Pastoraler Zukunftsweg

"Wie der Geist Gottes heute am Werk ist"

24. Januar 2019
Erfahrungsbericht des Teams „Ehe- und Beziehungspastoral und -beratung“ zur KOINONIA-Orientierungswerkstatt zum Pastoralen Zukunftsweg im März und April 2018

von Alinah Rockstroh, Burkhard Knipping und Holger Dörnemann

Mit den KOINONIA-Orientierungswerkstätten zum Pastoralen Zukunftsweg werden Teams aus den verschiedensten pastoralen Arbeitsbereichen eingeladen, für die eigenen seelsorglichen Aufgaben und Dienste den Auftrag des Pastoralen Zukunftsweges im Erzbistum Köln im Detail kennenzulernen, zu reflektieren und konkrete Schritte für das eigene Wirken zu entwickeln. Die Orientierungswerkstatt wird von der Diözesanstelle Pastoraler Zukunftsweg regelmäßig angeboten und durchgeführt. Tagungsort ist (in der Regel) das Kloster Steinfeld in der Eifel.

von links nach rechts: Holger Dörnemann, Alinah Rockstroh, Burkhard Knipping

In der KOINONIA-Orientierungswerkstatt mitzuarbeiten, erwies sich für unser Dreierteam in dreifacher Hinsicht als positiv:

  • Der „Pastorale Zukunftsweg“ konnte in den sieben Tagen (in zwei Einheiten zu drei und vier Tagen) für uns deutlich Kontur gewinnen. Daraus ergaben sich konkrete Hinweise, welchen Beitrag wir durch unseren Dienst für einen „Pastoralen Zukunftsweg“ im Erzbistum Köln leisten können.
  • Gerade dadurch, dass unser Team während der KOINONIA-Woche ausdrücklich für die eigene Arbeit neue Zukunftsperspektiven entwickeln konnte, erwies sich die Orientierungswerkstatt für uns als grundlegend wichtig.
  • Zum dritten arbeiteten wir in der Werkstatt im März/April 2018 bereichernd mit Teams aus der Pfarrseelsorge, aus der Internationalen Katholischen Seelsorge und der Jugendpastoral zusammen. Wir lernten so Kolleg(inn)en intensiv kennen, mit denen wir sonst nicht regelmäßig zusammenarbeiten, erfuhren vieles aus den verschiedenen Arbeitsfeldern und von den Rahmenbedingungen ihres Dienstes.

Startbedingung

Zugegeben, die Einladung, an einer Orientierungswerkstatt teilzunehmen, hatte uns überrascht: mit einem nur zweimonatigen Vorlauf war sie uns unvorhergesehen von unserer Hauptabteilungsleitung angeboten worden. Eine Mitwirkung bot aber schließlich die gute Möglichkeit, unser Arbeitsfeld der Ehe- und Beziehungspastoral und -beratung in den kollegialen Austausch und den gemeinsamen Lernweg einzubringen und damit unsere Fachlichkeit aus den Bereichen Männer- und Frauenseelsorge, Beziehung, Ehe, Sakramentenpastoral und -katechese, Homosexualität, Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Erzbistum Köln sowie Erfahrungen der Pfarreiseelsorge und der wissenschaftlich-theologischen Arbeit.

Blick auf die Zukunftsarbeit während der Werkstatt-Tage

Leitend für die Zukunftsarbeit in der Werkstatt waren die Kirchenaussagen des Zweiten Vatikanums, das für die Kirche der Zukunft nach wie vor innovative pastorale Orientierungen gibt. Wir erinnerten uns beispielsweise an Kerngedanken wie Kirche als „Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit“ und als „Volk Gottes“, an „Teilhabe/Partizipation“.

