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Fokolar-Bewegung

 

1. Entstehung und Grundzüge der Spiritualität

 

Mitten im Zweiten Weltkrieg findet sich in Trient um die damals 23jährige Chiara Lubich eine Gruppe junger Frauen zu­sammen. Was sie verbindet, sind der Glaube und die Erfahrung, dass Gott Liebe ist und jeden Menschen ganz per­sönlich und grenzenlos liebt. Sie wollen Menschen sein, deren Handeln und Den­ken vom Evangelium bestimmt sind. Sie lesen in der Heiligen Schrift und bemühen sich, was sie verstehen, im Alltag zu le­ben, u.a. durch die Gütergemeinschaft. Der Volksmund nennt die Gruppen um Chiara Lubich "focolare" - wie die Feuer­stelle in den alten Bauernhäusern der Gegend, um die sich die Familie ver­sammelt und von der Wärme und Licht ausstrahlen. Inzwischen ist die Fokolar-Bewegung in der ganzen Welt verbreitet.

 

Einige Worte des Evangeliums ziehen in besonderer Weise die Aufmerksamkeit der ersten Gruppe auf sich: "Liebt einan­der, so wie ich euch geliebt habe" (Joh 15,12); "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." (Mt 18,20) Die junge Bewe­gung erlebt, wie die gegenseitige Liebe sie verbindet. Diese Einheit schließt kei­nen aus und lässt die Unterschiedlichkeit zur gegenseitigen Bereicherung werden. So entfaltet sich die gemeinschaftliche Spiritualität der Einheit. Einer ihrer Kern­sätze ist die Bitte Jesu an den Vater: "Alle sollen eins sein." (Joh 17,21) 

 

2. Lebensform und Gruppierungen

 

Der Weg zur Einheit führt über den Dia­log. Durch den Dialog innerhalb der eige­nen Kirche, unter den christlichen Kon­fessionen, mit Angehörigen anderer Reli­gionen und den Dialog mit Menschen nichtreligiöser Weltanschauung steht die Fokolar-Bewegung allen Menschen offen.

Durch das Evangelium inspiriert, wurde von Anfang an unter allen auf unter­schiedliche Weise die Gütergemeinschaft praktiziert. Mit der Zeit ergaben sich dar­aus Impulse für das Wirtschaftsleben. Inzwischen zeichnen sich erste Ansätze einer "Wirtschaft in Gemeinschaft" ab. Sie möchte dazu beitragen, einen Aus­gleich zwischen arm und reich zu schaf­fen. Inhaber eines Unternehmens, das sich an dieser Initiative beteiligt, stellen daher einen angemessenen Teil ihres Gewinn­anteils zur Verfügung, um Not zu lindern und Menschen im Lebensstil der Einheit weiterzuführen.

 

Das Herz der Fokolar-Bewegung bilden die Fokolare, verbindliche Lebensgemein­schaften von Frauen bzw. Männern, zu denen auch Verheiratete gehören. Diöze­sanpriester bilden Priester-Fokolare oder -Kernkreise. Die "Freiwilligen" versuchen vor allem den Geist der Einheit in ihr ge­sellschaftliches und berufliches Umfeld hineinzutragen. Die "Bewegung für eine neue Gesellschaft" wird in erster Linie von ihnen getragen. Durch die verheira­teten Fokolare entstand die Familien­bewegung, die sich in allen Bereichen des Familienlebens engagiert: Erfahrungs­austausch in Gruppen, Ehevorbereitung, Hilfe für Familien, Alleinerziehende oder Alleinstehende in Not, Adoption von Kindern. Die "Pfarrbewegung" ist in Ge­meinden entstanden, wo Priester oder Pastore begonnen haben, die Spiritualität der Einheit zu leben. Die "Gen" sind die Kinder und Jugendlichen, die sich in Teams treffen und ihr Leben nach dieser Spiritualität gestalten wollen. Von ihnen gehen die Bewegungen "Jugend für eine geeinte Welt" und "Kinder für eine ge­einte Welt" aus. Sie setzen sich für soziale Aufgaben in ihrer Umgebung ein und unterstützen Entwicklungsprojekte in der Dritten Welt.

 

Kontaktadresse:

Fokolar
Johann-Brinck-Str. 30
50827 Köln
Telefon: 0221/5302921
Telefax: 0221/9536017
E-Mail: fok.fem.koeln@t-online.de

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