Verfahren der Heilig- und Seligsprechung

Verfahren zur Heilig- und Seligsprechung

Seit den frühen Jahren der Kirche empfahl das Volk, wer ein Heiliger war. Nach und nach ordneten sich im Laufe der Jahrhunderte die Vorgänge, bis sich ein an einem Gerichtsverfahren orientierter Prozess herausschälte. Im Jahr 1983 unterzog Papst Johannes Paul II. das Verfahren und die Kongregation für die Selig- und Heligsprechungsverfahren einer grundlegenden Revision, die bis heute Gültigkeit besitzt.

Von Ausnahmefällen abgesehen wird ein Seligsprechungsverfahren frühestens fünf Jahre nach dem Ableben der selig zu sprechenden Person eingeleitet. Wie in den Anfängen der Kirche beginnt auch heute jede Selig- und Heiligsprechung mit der Bitte einer Ordensgemeinschaft, einer Initiative, eines Bistums oder privaten Gruppe. Auf der Ebene des dazugehörigen Bistums werden die Informationen und das Material wie Schriften und Zeugenaussagen gesammelt, um sie bei positivem Bescheid an die Kongregation in Rom weitergeben zu können.

In der Folge erstellt ein Postulator (dt. "Forderer") eine lückenlose Biografie, stellt die Schriften der selig zu sprechenden Person zusammen und hört Zeugen schriftlich und mündlich an. Außerdem sammelt, prüft und bewertet der Postulator Berichte über angebliche Wunder und wählt davon am Ende eines aus.

Die vom Postulator erhobenen Informationen werden dann der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse zugeleitet, wo weitere Prüfungen erfolgen. Die abschließende Entscheidung über die Seligsprechung trifft der Papst. Die Seligsprechung nimmt der Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse vor. Die selig gesprochene Person darf lokal öffentlich verehrt werden.

 

Für weitere Informationen finden Sie den Artikel von Prälat Prof. Dr. Helmut  Moll: > Seligsprechungsverfahren im Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht (PDF)

Seligsprechung von Pfarrer Josef Marxen 2016

Einer der 38 albanische Märtyrer

Dankamt zur Seligsprechung von Pfr. Josef Marxen im Hohen Dom zu Köln

Am 5. November 2016 wurden in Scutari (Albanien) 38 Märtyrer selig gesprochen, die in der kommunistischen Verfolgung den Märtyrertod erlitten hatten. Unter ihnen war Pfarrer Josef Marxen, der 1906 in Köln-Worringen geboren und getauft wurde.

An der Seligsprechung nahmen der Erzbischof von Köln Kardinal Woelki, der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für das deutsche Martyrologium Prälat Prof. Dr. Helmut Moll und eine Gruppe von 17 Familienangehörigen von Pfarrer Marxen teil

Am Sonntag, 13. November 2016, wurde im Hohen Dom zu Köln ein Dankamt gefeiert, dem Prälat Moll als Hauptzelebrant und Prediger vorstand.

Spurensuche

Eine Großnichte des Seligen Josef Marxen, Frau Cäcilia Giebermann, hat sich auf "Spurensuche" ihres Großonkels in Albanien begeben.

Veröffentlichung und Rezension

Aktuelle Verfahren zur Seligsprechung un Heiligsprechung im Erzbistum Köln

Ein deutscher Arzt als "Heiliger" in Moskau

* 10. August 1780 in Münstereifel
† 16. August 1853 in Moskau

Stand:
1998: Eröffnung des Seligsprechungsverfahrens

2018: Diözesaner Teil des Prozesses in Moskau abgeschlossen

Ordensschwester und Mystikerin

*   6. September 1820 in Haaren bei Heinsberg
† 21. März 1859 in Düsseldorf

 

Stand:

1926: Eröffnung des Seligsprechungsverfahren durch Erzbischof Kardinal Schulte

Stillstand der Bearbeitung des Verfahrens während des II. Weltkrieges

1984: Wiederaufnahme des Verfahrens durch Erzbischof Kardinal Höffner

1992: Übergabe des Verfahrens an die Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen in Rom

2007: Zuerkennung des heroischen Tugendgrades durch Papst Benedikt XVI.

Das Herrgottsbrüderle von Düsseldorf

* 19. Januar 1876 in Massenbachhausen (Bistum Rottenburg-Stuttgart)
† 30. September 1939 in Düsseldorf

 

Stand:

1951 Eröffnung des Seligsprechungsverfahrens

1998 Verleihung des Titels: Ehrwürdiger Diener Gottes

Priester und Gesellenvater

* 8. Dezember 1813 in Kerpen bei Köln
† 4. Dezember 1865 in Köln

 

Stand:

27. Oktober 1991: Seligsprechung in Rom durch Papst Johannes Paul II.

Die von vielen Seiten gewünschte Einleitung des Heiligsprechungsverfahrens liegt in den Händen von Erzbischof Kardinal Woelki.