Bestimmend wurde ferner die intensive Wahrnehmung dessen, was Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki in seinen Fasten- und Weihnachtshirtenbriefen seit 2015 und dem Offenen Brief an die Pastoralen Dienste 2016 angeregt hatte. Zwei Arbeitseinheiten der KOINONIA-Werkstatt dienten der Vergewisserung dieser Entwicklungsskizzen unseres Kölner Erzbischofs. Hier möchten wir einen Satz, sozusagen die Zielperspektive, aus dem Fastenhirtenbrief 2016 zitieren: Kirche soll „den Menschen in unserer aufgeklärten, postmodernen und hochindividualisierten Gesellschaft einen lebensnahen Zugang zu Gott, zum lebendigen Christus und zur Gemeinschaft der Glaubenden“ ermöglichen (S. 6).

Die Startanregung, Kirchenentwicklung als geistlichen Weg zu gehen (Fastenhirtenbrief 2015), haben wir in der Orientierungswerkstatt aktiv aufgenommen: geistliche Lieder formten die Arbeitshaltung, Arbeitseinheiten wurden mit Gebet eingeleitet, durch Schweigen vertieft oder mündeten in die Vorbereitung von Gebeten (s.u. „Fürbitten für eine Paar-Sorge“); aus der Heiligen Schrift gab es Leitworte für die Arbeit; Arbeitstage wurden mit vielfältigen Gottesdiensten beendet. Eigentlich nichts Besonderes und doch wichtig, um den Blick auf die Zukunft zu verbinden mit Christus, dem A und O unseres Glaubens und Dienstes.

Abendgebet im alten Kreuzgang von Kloster Steinfeld in der Eifel

In unserer gemeinsamen Arbeit kristallisierten sich – verstärkt durch die geistliche Ausrichtung der Arbeit – auch Spannungen oder Paradoxe und damit wichtige Fragen heraus: Wie stehen angesichts der neutestamentlichen „Glieder und Haupt“-Aussagen zukünftig der „Leib“ und die „Hierarchie“ zusammen? Wie werden Amt und Laien zusammenwirken? Wie verhalten sich zukünftig Ehrenamtlichkeit und Hauptberuflichkeit zueinander? Wie entwickeln sich kirchenintern die Perspektiven der Frauen und wie bleiben die nichtgeweihten Männer ebenfalls im Blick?

Kirchenbilder und erste konkrete Schritte

Was sieht der Einzelne als hemmend für Kirchenentwicklung? Was ist der eigene Entwurf einer ‚Kirche im Futur2‘? Welche Kirchenbilder geben positive, welche wenig konstruktive Anstöße? Was gilt als ‚alt‘ im Sinne von ‚überholt‘, was als wertvoll ‚tradierbar‘, was als notwendig ‚neu‘? Was sind erste, konkrete Schritte eines konkreten Teams für die Entwicklung der Kirche vor Ort? Diese Fragen zu bearbeiten, war ein wichtiger Teil der Werkstatt. Vera Krause und Dieter Tewes weiteten unsere Horizonte als Leitung der beiden KOINONIA-Wochen auch durch weltkirchliche Erfahrungen und Realitäten.

Inspiriert von einer durch die Diözesanstelle neu entwickelten und damit auf unsere kirchlichen Realitäten in Deutschland abgestimmten Variation der sog. 5 Kirchenbilder des LUMKO-Pastoralinstitutes (Südafrika) und aufgrund der Austauschgespräche mit den anderen Teilnehmer/inne/n der Kirchenwerkstatt entwickelte unser Dreierteam das Kirchenbild „Der wachsende Brunnen der Liebe“ (s.u.).

Mit 1 Kor 12 besann sich unsere Werkstattgemeinde auf die Zukunftsbedeutung der Charismen. Daraufhin wurde für unser Dreierteam relevant und spannend, zum einen die Charismen von Eheleuten und zum anderen von Mitarbeitenden in der Seelsorge an Ehepaaren und von Ehe-Berater/innen zu beschreiben. Denn von den verheirateten Getauft-Gefirmten können für die Zukunft der Gemeinden reichhaltige Impulse ausgehen – vorausgesetzt, ihre Charismen sind in der Kirche gesehen und wertgeschätzt. Die zweite Beschreibung nutzen wir, um die Haltung für unseren konkreten Dienst zu vertiefen (s.u.).

