Start Kontakt Sitemap

KirchenMusikWoche: 16.-23. Juni 2018

Feierliche Gottesdienste in Köln und ganzem Erzbistum

Feierliche Gottesdienste in Köln und ganzem Erzbistum

> Mehr
Mitmach-Chorfest in der Lanxess-Arena

Mitmach-Chorfest in der Lanxess-Arena

Orgel: die Königin der Kirchenmusik

Orgel: die Königin der Kirchenmusik

> Mehr
Tag der Kammerchor-Konzerte im Erzbistum Köln

Tag der Kammerchor-Konzerte im Erzbistum Köln

> Mehr
Düsseldorf: Symposion Kirchenmusik

Düsseldorf: Symposion Kirchenmusik

Themenwoche "einfach himmlisch" im Domforum

Themenwoche "einfach himmlisch" im Domforum

> Mehr

"Einfach himmlisch!" feierlich eröffnet - Mit allen Sinnen Gott begegnet

Fotos ►

Bachs h-Moll-Messe in St. Maria im Kapitol bildete den Auftakt der KirchenMusikWoche 2018 Domkapitular Dominik Meiering predigte über das Thema Heimat Bachs h-Moll-Messe in St. Maria im Kapitol Bachs h-Moll-Messe in St. Maria im Kapitol Bachs h-Moll-Messe in St. Maria im Kapitol Probe zu Bachs h-Moll-Messe in St. Maria im Kapitol Probe zu Bachs h-Moll-Messe in St. Maria im Kapitol

Bachs h-Moll-Messe bildete zum Auftakt der KirchenMusikWoche im Erzbistum den musikalischen Rahmen für eine dreieinhalbstündige Eucharistiefeier in St. Maria im Kapitol. Im Zentrum der Liturgie stand der Begriff „Heimat“.

 

Wer bis Punkt Mitternacht ausgeharrt hatte, konnte sich reich beschenkt fühlen. Denn er hatte ein liturgisches Fest mit allen Sinnen erlebt. Die Einbettung von Bachs h-Moll-Messe in eine Eucharistiefeier, ergänzt um sorgfältig gewählte Texte aus der Bibel, aber auch aus der Gegenwartsliteratur zu den aktuellen Themen „Heimatsuche“, „Heimatverlust“, „Exil“ und „Aufbruch“, sorgte stellenweise nicht nur für Gänsehautfeeling.

 

Vieles war anders als sonst. Statt großartiger Orgelfanfaren zum Introitus, tasteten sich zunächst Kinder einer Kölner Grundschule mit ihren Taschenlampen, den Boden im Dunkeln absuchend, durch den Kirchenraum; und dann setzte auch schon das Kyrie des Chores ein. Später – das aber erschließt sich erst gegen Ende – werden dieselben Kinder eine Metamorphose durchmachen, sich als Friedensboten verstehen und aufrecht, in bunten T-Shirts strahlend die Kirche wieder verlassen: Die kleinen Flüchtlinge, die heimatlos umherirrten, sind angekommen in ihrer neuen Welt; haben gefunden, was sie nach einer zermürbenden Fluchtgeschichte ersehnt hatten.

 

Anders erscheint auch die Architektur der romanischen Innenstadtkirche an diesem Abend. Eine ungewöhnliche Ausleuchtung der Konchengewölbe setzt Akzente, hebt filigranes Maßwerk oder die typischen Würfelkapitelle hervor – nicht zum Selbstzweck, eher unaufdringlich und dezent, mehr zur Unterstützung des Gesamtkunstwerkes, als das sich diese Danksagungsmesse mit Domkapitular Dr. Dominik Meiering zum 150-jährigen Bestehen des Diözesan-Cäcilienverbandes zeigt.

 

Hinter dem Lettner haben der rund 50 Stimmen starke Figuralchor Köln und das Cölner Barockorchester unter der Leitung von Richard Mailänder Aufstellung genommen. Für diese Stunden sind die Sänger und Musiker die Protagonisten und gleichzeitig Teil eines einzigartigen und sehr berührenden liturgisch-musikalischen Gesamtgeschehens, das es so nicht alle Tage gibt und das daher eine Vielzahl an Bach-Fans und Liturgiebegeisterte auf den Plan gerufen hat.

