KV-Newsletter | Ausgabe Februar 2021

2. Februar 2021

KV-Newsletter | Ausgabe Februar 2021

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Schlagwort „Digitalisierung“ begleitet uns seit Jahren. Die gegenwärtige Situation der anhaltenden Pandemie hat entsprechende Forderungen und Entwicklungen noch verstärkt. Dabei geht es vor allem um den Bereich der Kommunikation. Die Technik kann und soll aber auch Verwaltungsprozesse erleichtern und die Verantwortlichen von Aufgaben entlasten. Ein Beispiel können wir Ihnen heute vorstellen, der den Betrieb von Kindertagesstätten effizienter macht: Ein digitales Modul wird den mit der Verpflegung in Kitas verbundenen Organisationsaufwand erheblich vereinfachen. 

Die Anpassung an zeitgemäße Standards verfolgt auch das Projekt zur Umstellung der Bilanzierung und Neuregelung der Umsatzbesteuerung, mit dem das Generalvikariat die Kirchenvorstände bei zwei anstehenden Aufgaben unterstützt: der Vorbereitung auf die künftige Umsatzsteuerpflicht und die Umstellung auf kaufmännische Buchführung. Was es mit dem HGB-Standard bei Jahresabschlüssen von Kirchengemeinden auf sich hat, erfahren Sie ebenfalls in diesem Newsletter.

Mit herzlichen Grüßen

Msgr. Markus Bosbach
Leiter der Hauptabteilung Seelsorgebereiche

Optimierung des Verpflegungsprozesses in den katholischen Kindertageseinrichtungen durch Einführung des KiTaPLUS Verpflegungsportal

Der Rollout des neuen Moduls KiTaPLUS Verpflegungsportal hat begonnen. Mit dem Verpflegungsportal wird der Verpflegungsprozess in den Kitas deutlich vereinfacht, effizienter, flexibler und transparenter für alle (Verwaltung, Träger, Kita, Eltern). Von der Angebotsverwaltung über die Guthabenstände der Eltern, die Zuschussverwaltung, automatischen Erinnerungsfunktionen an die Eltern bei geringem Guthabenstand oder Auslaufen von Zuschussbewilligungen bis hin zu einem Mahnmodul ist der komplette Prozess der Essensgeldverwaltung nun in einem System vereint. Das heißt, neben den Rendanturen haben auch die Träger und Kitaleitungen jederzeit den aktuellen Überblick über die Guthabenstände der Eltern, deren Zuschüsse oder etwaige Mahn- und Außenstände. Papiergebundene Verpflegungsverträge sowie eine Vielzahl von Meldeprozessen entfallen. 

Einen detaillierten Überblick über die Funktionalitäten bietet dieser Artikel sowie das Rundschreiben vom September letzten Jahres. Darüber hinaus finden seit Oktober 2020 Online-Schulungen zum Umgang mit dem neuen Modul statt. Einen Link zum aktuellen Schulungsangebot finden Sie über die KiTaPLUS-Startseite. Außerdem steht Ihnen Frau Jana Fricke aus dem Referat Kindertageseinrichtungen & Familienzentren bei Fragen gerne zur Verfügung. Zur konkreten Umstellung wenden Sie sich bitte an Ihre zuständige Regionalrendantur.

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Umstellung der Bilanzierung und Neuregelung der Umsatzbesteuerung

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Dezember haben wir auf die Umstellung der Rechnungslegung kirchlicher Köperschaften auf die Standards des Handelsgesetzbuchs (HGB) hingewiesen und Sie über den Status dieses Teilprojekts informiert. Im heutigen Newsletter geben wir einen ausführlichen Überblick über die Änderungen durch die Umstellung auf den HGB-Standard. Zur Einführung in das Thema und seine Grundlagen bieten wir zudem ein Webinar an. Zwei Termine stehen zur Auswahl. Melden Sie sich an!

Die Testphase zur Vorbereitung auf die Umsatzbesteuerung von Kirchengemeinden, Kirchengemeindeverbänden und Gemeindeverbänden geht übrigens mit gleicher Intensität weiter. Nutzen Sie die Zeit, um die für die Neuregelung erforderlichen Abläufe zu etablieren! Anleitungen und Arbeitshilfen dafür finden Sie auf unserer Projekt-Website www.erzbistum-koeln.de/bilanzierung

Beste Grüße

Holger Richter
Projektleiter

Was ist neu bei einem Jahresabschluss nach HGB?