An verschiedenen Dienststellen im selben Boot

An der Orientierungswerkstatt nahmen insgesamt sechs verschiedene Teams teil. Da wir häufiger auch im Plenum oder in bewusst gemischten und immer wieder wechselnden Kleingruppen gearbeitet haben, flossen die unterschiedlichen Überlegungen aller in die gemeinsame Zukunftsarbeit ein. Es war ein gegenseitiges Geben und Nehmen, ein gemeinsames Erheben von Möglichkeiten und Einschätzungen.

Auch zeigte sich, dass ein und dasselbe gemeinsame Anliegen „Pastoraler Zukunftsweg“ verschiedene Perspektiven ergibt. Gerade dieses war hilfreich, um zu lernen, wie komplex die Zukunftsgestaltung in unserem Erzbistum Köln ist und sein wird und wie vielfältig die Zukunftsmöglichkeiten sind.

>> Unser Kirchenbild für die Arbeit in Pastoral und Beratung: „Der wachsende Brunnen der Liebe“ – ein kirchliches Drehscheibenmodell

Arbeiten am kirchlichen Drehscheinbenmodell

Besonders spannend empfanden wir in den sieben Tagen die Auseinandersetzung mit verschiedenen „Kirchenbildern“. Zunächst haben wir uns in gemischten Kleingruppen mit den fünf Kirchenbildern nach den Erkenntnissen des Lumko-Institutes, dem Pastoralinstitut der südafrikanischen Bischofskonferenzen, auseinandergesetzt. Anschließend haben wir sehr gern die Einladung angenommen, in unserem konkreten Team unsere Vision einer Kirche mit Zukunft in einem Kirchenbild zu entwickeln, das wir in unserer alltäglichen Praxis Wirklichkeit werden lassen wollen. Unsere Ideen möchten wir im Folgenden gern vorstellen und erläutern:

Warum steht in der Mitte die Liebe?

Wenn ich liebe, wird Gott in mir lebendig. Ich spüre den heiligen Geist und folge Jesus Christus. In der Liebe manifestiert sich das Wesen Gottes. Denn „Gott ist die Liebe. Und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm“ (1 Joh 4,16b). Wenn also Gott in der Liebe gegenwärtig wird, möchten wir die Liebe in unserem Verständnis von Kirche in die zentrale Mitte stellen. Und zwar die Liebe in ihren verschiedenen spürbaren Dimensionen:

  • in der Gottesliebe
  • in der Weltliebe/Schöpfungsliebe
  • in der Nächstenliebe/Feindesliebe
  • in der Selbstliebe
Das kirchliche Drehscheibenmodell

So ist es doch das grundlegende Ziel der Kirche, der einzelnen Gemeinden, eines jeden Christen/einer jeden Christin und unseres Glaubens, dass diese verschiedenen Dimensionen der Liebe spürbar werden, in der Welt wachsen und so viele Menschen wie nur irgendwie möglich von dieser Liebe berührt werden.

Deswegen haben wir die Liebe in ihren verschiedenen Dimensionen in unserem Kirchenbild in die Mitte (rot) gelegt. Aus dieser Mitte wirkt in unserem Verständnis der Heilige Geist durch uns auf verschiedenen Wegen und auf unterschiedlichste Weise.

