ERZBISTUM KÖLN               

 Visionäre auf abenteuerlicher Mission - Sterndeuter durch die Geschichte: Heilige Drei Könige

 

Dreikönigenschrein: Anbetung der WeisenSie waren die ersten Pilger an der Krippe von Betlehem, die den Mensch gewordenen Gottessohn von Angesicht zu Angesicht sahen; sie hatten sich als so genannte Magier einen Namen gemacht und galten als die ersten nicht-jüdischen Intellektuellen, die dem Messias huldigten; sie waren Heiden, die sich auf einen Weg mit unbekanntem Ziel machten, gleichzeitig aber gottesfürchtig genug waren, sich auf ein Abenteuer einzulassen, das ihnen posthum eine unvergleichliche Stellung in der Heiligenverehrung einbrachte und sie Geschichte schreiben ließ: Die Drei Weisen aus dem Morgenland zählen auch über 2.000 Jahre später noch zu den populärsten Heiligen, die das Christentum kennt. Sie haben Köln schon im Mittelalter zu einem zentralen Wallfahrtsort in Europa gemacht, um sie rankten sich bereits in frühchristlicher Zeit zahlreiche Geschichten und Legenden. Ohne sie gäbe es wohl kaum eine der weltweit imposantesten gotischen Kathedralen – den Kölner Dom - und eben auch nicht die größte Kinder- und Jugendbewegung in Deutschland: die Sternsinger, die jährlich zu Hunderttausenden mit dem alten Brauch der Haussegnung durch die Straßen ziehen und mit ihrer Sammelaktion Solidarität mit Altersgenossen in Not zeigen.

Zu dem, was in zwei Jahrtausenden über diese drei aktenkundig geworden ist, gehört in erster Linie, dass die Gebeine der Heiligen 1164 auf Initiative des Kölner Erzbischofs Rainald von Dassel aus Mailand nach Köln überführt wurden und daraufhin eine rege Reliquienverehrung beginnt. Kurz darauf wird der berühmteste Goldschmied seiner Zeit, Nikolaus von Verdun, beauftragt, einen kostbaren Reliquienschrein zu bauen. Mit der Grundsteinlegung des Kölner Doms 1248 wird schließlich das gigantische Projekt realisiert, über dem Reliquienschatz ein architektonisches Reliquienbehältnis von bis dahin ungekanntem Ausmaß zu errichten - als Abbild des Himmels auf Erden und würdigen Ort für die Zeugen der Geburt und Göttlichkeit des Christkindes.

Pilger ziehen unter dem Dreikönigenschrein hindurchUnzählige Geschichten, Legenden und Bräuche haben sich im Laufe von Jahrhunderten um die Verehrung der Heiligen Drei Könige gerankt: Krippen- und. Dreikönigenspiele, Lieder, Gebete und Gedichte, Wallfahrtswege und kunsthistorische Betrachtungen, zahllose Formen der Volksfrömmigkeit. Deren Bedeutung ist nicht unbedingt mehr geläufig und nachvollziehbar. Sie wollen Glaubensinhalte und religiöse Sinndeutung vermitteln. Auch heute noch lässt sich so dem „Stern“ der drei Könige aus dem Morgenland folgen - wie das zweite Kapitel aus dem Matthäusevangelium sagt: „Wir haben seinen Stern gesehen und sind gekommen, um ihn anzubeten“. Was sind die heutigen Visionen; welche Verheißungen laden zu Aufbruch und Abenteuer ein? Die eigene Standortbestimmung ist immer nur mit dem Wissen um das Vergangene möglich. Da ist es gut, die Sterndeuter einer vergangenen und Protagonisten einer zukunftsweisenden Zeit zu kennen. (PEK/B.T.)

     
Sachbuch zum Thema: Manfred Becker-Huberti, Die Heiligen Drei Könige – Geschichten, Legenden und Bräuche, 176 Seiten mit ca. 190 farbigen Abbildungen, Greven-Verlag Köln, ISBN 3-7743-0356-8
Zum Seitenanfang Seite weiterempfehlen Druckversion Kontakt  Barrierefrei Datenschutz  Impressum