntennetzwerk, das ihm in Kriegszeiten Rückhalt geben soll. Klein studiert von 1930 bis 1934 an der Universität Bonn und am Theologenkonvikt Collegium Leonium, das für seine Mutter und ihn später zu einem rettenden Zufluchtsort wird. Nach seinem Examen begibt sich Klein 1934 in das Priesterseminar in Bensberg und wird am 27.
Februar 1936 im Kölner Dom von Kardinal Schulte zum Priester geweiht. Gleich im Anschluss erweist
sich seine jüdische Herkunft jedoch als Bremse für seine Ambitionen als Priester. Kann er für
Kaplans- und Pfarrstellen nicht berücksichtigt werden, wird er als Assistent im Verwaltungsbereich
des Generalvikariates, später im Historischen Archiv eingesetzt. Parallel dazu wirkt er als
Subsidiar in der Pfarrei St. Dreikönigen (Köln-Bickendorf) und wohnt dort zusammen mit seiner
Mutter, bis es nach der „Reichskristallnacht“ zu Anfeindungen kommt und die Kleins zum
Auszug gezwungen werden. Nach einer kurzen Zeit als Sanitäter der Wehrmacht, hilft er im Auftrag
des Kölner Generalvikariats in der Seelsorge aus.
Am 11. Mai 1944 kommt Priester Klein bei einem Zugunglück ums Leben. Mit Unterstützung aus dem
Generalvikariat Köln und dem Collegium Leonium überlebt Berta Klein nach dem Tod ihres Sohnes
dennoch den Holocaust. Sie wird 1946/47 als NS-Verfolgte anerkannt und äußert sich in ihrem
Dankesbrief an Kardinal Frings wie folgt: „Ich glaube aber doch, daß mein Sohn über mich
wacht und daß der liebe allmächtige Gott mich auch nicht verläßt. (…)“. Kleins Mutter
verstirbt 1958 in Bonn. Noch im Februar 2011 galt Berta Klein in den meisten Quellen als
wahrscheinlich im Holocaust deportiert und ermordet. Doch die Aufarbeitung von Kleins Vergangenheit
durch Ulrich Helbach in seinem Beitrag „Der Kölner Priester Peter Klein und seine jüdische
Mutter“ gesellt diesen individuellen Fall zur vielschichtigen jüdischen und christlichen
Geschichte Kölns und Bonns.
Informationen: Der Beitrag von Ulrich Helbach „Der Kölner Priester Peter Klein und seine
jüdische Mutter. Ein ungewöhnliches Fallbeispiel zum Verhältnis von katholischer Kirche und den
Juden“ ist erschienen in der Festschrift „Ortskirche und Weltkirche in der
Geschichte“ für Prälat Norbert Trippen. Der Artikel steht im Historischen Archiv des
Erzbistums Köln zur Verfügung, Gereonstr. 2-4, Telefon 02 21 1642 58 00, E-Mail:
archiv@erzbistum-koeln.de.
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