Neukatechumenale Gemeinschaften
Wenn in der Urkirche inmitten des Heidentums jemand Christ werden wollte, musste er einen Weg der Formung zum Christentum durchlaufen, das "Katechumenat".
Der gegenwärtige Prozess der Säkularisierung in der westlichen Welt hat dazu geführt, dass viele Getaufte den Glauben an Gott verlieren und die Kirche verlassen. Daher ist es nötig, von neuem einen Weg der Formung zum Christentum zu eröffnen. Dieser Neukatechumenale Weg ist eine Hilfe für die Pfarreien, um den fernstehenden Christen zu eröffnen, was es bedeutet, ein Christ zu sein. Er ist ein Werkzeug, um in den Pfarreien Menschen zum Glauben zurückzuführen.
In der Urkirche wurde der Katechumene durch eine Verbindung von Wort (Kerygma) und Liturgie geformt. Vor allem die Urkirche hatte ein Kerygma, dass heißt eine "Verkündigung der Rettung". Die Verkündigung des Evangeliums, z. B. durch Paulus und Silas, rief bei vielen eine moralische Umwandlung hervor. Die Menschen änderten ihr Leben mit Hilfe des heiligen Geistes, der die Apostel begleitete. Die moralische Umwandlung wurde besiegelt durch die Sakramente. Gerade die Taufe wurde in Etappen übergeben, so dass die Taufkatechesen ursprünglich so etwas wie eine Zeugung zu einem neuen göttlichen Leben waren.
Mit dem Verschwinden des Katechumenates in den folgenden Jahrhunderten ging die Zusammenschau aus Wortverkündigung, Umwandlung des Lebens und Liturgie verloren.
Der Neukatechumenale Weg will die Hinführung zum Glauben durch das Wort des Evangeliums, durch die Änderung des Lebens und durch die Liturgie zurückgewinnen.
Der Name "Neukatechumenat" bedeutet: der Weg wird zuerst den Menschen angeboten, die schon getauft sind, aber keine ausreichende christliche Formung bekommen haben.
Am 30. August 1990 hat Papst Johannes Paul II. einen Brief veröffentlicht, in dem er den Neukatechumenalen Weg als ein "Itinerarium katholischer Formation, gültig für die Gesellschaft und für die gegenwärtige Zeit" anerkennt. Die große Neuerung in diesem Brief ist, dass er das Neukatechumenat empfiehlt als eine Art Einführung von Erwachsenen in den christlichen Glauben und das christliche Leben, integriert in die Gemeinde. Der Papst bietet den Diözesen damit ein Werkzeug der Evangelisation an, ohne gleichzeitig das Neukatechumenat in einen Orden oder eine eigene Bewegung zu verwandeln. Er wünscht, dass alle Bischöfe zusammen mit ihren Priestern (Presbytern) diesen Weg in ihren Diözesen unterstützen und recht bewerten.
Mit seinem Brief verbürgt sich der Papst angesichts einer 25-jährigen Erfahrung. Das Neukatechumenat hat in einer der ärmsten Vorstädte von Madrid begonnen und sich heute auf 105 Nationen ausgeweitet. Im Erzbistum Köln besteht der Neukatechumenale Weg seit 16 Jahren. Seit 2000 gibt es das Erzbischöfliche Missionarische Priesterseminar Redemptoris Mater.
Der Papst erkennt die überall gezeigten Früchte persönlicher Umkehr und des missionarischen Antriebs an. Die Erneuerung hat dazu geführt, dass ungezählte Katechisten und ganze Familien bereit sind zu evangelisieren, wo immer es nötig ist. Eine andere wichtige Frucht des Weges ist das Aufblühen zahlreicher Berufungen. Viele Jugendliche aus neukatechumenalen Gemeinschaften haben den Ruf zum Priestertum vernommen.
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Stephan und Ingeborg Neuhoff
Bergstr. 5
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