Im Rahmen der Fortentwicklung des Rechnungswesens der kirchlichen Körperschaften und der Umstellung der Jahresabschlüsse auf die Grundsätze und Standards des Handelsgesetzbuchs (HGB) ergeben sich zukünftig einige Änderungen. Sie betreffen den Aufbau der Bilanz, die einige neue Positionen erhält, und die Ergebnisermittlung.

Die wesentlichen Neuerungen eines zukünftigen HGB-Abschlusses resultieren vorrangig daraus, dass nicht mehr die konkreten Geldflüsse, also die Ein- oder Auszahlungen, sondern Aufwendungen und Erträge als Steuerungsgrößen fungieren. Aufwendungen und Erträge knüpfen an die wirtschaftliche Verursachung an. Sie werden deshalb – unabhängig vom Zahlungszeitpunkt – in der Periode (Kalenderjahr) gebucht, in der sie entstanden sind. Im Vergleich zur bisherigen Verfahrensweise, der sogenannten Kameralistik, gewinnen dadurch die Informationen aus dem Rechnungswesen deutlich an Klarheit. Die zusätzlichen Informationen verbessern zudem die Steuerungsmöglichkeiten erheblich.

Im Jahresabschluss einer Kirchengemeinde kommen konkret folgende Bilanzpositionen neu hinzu oder werden neu bewertet:

  • Sachanlagevermögen (neu bewertet) sowie Abschreibungen darauf (über die Gewinn-und-Verlust-Rechnung)
  • Sonderposten
  • Rückstellungen

Die folgenden Positionen liefern künftig wichtige Informationen zur Ertragslage:

  • Anlagevermögen und Abschreibungen
    Als Anlagevermögen werden die gemäß ihren Anschaffungskosten (oder in der Eröffnungsbilanz hilfsweise mit dem vorsichtigen Zeitwert) bewerteten Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens bilanziert. Es umfasst alle Anschaffungen, die dauerhaft dem kirchlichen Betrieb dienen sollen. Das sind insbesondere die Grundstücke, Gebäude, technischen Anlagen und Fahrzeuge sowie die Betriebs- und Geschäftsausstattung. Zum Beispiel führt der Kauf eines Gebäudes zukünftig in der Bilanz zu einem „Tausch“ von Geldvermögen gegen Sachanlagen, statt wie bisher ausschließlich zu einem Geldabfluss.

    Da das Sachanlagevermögen in der Regel über einen längeren Zeitraum Verwendung findet, soll die Nutzungsdauer auch im Rechnungswesen abgebildet werden. Deshalb werden die aktivierten Anschaffungskosten kontinuierlich abgeschrieben, das heißt gleichmäßig auf die Kalenderjahre der voraussichtlichen Nutzung verteilt. Lediglich Grundstücke werden nicht abgeschrieben, da sie keiner sogenannten Abnutzung unterliegen. Sie bleiben also in der Regel mit ihrem ursprünglichen Wert in der Bilanz erhalten.

  • Sonderposten
    Insbesondere für pfarrlich genutzte Gebäude erhalten Kirchengemeinden Zuschüsse vom Erzbistum Köln. Diese Zuschüsse werden zukünftig nicht mehr im Kalenderjahr der Zahlung als Ertrag bzw. gewinnerhöhend verbucht, sondern auf der Passivseite in einen sogenannten Sonderposten eingestellt. Dieser Sonderposten wird über die Nutzungsdauer parallel zu den Abschreibungen des bezuschussten Gebäudes aufgelöst. So wird die Gewinn-und-Verlust-Rechnung der Kirchengemeinde mit der schrittweisen Auflösung des Sonderpostens und der Abschreibung auf den Eigenanteil zeitlich verteilt belastet. Damit wird eine Aufwandsdarstellung möglich, die den tatsächlichen Verhältnissen besser entspricht. Darüber hinaus werden im Sonderposten zukünftig auch rechtlich unselbständige Vermögen ausgewiesen. Dies betrifft zum Beispiel Messtiftungen.

