Kunst: Ausstellungen im Verleih

Ausstellungen im Verleih

Die aufgeführten Wanderausstellungen und Materialien können Sie ausleihen bzw. bestellen.

Willi Baumeister, „Salome und Herodias“, 1946 © VG Bild-Kunst 2019

In seinem Buch: „Das Unbekannte in der Kunst“ behauptet Willi Baumeister, dass ein Gemälde durch die Nachahmung der Natur die Natur nicht darstellt, sondern eher in den konventionellen Formen zur „Wachsleiche“ erstarren lässt. Der Künstler hielt geometrische und offene Farbkompositionen für geeigneter, um die Vorstellung von Werden und Vergehen anzuregen. In den letzten Kriegsjahren schrieb der Maler, Grafiker, Bühnenbildner, Kunsttheoretiker und Hochschullehrer sein Plädoyer für die Abstraktion. Seine kunsttheoretischen Überlegungen konnten erst 1946 erscheinen, da Willi Baumeister während der nationalsozialistischen Diktatur dem Berufsverbot unterlag. Während seines Studiums an der Kunstakademie in Stuttgart bei Adolf Hölzel interessierte Baumeister sich zunehmend für Kunstformen der Steinzeit, der Antike sowie für Schriftzeichen des arabischen und chinesischen Kulturraums, in deren Formen er eine stärkere und ursprüngliche Ausdruckskraft entdeckte. Einige dieser Elemente finden sich auch in der 1946 entstandenen zwölfteiligen Bildfolge „Salome und der Prophet“ wieder.

 

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Michael Bleyenberg, "spero lucem", 2003 © Volker Strüh

„Ich erhoffe Licht“ ist nicht nur der Titel eines Kunstwerks von Michael Bleyen- berg, sondern kann ganz allgemein als Charakterisierung seiner Arbeitsweise verstanden werden. Michael Bleyenberg beschreibt sich als einen Künstler, der mit Licht malt.

Von der klassischen Malerei herkommend führte ihn der Weg zur Holografie. Mit dieser Technik schafft er leuchtende Bilder und abstrakte Skulpturen aus kalkulierten Lichtbrechungen. Ohne genauere Kenntnisse der physi- kalischen Gegebenheiten lässt sich der Entstehungsprozess kaum beschreiben. Doch der Künstler findet eine einfache Analogie: „Ich male mit dem Regenbo- gen.“ Aus kalkulierten Lichtbrechungen entstehen leuchtende Bilder und abstrakte Skulpturen. 

 

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Marc Chagall, "Moses empfängt die Gesetzestafeln", (Mourlot 123), 1956 © VG Bild-Kunst 2019

Moische Chazkelewitsch Schagalow, der sich später Marc Chagall nannte, zog seit seiner frühsten Jugend die Bibel in ihren Bann. In seinen Gemälden, Zeichnungen, Druckgrafiken, Bühnenbildern, Glasfenstern und anderen Werken finden sich zahlreiche Themen religiösen Inhalts.

Aber nicht nur das Buch der Bücher war für ihn Inspirationsquelle, sondern auch Elemente profaner Literatur, Musik und Gegenstände der Lebenswelt seiner Heimatstadt Witebsk. Auch Motive aus seiner Zeit in Paris fanden Eingang in seine Kunst. 

 

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Marc Chagall, "Der Künstler Bezalel", (Mourlot 464), 1966 © VG Bild-Kunst 2019

Die Bilder zum biblischen Buch Exodus des russischen Künstlers Marc Chagall entstanden im Jahr 1966. Geschildert wird der Auszug des Volkes Israel aus Ägypten, die Errettung Israels am Schilfmeer und der Bundesschluss am Sinai unter der Führung des Propheten Mose. Der später in Frankreich lebende Künstler nahm diese jüdische Geschichte nie als Einzelschicksal wahr, sondern beschrieb sie als allgemeingültiges Beispiel. Auch in diesem Bildzyklus setzte er das Thema der Befreiung, des Auszuges und des Weges in einen zeitlos über sich hin- ausweisenden Zusammenhang. Chagall wollte „Maler für alle Menschen“ sein. 

 

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Salvador Dalí, "Der Nachen mit dem Engel als Fährmann", 1960 © Salvador Dalí, Fundació Gala-Salvador Dalí / VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Der spanische Künstler Salvador Dalí beschäftigte sich in den 1950er Jahren in- tensiv mit der „Divina Commedia“, dem Hauptwerk des 1265 in Florenz gebore- nen Dichters und Philosophen Dante Alighieri (1265-1321).

