Johannesgemeinschaft
Die Johannesgemeinschaft - ursprünglich Johannesbruderschaft - im Erzbistum Köln hat am Himmelfahrtstag 1997 ihr fünfzigjähriges Bestehen im Altenberger Dom gefeiert. Sie entstand aus dem Diakonat der Jugend und "wollte weniger eine Organisation sein als vielmehr eine geistliche Gemeinschaft, in der das Apostolat jungen Christentums einen Hort finde und eine Quelle neuer Kraft" (Regelbuch 1951). Dabei stand der Gedanke Ludwig Wolkers Pate, "dass gegenüber der Erschütterung und Verflachung des religiösen Lebens nicht durch äußere Organisation und seelsorgliche Bemühung, sondern letztlich nur durch das Gebet gottliebender Menschen zu einem lebendigen Glauben diesem Volk und seiner Jugend geholfen werden kann ... und es nur durch das im Kreuzesopfer und dem entschlossenen Willen zum hingebenden, persönlichen Dienst zum Leben und Reiche Christi geführt werden kann".
Im Laufe der 60er Jahre jedoch erlahmte der Eifer allmählich. Die Zahl der aktiven Mitglieder ging merklich zurück. Trotzdem gab die Gemeinschaft keineswegs auf, zumal deutliche Zeichen da waren, dass sich die Gesellschaft, nicht zuletzt auch die Jugend, immer weiter grund-legender veränderte. Diese Feststellung führte dazu, Grundlagen, Spiritualität und Regel der Bruderschaft zu beraten und eine Neufassung bei der Jahresversamm-lung in Altenberg 1989/90 zu verab-schieden. Hierbei wurde die Losung "Gebet - Opfer - Dienst" verdeutlicht durch "Beten - Teilen - Dienen". Vor allem wurde, wie vielerorts längst geschehen, das Wort "Bruderschaft" durch "Gemeinschaft" abgelöst.
Geistliche Grundlagen und Regelauszug
Die Johannesgemeinschaft ist aus der Not einer historischen Stunde entstanden. Sie bleibt sich dessen bewusst und strebt danach, im Glauben geschichtlich zu denken und zu handeln: aus Vergangenem zu lernen, gegenwärtige Herausforderungen zu bestehen, Zukunft zu gestalten.
Wie in der bedrängten Zeit des Anfangs bleibt es für sie wichtig zu erfahren, dass sie gerade in schwierigen Situationen von gleichgesinnten Brüdern und Schwestern mitgetragen werden und sich so als Kirche erleben.
Das tägliche Leben als Christ ist für jedes Mitglied geprägt durch den Dreiklang "Gebet-Opfer-Dienst", das bedeutet konkret BETEN, TEILEN, DIENEN. Im BETEN richten wir unser Leben auf Gott hin aus. Das Beispiel Jesu Christi bis zur Hingabe seines Lebens im Kreuzesopfer, das in der Eucharistie gegenwärtig und wirksam wird, befähigt und verpflichtet uns zum TEILEN. Im DIENEN setzen wir uns für Gott und die Menschen ein, wo immer wir ihnen begegnen.
Ohne zum Spielball aktueller Trends zu werden, ist die Gemeinschaft hellhörig für prophetische Signale und Zeichen der Zeit (Lk 12,54-57) und greift sie auf. Sie weiß sich in den konziliaren Aufbruch der Kirche einbezogen, der sich seit dem letzten Jahrhundert ereignet.
Schutzpatron und geistlicher Wegbereiter ist der "Evangelist Johannes".
Jedes Mitglied hält täglich in der Unrast des modernen Lebens inne, um sich Gott zu öffnen, auf sein Wort zu hören und zu beten. Jedes Mitglied verpflichtet sich, von seinem Einkommen oder Besitz abzugeben. Jedes Mitglied übernimmt eine ihm mögliche Aufgabe, vor allem im Blick auf die jüngere Generation. Die Johannesgemeinschaft ist eine geistliche Vereinigung (pia unio) kirchlichen Rechts. Zur Jahresversammlung werden alle Mitglieder jeweils in Verbindung mit dem zentralen Einkehrtag in Altenberg eingeladen. Die Mitglieder bleiben in regem Kontakt miteinander.
Kontaktadresse:
Heinz Wallersheim
Longericher Straße 462
50739 Köln
0221/5993492
heinz.wallersheim@web.de |