  • Rückstellungen
    Für Sachverhalte, bei denen die Höhe der Kosten und/oder Fälligkeitstermin ungewiss sind, werden zukünftig Rückstellungen auf der Passivseite der Bilanz gebildet. Sie dienen dazu, periodengerecht zuzuordnen, in welchem Jahr die Verursachung liegt. Die Rückstellung für ausstehende Rechnungen ist dafür ein Beispiel: Ein Malermeister renoviert im Dezember einige Räume des Pfarrheims. Er kommt aber erst im Juli dazu, die Abschlussrechnung zu schicken. Der Jahresabschluss der Kirchengemeinde soll aber bereits im April fertig gestellt werden. Die Kirchengemeinde bilanziert deshalb eine Rückstellung für die Malerrechnung. So kann sie den Abschluss finalisieren und den Aufwand im richtigen Jahr zuordnen.

Auswirkungen auf das Jahresergebnis

Die genannten Neuerungen berühren die Gewinn-und-Verlust-Rechnung und haben damit Auswirkungen auf das Jahresergebnis. Grundsätzlich wird im Vergleich zur bisherigen Bilanzierung ein Glättungseffekt eintreten. Das bedeutet, dass positive Ausschläge, die zum Beispiel durch erhaltene Zuschüsse erzielt wurden, sowie negative Ausschläge, die zum Beispiel durch einen Immobilienerwerb hervorgerufen wurden, nicht mehr einschlägig sein werden. Dafür wird zukünftig die laufende Abschreibung während der Dauer der Laufzeit die Jahresergebnisse belasten.

Die Steuerung des Haushalts der Kirchengemeinde über den Wirtschaftsplan sowie die Analyse eventueller Abweichungen werden zukünftig das zentrale Kontroll- und Planungsinstrument darstellen.

Webinar „Umstellung der Bilanzierung gemäß den Grundsätzen des Handelsgesetzbuchs (HGB). Einführung und Grundlagen“

Die kirchlichen Körperschaften im Erzbistum Köln stellen ihr Rechnungswesen um. Künftig folgen die Jahresabschlüsse der Kirchengemeinden den im Handelsgesetzbuch (HGB) festgelegten Standards. Was ändert sich dadurch in Bilanz und Ergebnisrechnung? Welche Konsequenzen hat die Umstellung für das Rechnungswesen? Diese und weitere Fragen beantwortet das Webinar „Umstellung der Bilanzierung gemäß den Grundsätzen des Handelsgesetzbuchs (HGB). Einführung und Grundlagen“. Tobias Winkeler und Philipp Schier, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bei der KPMG AG, erläutern in kompakter Form die Grundlagen der kaufmännischen Bilanzierung. Sie erklären, was sich für Kirchengemeinden beim Jahresabschluss ändert und welchen Nutzen das neue Verfahren für die Finanzplanung hat. 

Das Webinar „Umstellung der Bilanzierung gemäß den Grundsätzen des Handelsgesetzbuchs (HGB). Einführung und Grundlagen“ findet an zwei Terminen statt:

Donnerstag, 4. März 2021, 18.00 Uhr    zur Anmeldung

Dienstag, 9. März 2021, 18.00 Uhr        zur Anmeldung 

Die Veranstaltung dauert jeweils rund 45 Minuten. Für die Teilnahme ist lediglich ein Computer mit Internetanschluss erforderlich. Im Laufe des Anmeldeprozesses erhalten Sie Hinweise zum Download einer App, die die Teilnahme ermöglicht. Die für die Registrierung erforderliche E-Mail-Adresse wird ausschließlich für den Anmeldevorgang und den Zugang zur Veranstaltung genutzt. Die Datenschutzhinweise des Systemanbieters LogMeIn Inc. finden Sie hier.

 

Das Newsletter Archiv

Unsere Newsletter der vergangenen Monate mit interessanten Informationen haben wir für Sie in unserem Archiv bereitgestellt.

 
Impressum

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Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR)
Vertreten durch:
Generalvikar Dr. Markus Hofmann
Marzellenstraße 32
50668 Köln
0049 (0)221 1642 1070
E-Mail: seelsorgebereiche@erzbistum-koeln.de
Umsatzsteuer-Identifikations-Nr.:
Ust-IdNr. DE 122 777 469
Verantwortlich i. S. v. § 55 Abs. 2 Msgr. Markus Bosbach