Erklärung der verschiedenen Scheiben

In dem zweiten Scheibenring (blau) stehen für uns alle Menschen, die diese Liebe weiterschenken wollen, die sich Christen nennen und alle christlichen Einrichtungen. Das bedeutet, dass sich jede/r auf dieser Ebene wiederfinden kann: Großeltern, Bischöfe, Obdachlose, Kinder, Erwachsene etc., einfach jede/r. Auf der nächsten Ebene, der dritten (gelben) Drehscheibe, sammeln sich in unserem Bild verschiedene Mittel (exemplarisch), die zur Verfügung stehen können, die Liebe weiterzugeben und spürbar zu machen. Diese Mittel folgen in unserem Bild keiner Rangordnung; sie sollen vielmehr die Vielfalt und den Reichtum der Möglichkeiten aufzeigen, die uns als Menschen je zur Verfügung stehen, Menschen mit der Liebe und somit mit Gott zu berühren. Dazu gehören die Sakramente, liturgische Feiern, doch auch z.B. das Zuhören, Einander-Fragen-Stellen, Zärtlichkeit, Wertschätzung, Musik, Sport, Bibel-teilen, Einander-Beistehen und und und. Es geht um eine Haltung. Es geht um die Liebe. Die vierte (grüne) Scheibe umfasst in unserem Modell die ganze Schöpfung und alle Personen, denen wir begegnen. Sei es, dass ich ihnen zufällig begegne oder weil ich es geplant hatte oder weil sie den Wunsch hatten, mir zu begegnen. Also kann sich auch auf dieser Scheibe – wie auf der zweiten –, jede/r wiederfinden: der Priester genauso wie der Arbeiter, ein Mensch mit Behinderung oder ein Liebespaar.

Wie können die Scheiben eingesetzt werden?

Wir haben für unser Modell Drehscheiben genutzt, um die Vielfältigkeit der kirchlichen Möglichkeiten greifbar zu machen. Die Scheiben können flexibel gedreht werden, sodass sich eigentlich für jedermann/-frau in jeglichem Moment eine passende Kombination finden lassen könnte. Ein Mensch, der anderen gern zur Seite steht, findet den Weg der Nächstenliebe vielleicht übers Zuhören und Unterstützen. Ein Priester schenkt seiner Gemeinde in der Eucharistiefeier die sakramentale Verbindung zur Liebe Gottes. Ein alter Mensch weckt vielleicht mit einer Erzählung aus seinem Leben die Schöpfungsliebe eines Weihbischofs. Genauso kann jemand sich selbst mit Liebe beschenken, indem er oder sie für sich selbst sorgt, zum Beispiel eine Pause macht, mal ein Buch liest oder in aller Hektik des Lebens spazieren geht. Es sind unzählige Kombinationswege denkbar. Jede/r kann seine oder ihre eigenen Wege finden und es müssten auf dieser Grundlage eigentlich grenzenlos Menschen dieser Welt mit Liebe berührt werden können.

Wieso wächst der Brunnen?

Wenn wir die verschiedenen Drehscheiben als Becken eines Brunnens betrachten, dann ist die Liebe als Wasser zu verstehen. Die Liebe fließt von Becken zu Becken und wird vom letzten Becken wieder nach oben in das Becken des Heiligen Geistes und der Liebe befördert. Also ein Kreislauf der Liebe. Dieser lebendige und von der Liebe Gottes getragene Brunnen wächst in dem Maße, wie Menschen es sich zum Ziel machen, im Zeichen der Liebe ihr Leben zu gestalten.

>>Unsere „Charismenwerkstatt +“ – oder wie der Heilige Geist die Kirche von Köln weiterträgt: Charismen der Ehepastoral und -beratung

Die Erfahrung der einander bereichernden Vielfalt der Personen und der darüber zusammenkommenden Arbeitsgebiete, Begabungen und Charismen in den Bereichen der territorialen und kategorialen Seelsorge ist eine der besonders wertvollen Erfahrungen auf der Orientierungswerkstatt gewesen. In einer Teamkonstellation von „Ehe- und Beziehungspastoral und -beratung“ erlebten wir unsere eigene ‚Besonderheit‘ das erste Mal beim Einbringen von Fürbitten und Anliegen im Rahmen des ersten gemeinsamen Gottesdienstes. In der uns verbindenden Perspektive der pastoralen Begleitung von Paaren formulierten wir Bitten für die in diesem speziellen kirchlichen Dienst arbeitenden Personen (siehe nächster Beitrag „Fürbitten für eine Paar-Sorge“).

