Eröffnung der Pädagogischen Woche

Eröffnung der Pädagogischen Woche mit einer Eucharistiefeier

Basilika St. Gereon

Die Pädagogische Woche, so Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki , sei eine von den klassischen Veranstaltungen, die fest zur Identität der Kölner Diözese gehörten.

Mit der Eucharistiefeier, "mit dem Herrn in unserer Mitte", werde am Anfang dieses einwöchigen Austauschs unter der thematischen Überschrift "Was uns der Tod zu denken gibt" Richtung und Orientierung für diese Woche gegeben.

 

Inklusion, Migration und Integration

Inklusion, Migration und Integration seien neben der Vermittlung des Lehrstoffs nur einige der vielen Herausforderungen, aus denen der berufliche Alltag von Religionslehrern bestehe und mit denen sie im Kollegenkreis, aber auch von den Eltern und vor allem seitens der Schüler konfrontiert würden, so Woelki.

 

Oft seien mit diesen Herausforderungen auch ganz existenzielle Erfahrungen wie die des Verlustes in Form von Trennung,Tod  oder Unglücksfällen verbunden, so Woelki weiter.

Trotzdem würden Sterben und Tod im alltäglichen Leben oft außen vorgehalten, obwohl doch jeder wisse, dass wir sterblich seien und eines Tages Abschied nehmen müssen von denen, die wir lieben, so der Kardinal Woelki weiter.

Wann und wie das geschehe, wisse niemand. "In der Regel stehen wir fassungslos vor dem Tod, dem großen Unbekannten, der jeden Tag in unserem Leben irgendwie gegenwärtig ist." Die Frage nach ihm ziehe sich durch die gesamte Menschheit und Philosophiegeschichte. Und der christliche Glaube taugte nichts, wenn es ihm nicht gelänge, eine Antwort auf ihn zu geben, argumentierte Woelki. Daher sei die Antwort des Christen ganz eng mit dem Tod, dem Sterben und der Auferstehung Jesu Christi verbunden.

 

Ausweg aus der weit verbreiteten Orientierungslosigkeit

Der Apostel, so der Kardinal, sage in aller Klarheit: "Wenn Christus nicht von den Toten auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos und ihr seid immer noch in euren Sünden…Wenn wir unsere Hoffnung in diesem Leben nur auf Christus gesetzt haben, dann sind wir erbärmlicher dran als alle anderen Menschen." Woelki betonte: "Dass Christus aber zu neuem Leben erweckt wurde, ist die zentrale Botschaft, die Mitte unseres Glaubens. Diese Tatsache geht uns alle an." Damit habe Gott sein unüberbietbares "Ja" zu uns gesprochen. "Wir leben nicht von dem, was vergangen ist, sondern von dem, was auf uns zukommen wird. Auf dieses Ziel hin dürfen wir leben."

Die Auferstehung Jesu zeige einen Ausweg aus der weit verbreiteten Orientierungslosigkeit, die so weit gehen könne, dass viele Menschen nicht mehr wüssten, wofür sie überhaupt lebten – auch angesichts der vielen Verlockungen. Wobei die größte Verlockung, die Auferstehung mit Christus, leicht übersehen werden könne. "Wer die Richtung verliert, verliert das Leben", sagte der Kardinal.

"Die Auferstehung Christi und unsere Auferstehung mit ihm geben uns Richtung und Ziel. Wir wissen um unser Ostern mit Jesus Christus", sprach er den versammelten Lehrern Mut zu. Das gebe Halt, Orientierung und vor allem Hoffnung. Denn mit der Botschaft von der Auferstehung trage das Christentum das größte Hoffnungspotenzial aller Zeiten in sich. Ostern gebe eine Antwort: Wir leben, um bei Gott ewig zu leben.

Lesen Sie hierzu den Bericht vom  06.11.2018

Kardinal Woelki eröffnet Pädagogische Woche des Erzbistums Köln "Wer die Richtung verliert, verliert das Leben"
von: Beatrice Tomasetti

Kardinal Woelki zum Auftakt der Pädagogischen Woche (05.11.2018)

Wie gehen Kinder und Jugendliche mit dem Thema Tod um? Welche Herausforderungen bringen Tod und Trauer für Schule und Unterricht mit sich? Mit diesen Fragen beschäftigen sich vom 5.–9. November Lehrer verschiedener Fächer im Rahmen der Pädagogischen Woche des Erzbistums Köln. Zum Auftakt feierte der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki am Montagnachmittag ein Pontifikalamt in der Kölner Basilika St. Gereon.

Das Jahresthema für 2018 lautet: „Was uns der Tod zu denken gibt“

Das Jahresthema für 2018 lautet: „Was uns der Tod zu denken gibt“ – Vom Anfang im Ende. Das Thema geht uns alle unmittelbar an, denn von der Wirklichkeit des Todes ist kein Lebewesen ausgenommen. Alle müssen sterben – ausnahmslos. Den Menschen ist jedoch eigen, sich zu dieser Tatsache verhalten zu können. Wir wissen um unsere Sterblichkeit und sind uns der Endlichkeit des Lebens bewusst. Und dies wirkt in irgendeiner Weise auch auf unser Denken und Tun – zumal als glaubende Menschen.

