Kaplan Michael Hoßdorf
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Kaplan Michael Hoßdorf

Kaplan Michael Hoßdorf "Mich hat einer angerührt."

Priesterzeugnis - Michael Hoßdorf

Mich hat einer angerührt

Die Frage „Warum bist Du Priester geworden?“, wird oft gestellt. Ich finde die Antwort schwierig und auch wiederrum ganz einfach. Mich hat einer angerührt. Ganz behutsam und mit sehr viel Geduld. Ich war Gott sei Dank so sensibel, dies immer wieder zu spüren.

 

Erstmals so richtig klar war es für mich eigentlich mit 13 / 14 Jahren. Es war die Zeit meiner Firmvorbereitung. In dieser Zeit verstarb auch mein Opa. Da war die Suche nach Sinn sicherlich sehr stark und in der Kirche fand ich Halt und Antworten. In dieser Zeit begann ich, mich immer mehr in der Kirche zu engagieren (Messdiener, Chor, Jugendliturgiekreis, später auch Pfarrgemeinderat). So wuchs ich in Glaubensleben hinein, was für mich und mein Leben wichtig und immer tragfähiger wurde.

 

Die Person Jesu wurde für mich immer bedeutender. Ihn als Freund, Bruder, Wegbegleiter in mein Leben zu lassen, IHN der mein Gott ist. Ich komme aus einer Herz Jesu – Gemeinde. Hier wurde immer der Herz Jesu Freitag gefeiert. Hl. Messe mit Aussetzung und sakramentalem Segen. Dieses `vor dem Herrn verweilen´ ist bis heute eine wichtige Kraft meiner Christusbeziehung.

 

Über lange Strecken habe ich mich dann auf den Weg der Nachfolge begeben. Wurde 1991 zum Diakon geweiht und durfte zwei Jahrzehnte diesen Dienst ausüben. War in dieser Zeit, als Diakon mit Zivilberuf, für Messdiener, Firmvorbereitung, Taufpastoral zuständig. Durfte Menschen auf den Weg zur Ehe begleiten. Taufen spenden. Gottesdienste feiern und predigen, den Glauben verkünden. Der Herr hat aber weiterhin behutsam - und wie ich schon sage – mit viel Geduld gerufen. Sehr häufig ausgesprochen durch Mitchristen, die sagten „Warum wirst Du nicht Priester?“.

 

Die Zeit der Prüfung war lang, doch so wurde ich 2010 in Priesterseminar aufgenommen und im Juni 2012 zum Priester geweiht. Seit dem sind zu meinen Diensten noch wunderbare Dienste hinzugekommen. So darf ich nun die Eucharistie feiern, Menschen in Krisensituationen begleiten – wenn sie in Schuld verstrickt sind mit der Beichte und wenn sie krank sind, mit der Krankensalbung. Wunderschöne Zeichen, um Menschen die Berührungen Gottes spüren zu lassen, die mein Leben – bis heute – begleitet haben. Die Berührungen, die mich auf den Weg zum Priesterleben geführt haben.