Erzbischöflicher Hilfsfonds | Stiftungszentrum

Hilfe leisten

In unserer Gesellschaft beobachten wir, dass die relative Armut seit Jahren steigt. Die körperliche, geistige oder seelische Not vieler Menschen wächst spürbar. Alters-, Kinder- und Familienarmut werden immer akuter. Hilfe zu leisten in dieser Not, ist Auftrag und Wesenselement der Kirche. Das Erzbistum Köln verfügt über Nachlässe und Schenkungen, deren Zweckbestimmung die finanzielle Unterstützung hilfsbedürftiger Personen ist. Zehn Sondervermögen wurden zum Erzbischöflichen Hilfsfonds zusammengefasst.

Der Erzbischöfliche Hilfsfonds dient der ideellen und materiellen Förderung von Menschen, die wegen ihrer finanziellen Situation oder aufgrund von Alter, Krankheit oder Behinderung hilfsbedürftig sind. Der Hilfsfonds gewährt insbesondere:

• Einzelfallhilfen in Form von finanziellen Zuwendungen an Privatpersonen, die sich in einer wirtschaftlichen oder persönlichen Notlage befinden.

• Eine Förderung von Projekten und Maßnahmen, die der Verhütung, Überwindung oder Milderung wirtschaftlicher oder persönlicher Hilfsbedürftigkeit dienen.

• Unterstützung in der Pflege und Betreuung alter und kranker Menschen zur Verbesserung ihrer Lebensumstände.

Der Erzbschöfliche Hilfsfonds nimmt auch Spenden entgegen. Gerne senden wir Ihnen für Ihre Spende eine Zuwendungsbestätigung zu. Bitte denken Sie daran, uns zu diesem Zweck Ihre Anschrift mitzuteilen.

Einzelfallhilfen

Katholische Einrichtungen, Verbände, Pfarrgemeinden können beim Erzbischöflichen Hilfsfonds einen Gesamtantrag für Einzelfallhilfen in Notfällen im Stiftungszentrum stellen. Bitte beachten Sie, dass ausschließlich Einrichtungen, keine Privatpersonen diesen Antrag stellen können. Anbei finden Sie dazu unsere Fördergrundsätze.

Das Antragsformular schicken wir Ihnen auf Anfrage zu. Wenden Sie sich bitte per Kontaktformular an Frau Theobald.

Das Leben wird unbezahlbar

Armut

„In unseren Einrichtungen begegnen wir täglich wirklich verzweifelten Menschen, die nicht mehr wissen, wie sie ihre Heizungs- oder Stromkosten oder die immer teurer werdenden Lebensmittel bezahlen sollen“, betonen übereinstimmend viele Vertreter von Caritas und Diakonie in diesen Tagen.

Aktuell stehen bei vielen Mietern sowohl Nachzahlungen als auch neue Abschläge für Heiz- und Stromkosten an. Für viele Betroffene, die ohnehin am Rande des Existenzminimums leben, sind diese Kosten kaum mehr zu bezahlen. 

Im Stiftungszentrum des Erzbistums Köln wurde, um akuter wirtschaftlicher Not zu begegnen, bereits vor sechs Jahren der Erzbischöfliche Hilfsfonds ins Leben gerufen. Er will Menschen unterstützen, die wegen ihrer finanziellen Situation oder aufgrund von Alter, Krankheit oder Behinderung hilfsbedürftig sind und bei denen staatliche Hilfen nicht greifen. 

In den Jahren 2017 bis 2021 wurden jeweils ca. 200 Anträge pro Jahr auf Einzelfallhilfen beim Erzbischöflichen Hilfsfonds eingereicht und in den meisten Fällen auch bewilligt. Die Bandbreite der Anträge reichte von der Anschaffung einer Brille über Mietzuschüsse bzw. Übernahme von Heizkosten bis zur Kostenbeteiligung an Klassenfahrten.

Altenhilfe und Kooperationen

Der Hilfsfonds fördert gezielt auch gerade ältere Menschen. Viele Seniorinnen und Senioren schämen sich aber, um Hilfe zu bitten oder sie anzunehmen. Manche sind aufgrund körperlicher oder mentaler Einschränkung auch gar nicht in der Lage, Hilfeanträge auszufüllen. Viele wissen nicht, an wen sie sich wenden können. 

Im Erzbistum Köln gibt es flächendeckend Anlaufstellen für Menschen, die sich in akuten Notsituationen befinden. Es bestehen bewährte Kooperationen von Kirchengemeinden mit Beratungsstellen der Caritas, bei den Lotsenpunkten in den Gemeinden finden Menschen in Not ein offenes Ohr, die Ortsverbände der katholischen Frauengemeinschaft (kfd) setzen sich insbesondere für Alleinerziehende ein. Alle diese Einrichtungen können unterstützt werden und wurden auch zum Teil schon in der Vergangenheit durch den Erzbischöflichen Hilfsfonds finanziell unterstützt. 

Hilfe erfolgt vor Ort

Da die Erfahrung zeigt, dass eine persönliche und der dem Sozialraum angepasste Betreuung nur vor Ort gewährleistet werden kann, werden Einzelfallhilfen, die der Erzbischöfliche Hilfsfonds vergibt durch die ortsnahen katholischen Träger direkt an Ort und Stelle an die Hilfebedürftigen ausgezahlt. Mit Hilfe des Erzbischöflichen Hilfsfonds konnte in der Vergangenheit schon das eine oder andere Mal verhindert werden, dass Strom abgestellt wurde oder dass Menschen in ihren Wohnungen frieren müssen. Die Kooperationen mit den Sozialberatungsstellen soll in Zukunft noch weiter ausgebaut werden. Und darüber hinaus wird derzeit verstärkt Kontakt zu weiteren sozialen und kirchlichen Einrichtungen aufgenommen.

Die Aufgabe, die finanzielle Belastung durch die enorm gestiegenen Energie- und Lebenshaltungskosten aufzufangen ist eine gesamtgesellschaftliche Herkulesarbeit. Sie betrifft unter anderem auch viele Einrichtungen, die in der Pflege, in der Sozialarbeit, aber auch in der Betreuung bedürftiger Personen und oder katholischen Verbandsarbeit tätig sind. Durch die finanziellen Mittel des Erzbischöflichen Hilfsfonds bietet sich dem Erzbistum Köln die Möglichkeit einen Beitrag für diese Aufgabe zu leisten.