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Kardinal Woelki - Reise in den Nahen Osten

Heiliges Land - Jordanien - Libanon
13. Februar 2017; HA Medien und Kommunikation/Je, Brüggenjürgen

15.02.2017 - Patenschaft für libanesische Schule

Erzbistum Köln – Kardinal Woelki – Domsingschule Köln

Bei seiner Nahost-Reise hat Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki eine Schulpartnerschaft zwischen der St.-Rita-Schule in Zahleh/Libanon und der Kölner Domsingschule besiegelt. Beim Besuch in der St. Rita-Schule überreichte er am Mittwoch, 15. Februar einen Scheck über 10.000 Euro, die die Schüler der Kölner Domsingschule im Schuljahr 2016/17 für die Flüchtlingshilfe gesammelt und mit Aktionen erwirtschaftet hatten. Die Domsingschule übernimmt damit eine Patenschaft für die libanesische Schule.


Kardinal Woelki betonte bei seinem Besuch, er freue sich über die Verbindung der St.-Rita Schule im Libanon und der Domsingschule. „Klar, Geld ist immer wichtig, gerade wenn es in die Ausbildung von Flüchtlingskindern und Bedürftigen investiert wird. Aber eine Partnerschaft über alle Ländergrenzen hinweg zeigt doch auch: Wir bauen eine Brücke zu euch und lassen Euch mit euren Sorgen und Nöten nicht alleine“, sagte der Erzbischof und fügte hinzu: „Es ist meine feste Überzeugung – gerade der Einsatz für Kinder und Jugendliche und für ein friedliches Zusammenlernen mit guten und fairen Bildungsangeboten ermöglicht auf Dauer mehr Frieden und Gerechtigkeit auf unserer Welt.“


Die St.-Rita-Schule ist eine besondere Schule: Am Vormittag findet hier regulärer Unterricht statt, am Nachmittag werden mit Unterstützung aus dem Erzbistum Köln syrische Flüchtlingskinder in Mathematik, Englisch, Französisch und Arabisch unterrichtet. Von der neuen Patenschaft sollen die Kölner Schüler sowie die Schüler im Libanon profitieren. „Wir freuen uns über dieses Unterstützung der St.-Rita-Schule durch die Domsingschule. Wir sehen in der Patenschaft aber mehr als eine einseitige Unterstützung. Vielmehr lernen die Domsingschüler etwas über die Lebenssituation Gleichaltriger im Libanon und werden damit über die Geschichten der Kinder selbst sensibel für so große Themen wie Flucht und Heimat“, sagte Dr. Bernadette Schwarz-Boenneke, Leiterin der Hauptabteilung Schule/Hochschule im Erzbistum Köln.


Das Projekt richtet sich in erster Linie an christliche Kinder. Muslimische Kinder besuchen in der Regel Schulen der UN in den Flüchtlingslagern. Christliche Familien lassen sich aus Angst vor Repressalien häufig nicht offiziell registrieren, sodass auch die Kinder aus dem System fallen. Hier ist der Bedarf an Schulbildung deswegen besonders hoch. Der Projektpartner Pontifical Mission ist eine päpstliche Organisation, die Flüchtlinge im Nahen Osten unterstützt.

 

  

13.02.2017 - Woelki hinter dem Jordan

von Ingo Brüggenjürgen


Auf seiner Reise in den Nahen Osten besucht der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki auch Caritas-Projekte in Jordanien. Vor Ort wird ihm vor allem die schwierige Lage der Flüchtlinge und Arbeitsmigranten verdeutlicht.

 

"Sie sollen sehen, lernen und helfen", fordert Schwester Ursula. Sie fackelt nicht lange und kommt direkt zur Sache. Sie hat sich neben Kardinal Woelki platziert, der Jordanien im Rahmen seiner Nahost-Reise einen Besuch abstattet. In Jordanien arbeiten rund 70.000 Einwanderer aus Südostasien - die meisten von ihnen Frauen - als Hausangestellte oder in Textilfabriken. Häufig werden sie Opfer von Menschenrechtsverletzungen, mit teils schlimmen Folgen. Schwester Ursula kennt die Welt, die der Kölner Erzbischof hier erstmalig in Jordanien mit eigenen Augen zu sehen bekommt. Woelki hat jetzt auch Zeit mit gebracht und ein offenes Ohr für die Anliegen der katholischen Gesprächspartner, die hier vor Ort helfen, so gut es denn irgendwie geht.

