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Das Geheimnis der Sandmandalas

  • 28.08.17 23:06
  • Martin Mölder
  •   Kurz und Knapp

Mandalas bestehen aus Quadraten, Kreisen, Symbolen, und Figuren und stellen einen himmlischen Palast dar, dessen vier Pforten die Himmelsrichtungen symbolisieren. Jedes Mandala ist Wohnort einer Gottheit und repräsentiert das buddhistische Universum. Die Buddhisten glauben, dass bereits das kurze Erblicken eines Mandalas beruhigend und meditativ wirken kann. Allein das Betrachten und sich Vertiefen in das Mandala soll positive Auswirkung auf Geist und Seele haben und somit den ganzen Körper erfassen. Durch innere Zufriedenheit und positives Denken werden Energien frei gesetzt und schaffen eine innere Balance. In ihrem grundlegenden Aufbau sind die vielschichtigen spirituellen Diagramme Abbild des Kosmos und spiegeln zugleich die Psyche des Menschen wider. Wie eine Landkarte sollen sie dem Betrachter  den Weg zur zentralen Gottheit im Mittelpunkt des Bildes weisen. Zuerst muss er dafür die drei äusseren Ringe überwinden: den Flammenring der Läuterung, den Vajra-Ring der Einweisung in die Lehre und den Lotusring der Reinheit. Dann erst ist der Meditierende bereit, durch eines der vier Tore in den Palast einzutreten.

Die Entstehung

Sandmandalas haben im tibetischen Buddhismus eine lange Tradition. Sie werden auf eine ganz bestimmte, streng rituelle Weise hergestellt und dienen in erster Linie als Meditationsbilder, bzw. als Hilfe auf dem Weg zur Erleuchtung. Bei einem Sandmandala werden die Motive aus feinem, mit Farbe vermischtem Sand gestreut. Schon das Streuen eines Sandmandalas erfordert höchste Konzentration von den buddhistischen Mönchen. Bei Sandmandalas werden die Motive aus feinem, mit Farben vermischtem Sand gestreut. Die Platzierung des bunten Sandes ist Präzisionsarbeit, so dass erst nach tage- und teilweise wochenlanger Arbeit ein detailreiches Bild entsteht. Der Tradition nach werden Sandmandalas nach ihrer Fertigstellung wieder aufgelöst. Es wird wieder zusammen gewischt und in einen Fluss gestreut – also der Natur übergeben. Diese Tradition soll auf die Vergänglichkeit allen Lebens und die Loslösung von der materiellen Welt hinweisen.

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