 

Die Kirche ist mit einigen hundert Besuchern gut gefüllt. Sie erleben, was es heißt, eine ursprünglich für den sakralen Raum geschriebene Monumentalkomposition für gemischten Chor und Orchester, das große Vokalwerk, an dem der Leipziger Thomas-Kantor Bach insgesamt 15 Jahre lang immer wieder gearbeitet hat und das gewohnheitsgemäß aufgrund seiner Länge im Konzertsaal musiziert wird, in die Liturgie und damit genau dorthin zu holen, wo eine solche geistliche Komposition genuin hingehört.

 

So fremdartig sich zunächst auch der Schlagzeuger Michael Ranta an seinem Percussion-Instrument zur Einstimmung in die Eucharistiefeier ausnimmt, so dezidiert unterbricht dieses in einem Kirchenraum eher ungewöhnliche Element die gefühlte Komfortzone eigener Sicherheit. “Bach kann man nur etwas letztlich völlig Konkurrenzloses entgegensetzen“, erklärt Michael Hater. Er ist Mitglied im Figuralchor und Teil der Arbeitsgruppe, die das Konzept zu diesem außergewöhnlichen Projekt entwickelt hat.

 

Auch der Bonner Liturgiewissenschaftler Professor Albert Gerhards, ebenfalls Teil des Vorbereitungsteams, betont: „Wenn man diese in sich geschlossene Musik aufbricht und sie in die Messfeier einfügt, muss man auch den liturgischen Ambitus weiten.“ Die traditionelle Vigil, der nächtliche Gottesdienst, habe dafür Pate gestanden, so der Theologe. Bei der Planung sei es darum gegangen, einen Begegnungsraum zu schaffen, „in dem die unterschiedlichen Erfahrungen, kondensiert in den Überlieferungen der biblischen Schriften, der liturgischen Texte, Riten und Künste, besonders der Kirchenmusik, mit den aktuellen Erfahrungen der Teilnehmenden zusammentreffen“.

 

Entscheidend sei, dass sich die Messbesucher als Mitfeiernde erlebten und Gottesbegegnung mit allen Sinnen ermöglicht werde, formuliert Michael Hater das pastorale Ziel. Und dass an diesem Abend in St. Maria im Kapitol mit dem Communio-Gedanke eine Antwort auf die Heimatlosigkeit des Einzelnen gegeben werde: nämlich dass es eine letzte Heimat nur bei Gott geben kann.

 

Heimat – das stellte auch Domkapitular Meiering in seiner Predigt heraus – sei gerade aktuell als ein Ort erlebbar, von dem man verjagt, herausgesprengt und vertrieben werde mit der unauslotbaren Hoffnung, sie je wieder zu sehen. „Heimat wird zum Nichtort, wo ich nicht mehr bin“ –  vergleichbar der Verlorenheit des Paradieses, dem Vertriebensein aus der Vollkommenheit der Schöpfung Gottes. Für diejenigen, denen die Heimat genommen wurde, sei sie kein kitschiges Reservat kindlicher Sentimentalitäten, sondern Reservoir ihres Bewusstseins, ihrer Weltsicht und Hoffnungssehnsucht.

 

„Wir sind daher gefordert, Heimat neu zu schaffen, eine bewohnbare, menschenfreundliche Landschaft zu entwerfen und sie beispielhaft voraus zu leben, vorzuleben,“ unterstrich Meiering. Die Eucharistiefeier sei der Ort, in der sich der Mensch an seine Heimat, seinen Ursprung und sein Dasein in Gott erinnere.

