Die Gemeinschaft des heiligen Franz von Sales
Die Gemeinschaft des heiligen Franz von Sales (1567-1622) lebt aus dem Gedankengut des Patrons. Von der beginnenden Neuzeit geprägt, entdeckte er in der Kirche die Werte des Menschlichen neu und begründete die Spiritualität der Laien, die im 2. Vatikanischen Konzil ihre Bestätigung fand.
Franz v. Sales, den Papst Johannes XXIII. sehr verehrte, ist durch seine Spiritualität gerade für unsere Zeit so hilfreich, weil er Gott und den Menschen gleicherweise ernst nimmt.
Die Gemeinschaft wurde im Jahre 1872 in Paris gegründet, gemeinsam von dem Pfarrer Henri Chaumont (1838-1896) und Karoline Carré de Malberg, der Frau eines Offiziers und Mutter von vier Kindern. Beide hatten den Wunsch, Menschen inmitten ihrer weltlichen Verpflichtungen zu befähigen, ein Leben aus dem Glauben zu führen.
Die Mitglieder der Gemeinschaft - verheiratete und unverheiratete Frauen - bemühen sich um ein Leben gemäß der christlichen Taufe und Firmung. Ihr Apostolat ist der christlich bewältigte Alltag im umfassenden Verständnis. Ihr Weg ist vorgezeichnet durch die salesianische Spiritualität. Diese ist mit einem Wort zu definieren: Liebe. "Alles aus Liebe, nichts aus Zwang" war ein Leitspruch von Franz v. Sales. Um lieben zu können, sind Fähigkeiten zu entwickeln, die unsere Haltungen Gott und dem Nächsten gegenüber prägen.
Franz v. Sales war Realist, daher lenkte er die Aufmerksamkeit auf Tugenden für den Alltag des Menschen, ohne deren Verwirklichung es keine Formung der eigenen Persönlichkeit, keine Veränderung in Kirche und Gesellschaft geben kann. Der Optimismus der salesianischen Spiritualität gründet in dem großen Vertrauen auf die Erlösung der Menschheit durch Jesus Christus. Gleich zu Beginn weihte der Stifter die Gemeinschaft dem Heiligen Geist.
Diese bietet ihren Mitgliedern eine geistliche Formung nach dem Evangelium in der Schule des heiligen Franz v. Sales. Das geschieht durch eigene Texte der Gemeinschaft, die jeweils für einen Monat ein bestimmtes Thema zur Meditation aufbereiten. Es geht primär um spirituelle Aneignung, nicht nur um intellektuelle Unterweisung. Am Ende der Heranbildungszeit von zwei Jahren legt das Mitglied ein Weiheversprechen ab (kein Gelübde) und verpflichtet sich, im Geist der Gemeinschaft zu leben und die Lebensregel einzuhalten: Gebet, Meditation, Schriftlesung, Feier der Eucharistie sind Mittel, um durch eine Ordnung des religiösen Lebens im Alltag als Christ leben und handeln zu können; sie lassen sich den unterschiedlichsten Lebensbedingungen anpassen.
Geistliche und menschliche Freundschaft sind ein wesentlicher Bestandteil der Gemeinschaft. Jedes Mitglied bleibt in seinem Lebensbereich, es steht aber in Verbindung zu einer Kontaktperson, die vor allem die Heranbildungszeit begleitet. Die Mitglieder haben die Möglichkeit, an den jährlichen Exerzitien und an den Gruppenbegegnungen teilzunehmen. Jede Gruppe hat einen Spiritual.
1994 erhielt die Gemeinschaft durch den "Päpstlichen Rat für die Laien" die Approbation (Bestätigung).
Die Gemeinschaft ist über alle Erdteile verbreitet. In Deutschland gibt es Gruppen in den Diözesen Freiburg, Köln, Paderborn und Trier.
Kontaktadresse:
Brunhilde Stöger
Am Weiher 76
50226 Frechen
02234/61672
E-Mail: stoeger@franz-von-sales.org
Homepage: www.franz-von-sales.org |