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Die wichtigsten Texte des Neuen Testaments
zu Maria
Das Marienbild der Kirche stützt sich auf das Zeugnis der Heiligen Schrift
und der Tradition. Im Folgenden sind die zentralen Passagen des Neuen
Testaments zusammengestellt:
Mt 1,18-25 Die Empfängnis des Herrn
Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine
Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte
sich, daß sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef,
ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloß, sich in
aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien
ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich
nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet,
ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen
Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.
Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den
Propheten gesagt hat:
Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären,
und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit
uns.
Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und
nahm seine Frau zu sich. Er erkannte sie aber nicht, bis sie ihren Sohn gebar.
Und er gab ihm den Namen Jesus.
Lk 1,26-38 Die Verheißung der Geburt Jesu
Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in
eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit
einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der
Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du
Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was
dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht,
Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen
Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein
und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines
Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine
Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das
geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige
Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten.
Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet,
deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als
unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist
nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie
du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.
Lk 1,39-56 Der Besuch Marias bei Elisabet
Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und
eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias
und begrüßte Elisabet. Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in
ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter
Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die
Frucht deines Leibes. Wer bin ich, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In
dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem
Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, daß sich erfüllt, was der Herr ihr sagen
ließ.
Da sagte Maria:
Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott,
meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe,
von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes
an mir getan, und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu
Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm
machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt
die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er
mit seinen Gaben und läßt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines
Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen
hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause
zurück.
Lk 2,25-35 Das Zeugnis des Simeon über Jesus und
Maria
In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon.
Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels, und der Heilige
Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den
Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe. Jetzt wurde er vom
Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu
erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und
pries Gott mit den Worten:
Nun läßt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden
scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen
Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit
für dein Volk Israel.
Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt
wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist
dazu bestimmt, daß in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele
aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird.
Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber
wird ein Schwert durch die Seele dringen.
Lk 2,41-52 Der zwölfjährige Jesus im Tempel
Die Eltern Jesu gingen jedes Jahr zum Paschafest nach
Jerusalem. Als er zwölf Jahre alt geworden war, zogen sie wieder hinauf, wie es
dem Festbrauch entsprach. Nachdem die Festtage zu Ende waren, machten sie sich
auf den Heimweg. Der junge Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne daß seine Eltern
es merkten. Sie meinten, er sei irgendwo in der Pilgergruppe, und reisten eine
Tagesstrecke weit; dann suchten sie ihn bei den Verwandten und Bekannten. Als
sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn dort.
Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel; er saß mitten unter den Lehrern, hörte
ihnen zu und stellte Fragen. Alle, die ihn hörten, waren erstaunt über sein
Verständnis und über seine Antworten. Als seine Eltern ihn sahen, waren sie sehr
betroffen, und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, wie konntest du uns das antun?
Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht. Da sagte er zu ihnen: Warum
habt ihr mich gesucht? Wußtet ihr nicht, daß ich in dem sein muß, was meinem
Vater gehört? Doch sie verstanden nicht, was er damit sagen wollte. Dann kehrte
er mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam. Seine Mutter bewahrte
alles, was geschehen war, in ihrem Herzen. Jesus aber wuchs heran, und seine
Weisheit nahm zu, und er fand Gefallen bei Gott und den Menschen.
Mk 3,31-35 Von den wahren Verwandten Jesu
Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben vor dem Haus
stehen und ließen ihn herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum, und man
sagte zu ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und fragen nach dir.
Er erwiderte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Und er blickte
auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine
Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder
und Schwester und Mutter.
Joh 2,1-12 Die Hochzeit in Kana
Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit
statt, und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur
Hochzeit eingeladen. Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie
haben keinen Wein mehr. Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine
Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch
sagt, das tut! Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der
Reinigungsvorschrift der Juden entsprach; jeder faßte ungefähr hundert Liter.
Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis
zum Rand. Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt, und bringt es dem, der für das
Festmahl verantwortlich ist. Sie brachten es ihm. Er kostete das Wasser, das zu
Wein geworden war. Er wußte nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das
Wasser geschöpft hatten, wußten es. Da ließ er den Bräutigam rufen und sagte zu
ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zuviel
getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt
zurückgehalten. So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und
offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn. Danach zog er
mit seiner Mutter, seinen Brüdern und seinen Jüngern nach Kafarnaum hinab. Dort
blieben sie einige Zeit.
Joh 19,25-27 Maria und Johannes unter dem Kreuz
Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die
Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als
Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner
Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine
Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
Apg 1,13-14 Maria im Kreise der Apostel
Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach
hinauf, wo sie nun ständig blieben: Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas,
Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus,
und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus. Sie alle verharrten
dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu,
und mit seinen Brüdern.
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