 

Die Salvatorianerin Schwester Ursula Hopfensitz ist eine dieser unermüdlichen Helfer - und schon weit über ein Jahrzehnt hier in Jordanien im Einsatz. Sie erzählt nicht nur von den Flüchtlingen, die zu Hundertausenden über die Grenze aus Syrien und dem Irak gekommen sind, sie berichtet auch von Migranten aus Sri Lanka, Indonesien und den Philippinen, die hier im kleinen Land Jordanien oft völlig vergessen werden: Junge Frauen, die als Näherinnen oder Hausangestellte ihr Leben bewältigen. Knapp 110 Euro verdient eine Näherin pro Monat und Schwester Ursula weiß ganz genau, was das bedeutet: "Das ist modernes Sklaventum! Natürlich gibt es Arbeitsschutzgesetze, aber wenn die nicht eingehalten werden…". Wenn man nach 20 Jahren eine Haushaltshilfe loswerden wolle, reiche es, der Polizei zu erzählen, sie habe gestohlen. Schon finde sich die Frau aus Sri Lanka im Gefängnis wieder.

 

Inhaftierte werden "freigekauft" mit Tickets in die Heimat
Zusammen mit ihren beiden Mitschwestern und der Unterstützung der örtlichen Caritas und des Erzbistums Köln organisiert Schwester Ursula auch Gefängnisbesuche. Wenn sie den gefangenen Frauen ein Ticket in ihre Heimatländer mitbringt, lassen die Behörden sie oft gehen. Gerade erst haben die engagierten Schwestern mit Tickets 70 Gefangene "freigekauft". Wenn es junge Frauen sind, können diese vielleicht noch zurück zu ihren Familien. Anders sieht es aus, wenn eine Mutter aus Sri Lanka nach über 20 Jahren moderner Sklavenarbeit in Jordanien zurück in ihre Heimat kommt. Neulich erst hat Schwester Ursula so eine weinende Frau angerufen - der eigene Sohn habe seine Mutter nicht aufgenommen, weil er sie angeblich gar nicht mehr kannte. Die Sorgenfalten auf der Stirn des Kardinals, dem eben die Caritasmitarbeiter schon das Elend in den Flüchtlingscamps anschaulich berichtet hatten, scheinen in diesem Moment noch ein wenig tiefer zu werden.

 

Aber Schwester Ursula ist noch nicht fertig. Sie erklärt dem Erzbischof aus dem reichen Deutschland dann noch, wie heute Globalisierung funktioniere: "Da arbeiten diese armen Frauen oft Tag für Tag bis zur Erschöpfung, machen noch Überstunden, weil sie dann ein wenig mehr Geld zu ihren Familien nach Hause nach Sri Lanka schicken können - und sie arbeiten in Firmen, die die Chinesen hier in Jordanien aus dem Boden gestampft haben - und nähen 10 Stunden am Tag die gleiche Naht an Blusen, die dann in die USA exportiert werden!" Aber auch von physischen, psychischen Schäden und sexuellen Übergriffen gerade bei Hausangestellten kann die Schwester des Salvatorianerordens berichten. Woelki fragt gezielt nach und es wird deutlich, dass der Kölner Erzbischof - trotz der jährlichen Spende, die sein Erzistum an die Schwestern und die Caritas in Jordanien überweist - sich insgeheim schon fragt, wie er sein Amt nutzen kann, um hier noch wirkungsvoller zu helfen.

 

Der Frühling macht Hoffnung
"Sie sollen sehen, lernen und helfen!", diesen Dreischritt hatte die Schwester von ihrem Besuch eingefordert. Schon am ersten Tag hier hinter dem Jordan im armen Hinterland beginnt die Lektion, die sich Woelki wohl auch selber verordnet hat. Hoffnung macht da nur das zarte erste Grün des Frühlings, das im trostlosen Dreck der Armut einiges zuwachsen wird, und das hilfsbereite Lächeln von Sr. Ursula, die hier so lange helfen will, wie sie nur eben kann.

 

11.02.2017 - Eröffnung: Atrium der Brotvermehrungskirche

Israel - Benediktinerkloster in Tabgha

 

Knapp 20 Monate nach dem Brandanschlag jüdischer Extremisten auf das deutsche Benediktinerkloster Tabgha am See Genezareth hat der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki das Atrium der Brotvermehrungskirche feierlich wiedereröffnet.

 

In seiner Predigt stellte Kardinal Woelki die Dankbarkeit in den Mittelpunkt, dass die sichtbaren Spuren des Brandanschlags vom Juni 2015 heute fast nicht mehr zu sehen seien und dass damals niemand zu Tode gekommen sei.

 

Weiter betonte Kardinal Woelki, dass gerade in einer Zeit, in der nationalistische Ideen Konjunktur hätten, wir Christen besonders gefordert seien. Die Christen seien überall auf der Erde dazu aufgerufen, die Versöhnung zu leben, die Gott uns schenke.

 

Predigt von Kardinal Woelki in der Brotvermehrungskirche

 

 

 

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