Indem wir die Bitten in den sich immer wieder neu bietenden Teamzeiten sukzessive weiter ergänzten, ging uns in der Reflexion am nächsten Tag vertieft auf, dass wir in den Fürbitten einen ‚unseren gemeinsamen Arbeitsbereich‘ kennzeichnenden Haltungskanon beschrieben hatten und immer weiter konturierten. Denn jede Bitte, z.B. die allererste Bitte: „Wenn der Einzelne oder ein Paar anders ist, als wir es gerne hätten, dann weck in uns die größte Liebe und Aufmerksamkeit!“, lässt sich auch als Selbstaussage bzw. Selbstzusage umschreiben: „Wenn ein Einzelner oder ein Paar anders ist, als ich es gerne hätte, will ich ihnen mit großer Liebe und Aufmerksamkeit begegnen.“

Und dass sich hinter diesen Haltungsbeschreibungen im Kern moderne Formen und Erscheinungsweisen von Charismen – wie etwa an diesem Beispiel „Zuneigung/Liebe; Aufmerksamkeit/Zuwendung; Gesprächs-/kommunikative Kompetenz; Umgang mit Alterität“ verbergen können, wurde uns erst am Ende des ersten Teils der Werkstatt beinahe glückshaft bewusst, als sich unter der Überschrift „Charismenbewusstsein/Charismenorientierung“ die Auseinandersetzung über den zentralen Bibeltext aus 1 Kor 12,1.4-11 ergab. Die dort beschriebenen ‚Gnadengaben‘ wie prophetisches Reden, Weisheit, Zungenrede etc. lassen sich – so erschien es uns und quasi vom Schluss her verstanden – als aktualisierbar oder ergänzbar durch neue Charismen für die heutige Zeit fortschreiben.

Das Bild „Ehe- und Beziehungspastoral und -beratung" im szenischen Spiel-Austausch mit anderen Teilnehmenden

Es war zutiefst bewegend, Worte zu finden, auszudrücken und mit den anderen Teilnehmer/inne/n der Zukunftswerkstatt zu teilen für die ‚besondere Begabung’ des je eigenen Arbeitsbereiches bzw. die Mitfreude über die Besonderheit des jeweils anderen, ergänzenden Arbeitsfeldes.

Dass im je eigenen, besonderen pastoralen Arbeitsbereich und gerade in der wechselseitigen Ergänzung beim Austausch im Plenum oder ‚gemischten Gruppenphasen‘ die sich bereichernde Vielfalt von Gemeinschaft spürbar wurde, ließ und lässt Kirche-Sein für uns in neuer Weise erfahrbar werden.

Dr. Holger Dörnemann

Dr. Holger Dörnemann
bis Dezember 2018 Leiter des Referates Katechese und Sakramentenpastoral im EGV Köln:
„Wenn es anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der vorausgehenden oder nachfolgenden Werkstatttage ähnlich erging wie uns und der Wunsch nach weiterem Austausch ebenso geteilt wird, wäre zum Beispiel ein Aufbaumodul einer ‚Charismenwerkstatt +‘ mit den dazu motivierten Teams ein wunderbarer nächster gemeinsamer Schritt, um sich auszutauschen und weiter auszuformulieren, wie und wo heute Charismen, wie heute der Geist Gottes am Werk ist und die Zukunft der Kirche in Köln weiterträgt.“

 

>>Unsere „Fürbitten für eine Paar-Sorge“

Fürbitte 1: „Wenn der Einzelne oder ein Paar anders ist, als wir es gerne hätten, dann wecke du, Gott, in uns die große Liebe und Aufmerksamkeit.“
Fürbitte 2: „Stärke du, Gott, unsere Sichtweise, jede und jeden in seiner und ihrer Individualität zu sehen und wertzuschätzen.“
Fürbitte 3: „Gib du, Gott, uns die seelsorgliche Stärke, Empathie und Kraft, an der Seite von Einzelnen oder Paaren zu bleiben und sie auf ihrem Weg zu begleiten.“

