Vortragsreihe „Als Mann und Frau schuf er sie“

Die menschliche Sexualität – Gottes Gabe und Abbild

1. Juli 2019

Gott schuf also den Menschen als sein Abbild, als Abbild Gottes schuf er ihn, als Mann und Frau schuf er sie“ – dieser Vers aus der Genesis (Gen 1,27) beschreibt wohl am prägnantesten das kirchliche Verständnis der Sexualität als gottgewollter Teil des Menschen. Die Sexualität in seiner Tiefe zu begreifen war das Ziel einer viergliedrigen Vortragsreihe, an der die Seminaristen unseres Hauses teilnehmen durften: Zunächst wurden sowohl männliche als auch weibliche Sexualität genauer betrachtet und anschließend sowohl die psychologische Dimension der Sexualität als auch die Verletzlichkeit des Menschen im Kontext der Missbrauchsskandale thematisiert.

Anlass war die Berücksichtigung der neuen Situation der Kirche nach der Veröffentlichung der Berichte über sexuellen Missbrauch durch Kleriker. Entsprechend der Diskussion um Erweiterung und Ergänzung der Priesterausbildung im Hinblick auf diese Phänomene, wurde bei uns auf Hilfe bewährter Experten zurückgegriffen, die alle durch ihr Frausein einen spezifischen Blick auf die Thematik mitbrachten.

Die ersten beiden Teile der Vortragsreihe zielten auf die Würde der menschlichen Sexualität in ihrer Zweigeschlechterordnung ab, indem ihre biologische Seite jeweils detailliert dargestellt wurde. So erläuterte Dr. med. Adela Rovira, eine spanische Schwester in Mission im Seminar, am 13.02.2019 zunächst die männliche Sexualität und zeigte u. a. die Verwobenheit der einzelnen Organe innerhalb des männlichen Körpers auf.

Die Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Kerstin Simons (und gleichzeitig Sekretärin in unserem Priesterseminar) stellte demgegenüber im zweiten Vortrag am 15.02.2019 die biologische Dimension der weiblichen Sexualität und die Entwicklungen während der Schwangerschaft in den Vordergrund. Auch hier wurde deutlich, wie außerordentlich komplex sich die Prozesse, die mit der Weitergabe des Lebens zusammenhängen, innerhalb des weiblichen Körpers gestalten.

Nach dieser naturwissenschaftlichen Grundlegung gab Dr. med. Burga Aengenheyster, Fachärztin für Allgemeinmedizin am 19.02.2019 eine Einführung in die psychologische Dimension der Sexualität. Dr. Aengenheyster betonte v. a. die Wichtigkeit einer intakten Mutter-Kind-Beziehung für das Frühstadium der menschlichen Entwicklung als auch die generelle Relevanz von entsprechenden Beziehungen für ein ungestörtes Sexualverhalten der Person. Zudem zeigte die Psychologin die Äquivalenz zwischen gemeinsam glaubenden (Ehe-)Partnern und einer gelingenden Paarbeziehung auf.

Abschließend beschäftigten wir uns am 08.04.2019 unter der Leitung von Dr. theol. Katharina Westerhorstmann von der Universität Bonn mit einem mehr moraltheologischen Zugang zur menschlichen Sexualität, wobei Dr. Westerhorstmann v. a. auf die Abgründe der Sexualität einging, die jüngst durch den Missbrauchsskandal auf dramatische Weise deutlich wurden. Nach Dr. Westerhorstmanns Einführung in die Thematik „Sexueller Missbrauch“ und den damit aufkommenden Fragen auch bzgl. einer veränderten Jugendpastoral forderte die Theologin die Zuhörer auf, die „Vulnerabilität“ von Jugendlichen in jedem (priesterlichen) Handeln zu berücksichtigen. Dabei ging es auch um die „ Wunden“, die Jugendliche unter Umständen bereits aus ihrer frühesten Kindheit in sich tragen und die sie oft für einen Macht- und Sexualmissbrauch anfällig machen. Diese Verletzlichkeit dürfe nie vernachlässigt werden.

So wurde in dieser Vortragsreihe die menschliche Sexualität in ihren naturwissenschaftlich-medizinischen, psychologischen und theologischen Facetten beleuchtet, um den Seminaristen einen kleinen Einblick in die Komplexität dieser Thematik zu geben. Unser Dank gilt allen, die diese Vortragsreihe möglich gemacht haben, insbesondere den Rednerinnen, Fr. Dr. Rovira, Fr. Simons, Fr. Dr. Aengenheyster und Fr. Dr. Westerhorstmann. Sie haben deutlich gemacht, dass es sich in Sachen menschliche Sexualität, wie schon Papst Paul VI. erkannte, um „Liebe [handelt], die aufs Ganze geht“ (Enz. Humanae vitae, Nr. 9).

 

Priesterseminar Redemptoris Mater Köln

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