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Pforte zum "Heiligen Jahr" im Erzbistum Köln ist eröffnet

Kardinal Woelki - Gottesdienst - Kölner Dom - Jahr der Barmherzigkeit
8. Dezember 2015; (PEK 151208 - he)

Köln. Mit einem festlichen Gottesdienst hat Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki am Dienstagabend das vom Papst ausgerufene „Heilige Jahr der Barmherzigkeit“ für das Erzbistum Köln eröffnet. Mit drei Schlägen seines Bischofsstabes öffnete er dabei das Hauptportal der Kathedrale als „Heilige Pforte“ zum Zeichen, dass den Gläubigen der Weg zur Barmherzigkeit Gottes in der Gemeinschaft der Kirche offensteht. Das Heilige Jahr solle ein Jahr sein, „in dem Menschen das Geschenk einer umfassenden Vergebung erfahren können und eingeladen sind, ihre Beziehung zu Gott und ihren Mitmenschen zu erneuern“, sagte Kardinal Woelki in der Feier.

 

Hl. Jahr unter dem Stichwort "Barmherzigkeit"

Barmherzigkeit sei ein „wunderbares Wort“, so Woelki. „Unser Leben mit all seinen Facetten, mit der Sorge um unsere Zukunft, mit der Angst im Beruf zu versagen oder davor, ins Nichts zu fallen, wenn der Ruhestand anbricht, mit dem unruhigen Getriebensein, mit der Ratlosigkeit darüber, was richtig und was falsch ist, genau dieses jetzige Leben ist der Bezugspunkt für das Entgegenkommen Gottes.“ Als Gottes Ebenbild sei der Mensch berufen, ihn nachzuahmen: „Erlassen sollen wir anderen die Schuld. Einlassen sollen wir uns auf die Not der anderen. Diese Liebe will uns alle durch und durch verwandeln und so barmherzig werden lassen, wie der Vater selbst es ist. Jesus Christus – die lebendige Pforte zu Gott – ist es, der in uns wirkt, wenn wir durch die Pforte der Barmherzigkeit gehen.“


Papst Franziskus hat vom 8. Dezember 2015 bis 20. November 2016 für die ganze Weltkirche ein außerordentliches „Heiliges Jahr der Barmherzigkeit“ ausgerufen. Damit rückt der Papst die Aufmerksamkeit auf die Barmherzigkeit Gottes, der alle an sich ziehen will. Zugleich fordert Franziskus dazu auf, die Barmherzigkeit zu leben und sie in alle Gesellschaftsbereiche hineinzutragen. Ein Heiliges Jahr wird mit der Öffnung einer besonderen Tür am Petersdom in Rom, der „Heiligen Pforte“, eröffnet. Nach dem Willen des Papstes gibt es in diesem Jahr erstmals auch in allen Bistümern eine „Heilige Pforte“ an der jeweiligen Kathedralkirche.

 

Marienportal des Doms ist Hl. Pforte

Zur Eröffnung des Heiligen Jahres im Erzbistum Köln war das Marienportal, das Hauptportal des Kölner Doms, als Heilige Pforte festlich geschmückt. Die Gottesdienstfeier zur Eröffnung des Heiligen Jahres hatte in der benachbarten Minoritenkirche begonnen. Von dort zogen der Erzbischof und die Mitfeiernden in einer Prozession zum Hauptportal des Doms. In den kommenden Monaten tauchen die vor diesem Portal eingelassenen Bodenstrahler diese Pforte in ein warmes Licht. Schriftprojektoren seitlich vom Marienportal projizieren den Begriff „Heilige Pforte“ in rund 30 Sprachen aus aller Welt auf den Boden. Die Schriftprojektion schaltet sich mit der Straßenbeleuchtung bei Einbruch der Dunkelheit ein, die Bodenstrahler der Portalbeleuchtung ab 20 Uhr.

 


Nach 2000 ist das „Jubiläum der Barmherzigkeit“ 2015/2016 ein außerordentliches Heiliges Jahr. Dieses „Jubiläum der Barmherzigkeit“ hat mit der Öffnung der Heiligen Pforte am 8. Dezember, dem Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Gottesmutter Maria, begonnen und endet am 20. November 2016 mit dem Christkönigssonntag. Der 8. Dezember ist zugleich das Patronatsfest des Erzbistums Köln.


Heilige Jahre gibt es in der katholischen Kirche seit dem Jahr 1300. Sie sind alle 25 Jahre vorgesehen und tragen auch die Bezeichnung „Jubiläum“, denn schon im Alten Testament wird den Israeliten ein „Jubeljahr“ geboten, in dem sie Schulden erlassen und Sklaven freilassen sollen.

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