Denn in unserem Dienst möchte ein/e jede/r von uns,

  1. wenn der Einzelne oder ein Paar anders ist, als wir es gerne hätten, dem Einzelnen oder dem Paar mit große Liebe und Aufmerksamkeit begegnen;
  2. jede Frau und jeden Mann in ihrer und seiner Individualität sehen und wertschätzen;
  3. mit aller seelsorglicher Empathie und Kraft an der Seite der Menschen bleiben und sie auf ihrem Weg begleiten. Amen
Psych. (M.Sc.) Alinah Rockstroh

Psych. (M.Sc.) Alinah Rockstroh
Leiterin der Ehe-, Familien- und Lebensberatung in Ratingen:

„Für mich waren die sieben Tage der Orientierungswerkstatt eine sehr inspirierende Arbeit. Gerade die intensiven Selbst- und Kleingruppenreflexionsprozesse haben mich angeregt, meine eigene Haltung bezüglich Veränderung zu beleuchten. Was passiert in mir, wenn Veränderungen auf mich zu kommen? Wie gehe ich damit um? Aber eben auch: Was brauche ich, um Mut
zu haben, aufbrechen zu können? – Ich brauche die Zuversicht, dass mir mit wohlwollender Haltung begegnet wird, wenn ich Grenzen auf dem Weg mal überschreiten sollte. In den Tagen der Orientierungswerkstatt konnte ich mein inneres Vertrauen stärken, um mich gut auf den Weg zu machen.

Die Werkstatttage habe ich so erfahren, dass ein gemeinsamer Weg gegangen wird. Unterschiedlichste Personen bringen ihre eigenen Charismen, Möglichkeiten, Gedanken und Fähigkeiten ein, so dass deutlich wird, dass der Weg der Kirche sich immer aus den vielen unterschiedlichen „Gnadengaben“ entwickelt. Vera Krause verwendete einmal das Bild einer Küche, in der auf den Tisch kommt, was alle mitgebracht haben. Es besteht die Möglichkeit, von den Zutaten der anderen zu kosten, neue Gerichte auszu-probieren, sich von der Kochkunst der anderen inspirieren zu lassen, gemeinsam neue Kreationen zu entwickeln, um die gemeinsame Erfahrung dann wieder mit in die eigene Praxis vor Ort zu nehmen.“

Dr. Burkhard Knipping

Dr. Burkhard Knipping
Referent für Beziehungs- und Ehepastoral im EGV Köln:
„Wenn der Pastorale Zukunftsweg den Christinnen und Christen im Erzbistum Köln mehr und mehr zu einem Anliegen wird und sich auch alle haupt- amtlichen Dienste noch stärker zukunftsorientiert ausrichten werden, wird neben einem traditionellen guten Kern seelsorglichen Handelns eine Vielfalt in und Verschiedenheit an geistlichen Angeboten, liturgischen Handlungen und sozialen Aktivitäten entstehen.

Mich bewegt die Frage, wie wir auf die Ungleichzeitigkeiten und Verschiedenheiten reagieren werden. Oder konkret formuliert: Wie schaue ich auf dieses und auf jenes? Was traue ich den Verantwortlichen dieser neuen Vorgehensweisen zu? Wird jeder Neuerung mein skeptisches Kritisieren vorauseilen oder werde ich unterstützende Wertschätzung schenken? Im Epheserbrief (4,2-6) finde ich den für mich wich-tigen Zukunftshinweis: „Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung: ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.“

>> Eigene Herstellung des Kirchenbildes „Der wachsende Brunnen der Liebe"

Kirchenbild "Wachsender Brunnen der Liebe"