Die Pädagogischen Woche 2018 wollte sich  daher den vielfältigen Spuren der Wirklichkeit des Todes und der christlichen Hoffnung auf Auferstehung und Vollendung nähern und diese zu vertiefen suchen. Es ging darum, zu diesem Thema gewissermaßen einen persönlichen Zugang zu eröffnen, nach der Endlichkeit und Befristung des Lebens und deren Konsequenzen zu fragen und sich damit gleichzeitig auch aus der Perspektive der eigenen Glaubensüberzeugung mit den Fragen von Tod und Sterben zu befassen: Was bedeutet das Wissen um die eigene Sterblichkeit? Was ist die gegenwärtige Bedeutung des künftigen Todes und woraus bezieht der Tod seinen Sinn?

Auch die diesjährige Pädagogische Woche fand  in bewährter Kooperation mit dem katholischen Institut für Lehrerfortbildung (IfL) statt.

Begrüßung am 05.11.2018 im Matertushaus durch Dr. Bernadette Schwarz-Boenneke

Leiterin der Hauptabteilung Schule/ Hochschule

 „,Was uns der Tod zu denken gibt' — Vom Anfang im Ende".

So lautet unser diesjähriges Jahresthema. Dieses Thema geht uns alle im Innersten an. Schwarz-Boenneke: „Der Tod wird nicht irgendwann einmal als etwas Fremdes auf uns zukommen, sondern wir wissen, dass der Tod jederzeit eintreten kann — durch Unfall, Krank­heit, Gewalt etc. Von heute auf morgen ist dann das in sich stabil scheinende Leben dahin“.

Wir kennen den Tod aber nicht nur als das physische Ende unseres Lebens. To­deserfahrungen als Begrenzung des Lebens erleben wir im Alltag: Der erfüllte Moment, den man so gerne halten möchte, birgt die Endlichkeit und Flüchtigkeit des Lebens und damit den Tod, das Zerbrechen einer innigen Beziehung,die bedrückende Sprachlosigkeit einander fremd gewordener Menschen, das innerliche Absterben von Lebensmut und Lebenslust...“.

Dieses Bewusstsein der Endlichkeit und Begrenztheit des Daseins habe, so Schwarz-Boenneke, etwas Un­heimliches.

 

„Was uns der Tod zu denken gibt"

Das Schicksal des Todes löse beängstigende Fragen aus. Es sei die Sorge um zu­rückbleibende Menschen, die Einsicht in vertane Möglichkeiten und Lebenschan­cen, insbesondere die dunkle Ungewissheit: „ Was kommt nach dem Tod? “

Schwarz-Boenneke kennzeichnete die Wahlmöglichkeiten: „ Wir können eine prinzipielle Absurdität der Welt annehmen, d.h. achselzuckend eine Struktur des Lebens akzeptieren, die auch den moralischen Differenzen gleichgültig gegenüber­steht und als bloßes Spiel von faktischen Lebenserhaltungs-Kräften betrachtet. Oder das Leben in seelenfroher Zuversicht über die Sphäre der Sterblichkeit hinaus tatkräftig und als in sich sinnvoll bejahen.“

Der Tod sei Übergang des Geschaffenen zu Gott. Bei ihm finden, so Schwarz-Boenneke, die Menschen ihr Ziel und ihre Vollendung.

Auferstehung sei nicht die Wiederherstellung eines früheren Lebens-Zustands, sondern die radikale Verwandlung, in die der ganze Mensch eintrete, um in der Überwindung von Raum und Zeit seine Vollendung bei Gott zu finden.

Warum ein so schweres Thema für die Pädagogische Woche?

Schwarz-Boenneke, machte darauf aufmerksam, diese Woche der Diskussionen und Fortbildungen zu nutzen, um über den Kern des Glaubens zu sprechen und zu fragen, welche Relevanz er habe und wie  es zu schaffen sei , diesen schwer greifbaren Kern Kindern, Erwachsenen und uns selbst neu zu erschließen.

Sie bedankte sich bei  Ministerpräsident Armin Laschet, der angesichts des Themas der Pädagogischen Woche nicht zurückgeschreckt sei, sondern den Grundgedanken angenommen habe,  danach zu fragen, was sich aus der Problematik von Endlichkeit und Vergänglichkeit menschlichen Lebens an möglichen gesellschaft­lich-politischen Perspektiven ergebe.

 

 

Bedeutsamkeit von Religion für das öffentliche Leben

Herr Laschet habe, so Schwarz-Boenneke, seit Beginn seiner beruflichen und politi­schen Laufbahn stets die Bedeutsamkeit von Religion für das öffentliche Leben betont und deren Beitrag für eine verlässliche Grundorientierung gerade auch in Fragen des Ethos und der Le­benskultur hervorgehoben.

 

Olaf Gruschka