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Anne Merkenich 61 Jahre, 1 Sohn Assistentin der Geschäftsführung kfd Diözesanverband Köln
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Was ist ihr Lebensmotto und Einstellung zum Leben?
Ich habe ein Lebensmotto, dass mich seit meiner Kindheit begleitet. Meine Mutter, die mit 30 Jahren erblindet ist,
hat es an michweitergegeben: „Wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.“ Und
dieses Motto hat mich durch vieleschwierige Situationen in meinemLeben begleitet. Ich habe die Erfahrung gemacht,
dass tatsächlich immer wieder ein Licht leuchtete,entweder durch Menschen, Begegnungen oder meine Beziehung zu Gott.
Was bedeutet „Aktives Altern“ für Sie?
Dinge die mir Freude machen auch weiterhin zu tun, auch wenn es manchmal nur in eingeschränkter Form möglich ist.
So bin ich jetzt z.B. für eine mehrtägige Radtour auf´s E-Fahrrad umgestiegen, weil ich mit dem normalen Rad nicht mehr so
viele Kilometer fahren konnte. Also aktives Altern heißt für mich, das weitermachen was noch geht und alle zur Verfügung
stehenden Hilfsmittel zu nutzen.
Als „Junge Alte“, worin besteht Ihr aktiv sein heute?
Also neben dem Radfahren gibt es da noch vieles mehr, z.B. noch mein Engagement als „echtes Kölsches Mädchen“
im Karneval. Mit 26 Jahren habeich in meiner Gemeinde eine Tanzgruppe gegründet, die bei Karnevalsveranstaltungen der kfd
(Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands) auftrat und ich war dort 25 Jahre lang mit Begeisterung Sitzungspräsidentin.
Vor 18 Jahren habe ich im Generalvikariat Köln eine Tanzgruppe gegründet, das „Schrubberballett“, in dem über die Jahre hinweg
über 100 Mitarbeiter/innen aktiv waren. Für die Auftritte habe ich Ideen entwickelt, Kostüme besorgtund die Choreographie gemacht.
Außerdem organisiere ich für den Diözesanverband Köln die kfd Karnevalsbörsen. Im letzten Jahr haben 1000 Frauen daran
teilgenommen. Ich möchte so viel wie möglich von meiner Lebensfreude an andere weitergeben, deshalb habe ich vor 5 Jahren mit
einer Tanzlehrerin einen Verein mit dem Namen „VersteckDichNicht e.V.“ gegründet. Der Verein hat die Förderung von Musik-, Tanz-
und Theaterprojekte mit sozial benachteiligten,behinderten und nicht behinderten Menschen zum Ziel. Ich kümmere mich im
Wesentlichen darum, Gelder für den Verein zu sammeln, damit die Arbeit getan werden kann.
Und Sie machen auch schon Pläne, wie es weitergeht.
Ja, aktives Altern bedeutet für mich auch, dass ich mir jetzt schon Gedanken darüber mache, was ich tue, wenn ich in Rente gehe.
Ichmöchte gerne verstärkt für „VersteckDichNicht e.V.“ im Vorstand tätig sein. Außerdem plane ich, betreute Urlaubsreisen für
alleinlebende Frauen anzubieten und ein angedachtes Projekt „Burgen im Mittelrheintal-so lebten die Frauen im Mittelalter“
weiter zu entwickeln.
Was ist ihre Motivation für Ihr Engagement im Karneval und im Verein „VersteckDichNicht e.V.“?
Ich liebe es Frohsinn und Lebensfreude, die für mich eine Gabe vom lieben Gott sind, durch die Beschäftigung mit Theater und Tanz
an andere weiterzugeben. Wenn die Flamme überspringt, bin ich auch selber wieder inspiriert. Ich mag es, mit anderen Menschen
etwas gemeinsam zu tun, also z.B. einen Bühnenauftritt zu planen und dann durchzuführen Bei Menschen mit Behinderungen ist das
noch einmal eine ganz spezielle Aufgabe. Bei allem was ich tue, kann ich meine Kommunikationsfähigkeit nutzen.
Was ist dann Ihr Gewinn beim „Aktiv Altern“?
Der Gewinn ist der Austausch von Geben und Nehmen. Ich gebe Freude und erhalte sie zurück. Ich habe Leidenschaft und kann
damit andere anstecken und freue mich dann daran, wenn sie ihre Talente entdecken und entwickeln.
Wenn eine gute Fee vorbeikäme und Sie hätten einen Wunsch frei, was wünschen Sie sich für Ihr Alter?
Gesundheit. Und den Erhalt der Lebensfreude. Und dass ich noch vieles für andere tun kann.
Welche Rolle spielt Ihr Glaube bei Ihrem Engagement?
Für mich gibt es eine enge Verbindung zwischen Glaube und Lebensfreude. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich meine Lebensfreude
hätte, wenn mein Glaube nicht wäre. Dieses tiefe Vertrauen, das ich mit Gottes Hilfe aus dem Dunkeln wieder ans Licht komme. Und
das ist nicht nur so gesagt, ich habe es auch so erlebt.
Das Interview führte Gabriele Pechel




