Aktuelles Spendenprojekt

Die Hilfe geht weiter - 1 Jahr nach der Flut

Auch nach einem Jahr wird noch viel Hilfe für den Wiederaufbau in der Eifel und im Ahrtal benötigt. Und Sie können weiterhin mithelfen. In den Flutgebieten gibt es viele Fluthilfebüros, die von Caritas oder Diakonie betrieben werden. Jede Spende hilft dabei Menschen, die außergewöhnliche Belastungssituationen zu meistern hatten. Einige mussten dabei auch Angehörige betrauern, die in den Fluten ums Leben kamen. 

Nach knapp einem Jahr läuft der Wiederaufbau allerdings oft nur schleppend und viele Menschen müssen nach wie vor mit provisorischen Lösungen leben. Darüber hinaus sind es oft die seelischen Wunden, die auch nach einem Jahr nicht geheilt sind und die weiterwirken. An einem Wochenende im Mai konnte die Erzbischöfliche Stiftung Köln Familien dabei unterstützen, loszulassen und die Seele einmal baumeln zu lassen. Das war nur möglich dank Ihrer Spenden, dafür sind wir dankbar und die Familien, die dort teilnahmen sind es auch. Die Erzbischöfliche Stiftung Köln unterstützte die Veranstaltung, damit Familien Erholungswochenende für die Familien.

 

Galerie zum Familienwochenende an der Steinbachtalsperre

Mit viel Herzblut

Spiele mit Schwungtuch

Idyllisch im Wald liegt das Bildungshaus für Familien oberhalb der Steinbachtalsperre. Das Haus war am ersten Maiwochenende (6.-8. Mai) Treffpunkt für zehn Familien, die bei der Flut am 14. Juli 2021 betroffen waren. Finanziell unterstützt wurde das Wochenende vom Stiftungszentrum des Erzbistums Köln, dem Katholischen Bildungswerk Köln und der Abteilung Erwachsenenseelsorge im Erzbistum Köln.

 „Komm, wir suchen einen Schatz!“ Dieses Motto hatten KinderbetreuerInnen und zwei Referenten und zwei Referentinnen für die Tage gewählt. Für die Teilnehmer, 18 Erwachsene und 20 Kinder, sollte es ein Wochenende zum Durchatmen sein mit vielen Freizeit-Angeboten, freier Zeit für die Eltern, aber auch spirituellen Impulsen und Gesprächsangeboten. „Die Seele soll wieder neu Kraft für einen herausfordernden Alltag schöpfen können“, wie es eine Teilnehmerin formulierte.

„Die Tage und Wochen nach der Flut waren eine harte Zeit“, sagt Jessica, die mit ihrem Sohn und ihrer Patentante angereist ist. Auch sie waren von der Flut betroffen, „der ganze Keller und Teile des Erdgeschoßes waren überflutet, unser Auto war weg. Alle unsere Erinnerungen lagerten in Kisten im Keller, die waren komplett weg!“ Mittlerweile hat die Familie ihre alte Wohnung in Satzvey aufgegeben und ist jetzt nach Zülpich umgezogen.

Christin lebt mit ihrer Familie in Rheinbach, auch bei ihr war der Keller komplett vollgelaufen. Von dem Wochenend-Angebot hat sie über ihren katholischen Kindergarten erfahren und sich dann sofort gemeldet. Mit ihren drei kleinen Kindern Jamal (3), Zandra (1,5) und Aleena (5) hat sie die Zeit gut nutzen können. „Wir sind sehr herzlich empfangen worden und ich hatte hier meine Momente, um zur Ruhe zu kommen. Das Herzblut bei den Kinderbetreuern hat man sehr gespürt. Und so konnte ich wirklich auch mal komplett loslassen und Dinge für mich Revue passieren lassen.“

Luca war einer der ehrenamtlichen Betreuer

Ehrenamtliches Team von jugendlichen Betreuern

Bewusst wurden für Eltern Freiräume geschaffen, die sie im gegenseitigen Austausch oder im Angebot von Einzelgesprächen mit den Referentinnen und Referenten nachgehen konnten. Die Jugendlichen Paulina, Philipp, Sarah, Hanna und Luca bildeten das fünfköpfige Betreuerteam, das den Kindern viel Aufmerksamkeit widmete: „Ich habe gemerkt, dass jedes Kind seine eigenen Bedürfnisse hat, was es jetzt braucht“, sagt Paulina vom Betreuerteam. „Für das eine Kind war das mal die Rennrunde mit anderen oder in die große Gruppe zu gehen, für ein anderes eher, etwas für sich zu machen, auch mal die Ruhe vor anderen Kindern zu haben.“  

Wichtig war den jugendlichen Betreuern die professionelle Vorbereitung speziell auf diese Tage: „Wir hatten im Vorfeld zum Wochenende eine Videoschulung mit einem Berater, der spezialisiert war auf Familien mit Kindern, die von Traumata betroffen sind und er hat uns erklärt, auf was wir achten sollten“, erklärt Sarah.

Gemeinsamer Gottesdienst am Sonntag

Vielfältige Angebote 

„Eine Familie kam mit einem 12-Jährigen und hatte Sorge, dass er keinen Anschluss bei so vielen kleinen Kindern findet, aber da war dann noch eine andere Familie mit einem Gleichaltrigen und das hat gut geklappt,“ sagt die Pastoralreferentin Donata Pohlmann aus Leverkusen. Sie gehört dem Arbeitskreis Familien an und war eine der ehrenamtlichen Referentinnen des Wochenendes.

„Es war eine intensive Zeit, dadurch, dass sich die meisten Familien untereinander vorher nicht kannten. Insgesamt war es ein harmonisches Miteinander, bei dem jeder auch viel Zeit für sich hatte mit den verschiedenen Angeboten, die gut genutzt wurden“, so das Resumee der Seelsorgerin.  

Auch für den Pastoralreferenten Markus Rischen war es eine gute Erfahrung: „Ich bin froh, hierhin gefahren zu sein, ich glaube die Menschen hatten eine gute Zeit hier. Es ist ein kleines Zeichen des Respekts und der Anerkennung von Kirche für die Leistung, die diese Menschen in den vergangenen Monaten vollbracht haben.“

Jeweils drei Stunden vormittags und nachmittags gab es Programmangebote, wie erlebnispädagogische Team-Spiele, Lagerfeuer und Stockbrot, Schmieden, vielfältige Workshops und Gesprächsangebote. Am Sonntagvormittag feierten alle den gemeinsamen Gottesdienst.

Weitere Angebote gewünscht

In der Schlussrunde war es vor allem das Bogenschießen und Schmieden, das bei Kindern und Jugendlichen gut ankam. Auch die Möglichkeit andere Leute kennenzulernen und gemeinsame Erfahrungen zu teilen, führte bei Erwachsenen und Kindern zu einer nachhaltigen Erfahrung. 

„Alle Kolleginnen und Kollegen haben das ehrenamtlich gemacht“ ist es Ursula Pies Brodesser von der Abteilung Erwachsenenseelsorge wichtig zu betonen. An dem Wochenende wurde ihr nochmal deutlich, wie wichtig solche Auszeiten und Seelsorge für die mehrfach belasteten Mütter und Väter sind. Gerade Menschen, die nicht so viel Geld haben, haben selten eine Chance wegzufahren. Die Teilnehmenden wünschen sich weitere Angebote. Für die Abteilung Erwachsenenseelsorge war das Wochenende jedoch ein einmaliger Beitrag zur Hilfe für von der Flut betroffene Familien.

Geschicklichkeitsspiele gehörten auch zum Programm