KV-Newsletter | Ausgabe Juni 2021

8. Juni 2021

KV-Newsletter | Ausgabe Juni 2021

Liebe Leserin, lieber Leser,

von Digitalisierung ist derzeit viel die Rede. Während der Corona-Pandemie soll die Kommunikationstechnik uns helfen, Verbindungen zu halten, den Austausch zu pflegen und das soziale Leben aufrecht zu halten. Doch natürlich ist die persönliche Begegnung nicht durch Technik zu ersetzen, und wir freuen uns auf ein baldiges Ende der Beschränkungen. 

Digitalisierung vereinfacht aber auch die Verwaltung und Steuerung von Einrichtungen, Projekten und Vorgängen in Kirchengemeinden, Kirchengemeindeverbänden und Gemeindeverbänden. Dabei macht das Erzbistum Köln Fortschritte, von denen wir Ihnen in der heutigen Ausgabe des KV-Newsletters berichten. 

 

Mit besten Grüßen

Gordon Sobbeck
Leiter der Hauptabteilung Finanzen und Ökonom des Erzbistums Köln

Abrechnung der Verpflegungsentgelte in Kindertageseinrichtungen

Über die Einrichtung des KiTaPLUS Verpflegungsportals hat der KV-Newsletter in der Februar-Ausgabe 2021 berichtet. Das Portal wird voraussichtlich am 1. August 2021 starten. Mit der Entwicklung des Portals konnten gleichzeitig Verwaltungsprozesse vereinfacht werden. Diese Straffung und Standardisierung erlaubt den Kita-Trägern und Regionalrendanturen eine effizientere Abrechnung und Verwaltung der Verpflegung. So ist nun neben der bisher verbindlichen Abrechnung mittels Pauschale eine taggenaue Abrechnung möglich, je nach lokalem Bedarf. Um sie bei der Wahl zwischen pauschalisierten und taggenauen Abrechnungsmodellen zu unterstützen, steht den pfarrlichen Trägern katholischer Kindertageseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen eine Entscheidungshilfe zur Verfügung. Die Handreichung, die per Rundschreiben am 19. Mai 2021 allen Trägern übermittelt wurde, ist zudem im GVB-Portal unter der Rubrik „Kita-Mitteilungen“ unter anderem für alle Verwaltungsleitungen abrufbar. Sie geht detailliert auf einzelne Kostenkomponenten ein und enthält auch eine Vorlage, mit der das Verpflegungsentgelt kalkuliert werden kann. 


Umstellung der Bilanzierung und Neuregelung der Umsatzbesteuerung

Sehr geehrte Damen und Herren,

die in den vergangenen Newsletter-Ausgaben begonnene Themenreihe zur Umstellung der Bilanzierung auf HGB-Standard setzen wir heute mit einer ausführlichen Erläuterung zur Bewertung von Immobilien fort. Die angemessene Bewertung setzt eine Inventarisierung der kirchlichen Gebäude voraus. 

Im Mai haben wir dazu an dieser Stelle über das zentrale Projekt „Gebäudeerfassung im Erzbistum Köln“ berichtet. Die Darstellung enthielt Fehler und hat zu Missverständnissen geführt, auf die uns einige Leserinnen und Leser aufmerksam gemacht haben. Zur Klarstellung möchten wir deshalb darauf hinweisen, dass die Gebäudeerfassung ein eigenständiges Projekt ist und nicht zum Projekt „Bilanzierung“ gehört. Die vollständige Inventarisierung im Sinne der Bilanzierung ist insofern weder ihre Aufgabe noch ihr Ziel. Die ermittelten und erfassten Daten sind jedoch für die Kirchengemeinden eine große Hilfe bei der Betrachtung und Entwicklung ihres jeweiligen Gebäudebestands. Darüber hinaus können die Grunddaten als Grundlage für die Bilanzierung herangezogen werden. 

Die digitale Erfassung der Daten in einem zentralen Gebäudeportal ermöglicht den Verantwortlichen bei Bedarf einen leichten Zugriff auf die im Übrigen selbstverständlich geschützten Informationen, die nicht allgemein zugänglich sind. Der Zugriff von Gremienmitgliedern auf die Daten und abgelegten Dokumente zu ihrer Kirchengemeinde erfolgt zukünftig in der Regel über die Regionalrendanturen, auch ist ein Einblick in das IT-System und die Dokumente durch die Verwaltungsleitungen möglich. Ein direktes Freischalten von Kirchenvorstandsmitgliedern auf das System ist aufgrund der aufwändigen Rechtestruktur im Moment leider noch nicht umsetzbar. 

Neben der Umstellung der Bilanzierung setzen wir die Testphase zur Anpassung an die künftige Umsatzsteuerregelung fort. Die Erfahrungen des Projektteams fließen in die Aktualisierung bestehender und die Erstellung neuer Arbeitshilfen ein. Zwei Vorlagen stellen wir heute vor.

 

Beste Grüße

Holger Richter
Projektleiter

Die Bewertung von Grundstücken und Gebäuden

Die kaufmännische Bilanzierung verlangt die handelsrechtliche Bewertung von Grundstücken und Gebäuden. Dafür hat der Gesetzgeber klare Vorschriften erlassen. Sie stellen Transparenz und Vergleichbarkeit sicher und schieben der willkürlichen Bewertung einen Riegel vor. Das Handelsgesetzbuch (HGB) sieht für die Bilanzierung grundsätzlich das Prinzip der Anschaffungs- und Herstellungskosten vor. Bei sehr vielen Grundstücken und Gebäuden von Kirchengemeinden fehlen allerdings entsprechende Angaben. In diesen Fällen ist ein belastbarer Vergleichswert zu ermitteln, nach herrschender Meinung ein vorsichtiger Zeitwert.