 

Dass die Messbesucher an diesem Abend etwas von dieser Leben und Heimat spendenden Gegenwart Gottes zu spüren bekamen, war auch das Anliegen von Richard Mailänder. „Mir war wichtig, diese großartige Messkomposition in eine Eucharistiefeier einzubinden“, sagte der Erzdiözesankirchenmusikdirektor. „Wenn nicht hier, wo wir in besonderer Weise Gott begegnen, sollte sonst der ihr zugedachte Platz sein!“

 

(Beatrice Tomasetti)

KirchenMusikWoche 2018

Die KirchenMusikWoche wird im Erzbistum Köln zum ersten Mal veranstaltet. Sie ist ein in dieser Form einzigartiges Projekt: Musikalische Gottesdienste und Chorkonzerte in den Seelsorgebereichen des gesamten Erzbistums, Orgelkonzerte auf der Kölner Domplatte, ein Fachsymposium im Düsseldorfer Maxhaus sowie eine Themenwoche im Domforum sind Teil des Veranstaltungsprogramms.

 

Den Abschluss bilden eine Eucharistiefeier mit Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki im Dom und ein Chor-Event in der ausverkauften Kölner Lanxess-Arena mit knapp 15.000 Teilnehmern. Sowohl das Pontifikalamt als auch die Veranstaltung in der Lanxess-Arena sind im Livestream des Domradios zu sehen.

 

Ziel der KirchenMusikWoche ist es, einem breiten Publikum zu zeigen, wie lebendig Musik im Allgemeinen und Kirchenmusik im Besonderen sein kann – auch und gerade heute. Rund 44.000 Kirchenmusiker, Chorsänger und Instrumentalisten sind allein im Erzbistum Köln aktiv.

"Nun danket alle Gott" als vielstimmige Videocollage

Eine ungewöhnliche Aktion nutzen die Macher der KirchenMusikWoche 2018, um auf das Großereignis hinzuweisen: 18 Chöre, Ensembles und Instrumentalisten aus dem gesamten Erzbistum Köln bilden eine vielstimmige Video-Collage zum bekannten Choral „Nun danket alle Gott“ (Text/Musik: Martin Rinckart und Johann Crüger, 17. Jahrhundert).

 

 

> YouTube-Playlist mit weiteren Videos

 

Die Collage besteht aus insgesamt vier Einzel-Videos, die bis zur KirchenMusikWoche sukzessive veröffentlicht und über die Social-Media-Kanäle verbreitet wurden. Dazu haben die Beteiligten den Choral in mehr als 250 Durchgängen aufgeführt und wurden dabei aus verschiedenen Perspektiven gefllmt. Die Aufnahmen in der Köln-Bickendorfer Kirche St. Rochus dauerten mehr als 20 Stunden. Für die Produktionsfirma Sistas TV zeichneten Karo Keller an der Kamera und Werner Palloks beim Ton verantwortlich.

So bunt und vielfältig wie die Musiker sind auch ihre Interpretationen: Vom gregorianischen Choral über a-capella-Jazz bis hin zu afrikanischem Chor und avantgardistischer Kammermusik sind nahezu alle Genres vertreten. Der musikalische Bogen spannt sich so über weit mehr als 1.000 Jahre. Vom Kita-Chor über Vokalensembles bis zum geflüchteten Musiker reicht das Spektrum der Interpreten. Orgel mit Live-Elektronik, Klavier und Bläser sowie türkische Baglama und eine arabische Kniegeige bilden den musikalischen Rahmen.

Im Ergebnis präsentiert das Video, was Kirchenmusik auszeichnet: Sie verbindet Menschen über Generationen und Grenzen hinweg. Durch sie entstehen Freundschaften und Brücken in die Gesellschaft. Auf diesen Wegen kann die Musik auch den Menschen, die der Kirche bislang noch ferner stehen, einen ersten Zugang zu Christusbegegnung und kirchlicher Gemeinschaft ermöglichen.

Probentermine für das Mitmach-Chorfest

Download:
Probenplan als Excel-Datei (schreibgeschützt, Stand: 19. März)

 

Hinweis: beim Öffnen der Datei erscheint eine Passwortabfrage zur Bearbeitung. Klicken Sie hier ohne Eingabe eines Passworts das Dialogfeld "schreibgeschützt".

 

Bitte bringen Sie Ihr Chorbuch zur Probe mit.