Dalí erhielt den Auftrag, die zwischen 1307 und 1321 entstandenen Verse des be- rühmten italienischen Autors zu illustrieren. Die in 100 „Gesänge“ unterteilten Gedichte über die Jenseitsvorstellungen des Mittelalters vergegenwärtigte Dalí in 100 Aquarellen, die dann als Druckvorlagen verwendet wurden.

 

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Ulrich Dohmen, "Zeichen der Passion, VII", 1999-2001 © VG Bild-Kunst 2019

Ulrich Dohmens Bildzyklus „Zeichen der Passion“ orientiert sich an kunsthistorischen Vorbildern und religiös-philosophischen Fragen des christlichen Kreuzwegs, doch vermied der Künstler bewusst eine erzählerische Darstellung der brutalen Hinrichtung Jesu.

Allen seinen 14 Bildern gemeinsam ist, dass auf jedem der schmalen Hochformate eine helle Farbfläche über dunklem Grund zu schweben scheint. Darin eingeschrieben hat Ulrich Dohmen verschiedene Zeichen, Pfeile, kleine Rechtecke, Kreuzformen, Farbbalken und Farbverläufe. Auf dem einfarbigen Grund treten sie wie Ereignisse auf. 

 

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Wolf Erlbruch, der vor allem als Bilderbuchkünstler bekannt ist, entwarf von 1994 bis 2017 fast jährlich den „Kinderzimmerkalender“ für den Peter Hammer-Verlag in Wuppertal. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von 40 dieser Blätter mit den Jahresthemen: „Groß und Klein“, „Glück“, „Zeit“ sowie „Nur Mut“. Aus Papiercollagen und Zeichnungen lässt Wolf Erlbruch eigenwillige menschliche und tierische Figuren entstehen. Die urtümlichen Persönlichkeiten positioniert er stets spannungsvoll auf dem Untergrund. Bravheit ist auch im kompositorischen Sinne Fehlanzeige. Mit übergroßen Nasen und Augen fliegen sie durch die Luft oder stecken mit dem Kopf in Blumenvasen. 

 

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Max Ernst, "Lewis Carrolls Wunderhorn", Nr. III, 1970 © VG Bild-Kunst 2019

Mit „Lewis Carrolls Wunderhorn“, einer Mappe mit 36 Farblithografien, ehrte der in Brühl geborene Max Ernst den britischen Schriftsteller, Fotografen, Mathematiker und Diakon Charles Lutwidge Dodgson (1832-1898).

Unter dem Künstlernamen Lewis Carroll verdankte Dodgson seinen literarischen Erfolg in erster Linie dem Buch „Alice im Wunderland“. Er entwarf eine fantastische Welt, in der die Autorität der mathematischen Logik und gesellschaftlich anerkannten wissenschaftlichen (Denk-)Strukturen ins Wanken geraten. 

 

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Götz Sambale, "Könige", 2012 © VG Bild-Kunst 2019

Ein Schwerpunkt im Werk des Bildhauers Götz Sambale bilden die „Könige“, kleinformatige Bronzeskulpturen auf hohen Holzsockeln. Der Künstler konzentriert sich hier auf die Darstellung einer inneren menschlichen Haltung. Die meist jugendlichen Figuren begegnen ihrer Umwelt mit einem offenen Körperausdruck auf Augenhöhe. Nicht immer können sie eindeutig als männlich oder weiblich identifiziert werden und auch die Gesichtszüge sind nicht durch individuelle Merkmale geprägt. Egal ob sie hocken, stehen oder sitzen, sie überraschen die Betrachtenden durch ihr unmittelbares, selbstverständliches Erscheinen. 

 

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Emil Schumacher, "Genesis", VI, 1998 © VG Bild-Kunst 2019

Der in Hagen geborene Künstler Emil Schumacher studierte an der Kunstgewerbe-schule in Dortmund freie Grafik und entwickelte nach dem Zweiten Weltkrieg eine gestische, informelle Bildsprache. Er konzentrierte sich dabei weitgehend auf die Ausdruckskraft der Farbe. Seine Arbeiten erreichen durch einen dickflüssigen, mehrschichtigen Farbauftrag oft plastische Ausmaße.

Ein Jahr vor seinem Tod illustrierte er den Bibeltext des Buches Genesis von der Erschaffung der Erde bis zum Turmbau zu Babel. Mit ursprünglichen, spröden Liniengeflechten auf schrundigem Grund erinnert Schumacher an mythischen Schriftzeichen und Höhlenmalereien. Seine Kompositionen ergänzt er mit wenigen figürlichen Motiven, so dass die Assoziationen der Betrachter/-innen auf die Entwicklung des Lebens aus dem Chaos gelenkt werden.

 

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