Stifterinterview

"Steh auf, nimm dein Bett und geh!"

Interview mit dem Stifter Markus Berghahn

Mit Pater Anselm Grün aus Münsterschwarzach hat er im Vorfeld über sein soziales Engagement gesprochen.  Der Kölner Weihbischof Schwaderlapp schrieb ihm ins Gästebuch: „Sie sorgen durch Ihren Einsatz, dass viele Menschen ein wenig glücklicher werden.“ Der 58-jährige Markus Berghahn strahlt eine Mischung aus Optimismus, Lebendigkeit und zupackender Zielstrebigkeit aus.

 

Seine erste berufliche Tätigkeit brachte ihn vor 40 Jahren als Speditionskaufmann an den Düsseldorfer Flughafen. Heute ist Berghahn selbstständiger Finanzberater. Im Oktober 2015 gründete er die BGHDUS Stiftung - Wissensstiftung Markus Berghahn. Hinter dem Kürzel BGH steht Berghahns Name,  DUS steht für den Standort Düsseldorf. Im Interview spricht Markus Berghahn über die Motive seiner Stiftungsgründung, die Schwerpunkte der Stiftungsarbeit, seine Reisen nach Israel und die Zukunftsvision „seiner“ Stiftung.   


Frage: Herr Berghahn, wieso war es für Sie wichtig, eine Stiftung zu gründen?
Antwort Markus Berghahn: Es gehört zu meinem Beruf, dass ich vielen Menschen begegne. Dabei ist mir immer klarer geworden, wie gut es mir persönlich geht. Andererseits sehe ich auch, dass es vielen Menschen nicht gut geht. Deshalb wollte ich etwas von meinem persönlichen Wohlergehen zurückgeben. Das war der Kerngedanke, die Stiftung zu gründen. Bei der Ausstellung über die Stiftungen im Erzbistum Köln im Stiftungssaal St. Margareta im Januar 2015 lernte ich die Treuhandstiftungen des Erzbistums kennen. Das war die Initialzündung, selbst aktiv zu werden und eine Stiftung zu gründen.

Frage: Welche Rolle spielt die Dankbarkeit für Sie als Motiv - gibt es da vielleicht auch einen religiösen Aspekt?
Antwort: Zum einen waren es Gedanken von Albert Schweitzer, die mich seit meiner Schulzeit geprägt haben. Schweitzer sagt, dass es viele Menschen gibt, die uns auf dem eigenen Lebensweg, ohne dass sie es wissen, weiterhelfen. Solche, mit denen wir vielleicht nie ein Wort gewechselt haben oder die man nur vom Erzählen her kannte. Doch sie haben Einfluss ausgeübt und ließen unser Herz oft brennen. Wenn es uns nun gelingen würde, ihnen unseren Dank auszusprechen, so ist Schweitzer überzeugt, würde es in der Welt mehr Sonne und Kraft zum Guten geben. Müssen wir daher nicht uns und alle Menschen motivieren, „aufzustehen“ und diese unausgesprochene Dankbarkeit zu einer ausgesprochenen werden zu lassen?

 

Der zweite Aspekt ist religiös und auch menschlich. Wir leben in einer Überflussgesellschaft, auf der „Sonnenseite“ des Lebens; materiell brauchen wir eigentlich nicht so viel. Dankbar zu sein bedeutet dann, den Überfluss zu teilen, aber nicht nur materiell.  Es heißt auch, sein Wissen, seine Werte und Erfahrungen weiterzugeben und zu vermitteln, dass Materielles allein nicht glücklich macht.

 

Frage: Welche Schwerpunkte verfolgen Sie mit der Stiftung? Gibt es eine Stiftungsidee?

Antwort: Da ist es mir wichtig, dass ich selber über den zweiten Bildungsweg meinen beruflichen Weg gehen konnte. Ich konnte studieren, heute bin ich Diplom-Betriebswirt.  Diese Möglichkeit habe ich bekommen. Vielen Menschen könnte es besser gehen, wenn sie selbst aufstehen würden. Daher auch das Motto: „Steh auf, nimm dein Bett und geh!“ (nach Markus 2,1-12). Das möchte ich mit der Stiftung ermöglichen. Ich glaube, dass Wissen der größte Garant gegen Armut und gegen Krieg ist. Wissen und Hilfsbereitschaft machen auch immun gegen populistische Botschaften. Menschen, die wissensstark sind, ermöglichen anderen Menschen Chancen und stiften Frieden.

 

Frage: Eine Ihrer ersten Förderungen ging an eine Ordensschule in Nazareth. Wie kam es dazu, warum war Ihnen diese Schule so wichtig?

Antwort: Ausschlaggebend dafür war mein letzter Besuch in Israel mit Weihbischof Schwaderlapp. Auf einer Rundreise lernten wir in Nazareth die Schule der Salvatorianerinnen kennen. Mich haben dort die vier Ordensschwestern um die Oberin Sr. Klara beeindruckt. Trotz ihres fortgeschrittenen Alters vermitteln sie eine solch große Freude und Energie und unterrichten mit Enthusiasmus die Kinder – unabhängig von Herkunft oder finanziellen Möglichkeiten. Das fand ich faszinierend und unterstützenswert, gerade in einem Land wie Israel. Für mich ist eine solche Initiative die beste friedensstiftende Maßnahme, die es gibt: Sie bietet Chancen und Perspektiven. Sie macht es Kindern und Jugendlichen einfach möglich, aufzustehen.  

 

Frage: Wo möchten Sie, dass die BGDUS-Stiftung in zehn Jahren steht?

Antwort: Mein Ziel ist es tatsächlich, dass die Stiftung ein Stiftungskapital von einer Million Euro sammelt. Dafür einen Zeitraum zu benennen, ist schwierig. Aber ich wünsche mir, dass das in zehn Jahren gelingt. Selbst wenn es nicht gelingt: Wichtig ist, auf dem Weg zu sein. Ich freue mich natürlich über jeden und jede, die sich daran beteiligen möchten. 

 

Mehr zum Hintergrund und der Arbeit der Stiftung finden Sie auf der Internetseite: http://www.BGHDUS-Stiftung.de