Gängige Methoden für die Ermittlung dieses Vergleichswertes sind unter anderem das Ertragswertverfahren, das Vergleichswertverfahren und das Sachwertverfahren. Maßgebend für das Vorgehen bei der Bewertung ist die Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV). Grundstücke und Gebäude werden dabei getrennt voneinander bewertet und bilanziert. Für Kirchengemeinden sind vier Kategorien der Herangehensweise relevant: 

1. Erbpachtgrundstücke
2. Gebäude in der Drittnutzung (Vermietung)
3. Unbebaute und bebaute Grundstücke
4. Gebäude in der pfarrlichen Nutzung

Die Bewertung der Grundstücke und Gebäude erfolgt entsprechend ihrer Nutzung: 

Erbpachtgrundstücke und vermietete Gebäude werden mit dem sogenannten Ertragswert bewertet. Denn bei diesen Immobilien steht keine pfarrliche Nutzung im Vordergrund, es wird vielmehr eine Gewinnerzielungsabsicht verfolgt. Die Erträge aus der Überlassung dienen der Förderung kirchlicher Zwecke. In diesen Fällen wird die vertraglich vereinbarte Jahrespacht oder die Miete für die Ermittlung zugrunde gelegt und mit einem risikoadäquaten Zinssatz bewertet. Der bauliche Zustand und andere Faktoren, die den Wert beeinflussen, werden zusätzlich berücksichtigt.

Unbebaute und bebaute Grundstücke werden mit dem vorsichtigen Bodenrichtwert bewertet. Dabei werden alle wertbeeinflussenden Parameter berücksichtigt. Faktoren wie allgemeine öffentliche Flächen (zum Beispiel Gehwege, Plätze), Bachläufe oder Waldflächen fließen als Besonderheiten in die Bewertung ein. Die Bewertung wird aus vorsichtiger Ermittlung mit einem Erinnerungswert angesetzt.

Gebäude in der pfarrlichen Nutzung werden anhand des sogenannten Sachwertverfahrens bewertet. Dieses Verfahren eignet sich, wenn zukünftig kein Ertrag durch Mieteinnahmen zu erwarten ist. Das ist bei Pfarrheimen, Kindertagesstätten und ähnlichen Gebäuden der Fall. Der Wert wird in Anlehnung an eine mögliche Beschaffung beziehungsweise eine Wiederherstellung ermittelt. Dabei spielen Daten, die im Rahmen des Projektes „Gebäudeerfassung“ erhoben werden, eine wichtige Rolle, denn die Bauweise, die Zahl der Geschosse oder die Bruttogeschossfläche werden in der Ermittlung berücksichtigt. Kirchengebäude nehmen eine Sonderstellung ein. Sakralbauten haben eine außergewöhnliche architektonische Form, lassen sich keinem Marktpreis zuordnen, sind grundsätzlichen unveräußerlich und beanspruchen jährlich hohe Instandhaltungskosten. Deshalb werden Kirchen nur mit einem Erinnerungswert bilanziert.

Im Ergebnis soll die Wertermittlung zu einer vorsichtigen, aber belastbaren Bewertung aller Grundstücke und Gebäude führen. Entsprechend bildet die handelsbilanzielle Folgebewertung den Werteverzehr in der Ergebnisrechnung (Gewinn- und Verlustrechnung) ab. Die Bewertung nach HGB erfüllt deshalb nicht nur die Anforderungen der Transparenz, sie erlaubt außerdem eine verbesserte Steuerung des Immobilienbestands.

Umsatzsteuer-Neuregelung: Neue Arbeitshilfen verfügbar

Die auf der Projekt-Website verfügbaren Arbeitshilfen werden kontinuierlich angepasst und ergänzt. Aktuell ist in neues Dokument verfügbar, eine Vorlage wurde aktualisiert.

  • Das neue Informationsblatt Friedhofsleistungen informiert detailliert über die umsatzsteuerliche Behandlung von Tätigkeiten, die bei Bestattungen und der Grabpflege auf Friedhöfen anfallen. Der Leitfaden nennt konkrete Leistungen und nimmt jeweils eine steuerliche Zuordnung vor.  
  • Die „Kostenstellenmatrix“ wurde aktualisiert. Die Übersicht der Kostenstellen in der Finanzbuchhaltung wurde um den Bereich „Kita NRW ab 01.08.2020“ ergänzt. In diesem Bereich haben sich die Ausprägungen und Verdichtungen geändert. Außerdem ist die Kostenstelle „Flexibilisierung“ hinzugekommen. Es wird gebeten, künftig die aktuelle Fassung der Kostenstellenmatrix zu nutzen.

 

Das Newsletter Archiv

Unsere Newsletter der vergangenen Monate mit interessanten Informationen haben wir für Sie in unserem Archiv bereitgestellt.

 
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Umsatzsteuer-Identifikations-Nr.:
Ust-IdNr. DE 122 777 469
Verantwortlich i. S. v. § 55 Abs. 2 Gordon Sobbeck