Legamus Latine 2018

Legamus Latine

Lateinwettbewerb

Im Jahr 2018 veranstaltete das Erzbistum Köln bereits zum 28. Mal den Lateinwettbewerb „Legamus Latine“. Schülerinnen und Schüler der Klassen 5–7 der Katholischen Freien Schulen im Erzbistum Köln wetteiferten in Lesevortrag und kleineren szenischen Darbietungen in lateinischer Sprache um Ehre, Siege und Preise. Organisiert wurde der Wettbewerb von einem Team erfahrener Lateiner, die selbst mit großem Engagement diese klassische Sprache unterrichten und deshalb bestens geeignet sind, beim Wettbewerb auch die Jury zu stellen. Was ist das Ziel dieses Wettbewerbs?

 

Gewiss wäre er hoch nützlich, weil Latein das logische Denken fördert, den inneren Zusammenhang der europäischen Geistes- und Kulturgeschichte demonstriert, das Erlernen gegenwärtiger europäischer Sprachen und den Umgang mit Fremdwörtern erleichtert. Nicht zuletzt aber geht es hier um etwas ganz Einfaches: die Freude unserer Schülerinnen und Schüler an der lateinischen Sprache zu erhalten und zu fördern.

Der Wettbewerb sei ein tonales, visuelles und auch zeitnahes Erlebnis

Schulrätin  Hildegard Dreiner zur Frage, was das Besondere am Wettbewerb Legamus Latine ist: „Es ist eine der ganz wenigen Gelegenheiten, den Schülerinnen und Schülern das Gefühl zu vermitteln, Teil eines Schulverbunds Erzbischöflicher Schulen zu sein, bei der alle Schüler/innen im kreativen Sinn miteinander arbeiten und Freude am Fach Latein haben.“ Der Wettbewerb sei ein tonales, visuelles und auch zeitnahes Erlebnis, weil aktuelle Bezugspunkte in den Beiträgen der Schüler vernehmbar seien. Dies fördere das Verständnis für die Sprache, die sich in der Lebenswelt der Schüler wiederfinden lasse. Die Integration von Interviews und Videobeiträgen in den Wettbewerb kann sich Schulrätin Dreiner sehr wohl vorstellen, um den Wettbewerb noch zeitnäher zu gestalten. Ein großes Lob der Schulrätin galt dem Engagement der Kinder und den vielen Mitgestaltern des Wettbewerbs.

Andreas Amberg, Lehrer am KFG findet es einfach toll, was die Schüler beim Wettbewerb leisten, um Latein lebendig zu halten, es lebendig zu machen.

Er liebe den Klang der Sprache, die Dramatik der Aufführungen, die Theatralik der Kostüme und den Inhalt der immer auch aktuellen, szenischen  Lesesequenzen.

 

Der ehemalige Schulrat Joachim Nielen, der noch den Vorjahreswettbewerb betreute, sagte 2017, jeder, der sich mit Latein auskenne, wisse zu berichten, dass es im Bildungskanon von außerordentlicher Relevanz sei, ohne hierfür einen wissenschaftlichen Beweis liefern zu können. Bildung lasse sich aber nicht ausschließlich wissenschaftlich begründen, denn außerhalb eines wissenschaftlich begründbaren wirtschaftsökonomischen Zusammenhangs gebe es Bereiche der Bildung, die nicht unter Effizienzgesichtspunkten überprüfbar seien. Eine Funktionalisierung des Faches als Steigbügelhalter für andere Fremdsprachen sei nicht der Grund für die Existenz des Faches und lasse sich auch wissenschaftlich nicht belegen, aber jeder, der über lateinische Sprachkenntnisse verfüge, kenne die Rückwirkungen auf den eigenen Sprachgebrauch. Vielleicht enthülle das Fach Latein eine Nähe zu den künstlerisch-literarischen-musikalischen Fächern, deren Sinnhaftigkeit nicht unbedingt zweckgebunden sei, so Nielen.

Lateinisches Papiertheater

Prämiert beim Bundeswettbewerb Latein 2013

Pompeji  .  Ein lateinisches Theaterstück der Klasse 6B

Engagement der Lehrkräfte

Gelungene Veranstaltungen in dieser Form sind immer  ein Statement für eine Schule, die sich gem. der griechischen Begrifflichkeit scholé noch mehr als Schule begreift. Hierzu zählen sicher bereits die alljährlichen Musiktage, aber auch  Ausstellungen,Wallfahrten und der Innovationspreis, weil hier   Schülerinnen und Schüler im Rahmen von schulübergreifenden Veranstaltungen und Wettbewerben zur Auseinandersetzung mit Fragestellungen angeregt werden , die die inhaltlichen Vorgaben der Rahmenlehrpläne ergänzen und vertiefen.
Die Mitarbeit in Projekten ermöglicht den Lernenden die individuelle Entwicklung und Entfaltung ihrer fachlichen, methodischen und sozialen Kompetenzen in einem weit über den Möglichkeiten des Kernunterrichts liegenden Ausmaß.

 

Je nach der Art der Veranstaltung können sich die Lernenden entsprechend ihren Interessen und Fähigkeiten mit umfassenden fachlichen und überfachlichen Anforderungen auseinandersetzen und ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Darüber hinaus setzt die Beteiligung an Wettbewerben zwingend auch ein – zumeist ehrenamtliches – Engagement der betreuenden Lehrkräfte voraus. Gefordert ist ihr fachlicher, pädagogischer und organisatorischer Einsatz, der von der Auswahl der Wettbewerbe und der Betreuung bei der Erstellung der Beiträge, der Beratung der Lernenden bis zur Arbeit als Beauftragter der Veranstalter für die Erstellung und Korrektur der Wettbewerbsaufgaben oder der Mitarbeit in der Jury reicht. Ohne das Engagement der Lehrkräfte werden sich Schülerinnen und Schüler nur in Ausnahmefällen an Wettbewerben beteiligen.

 

 

Die Veranstaltungen Legamus Latine und Spectaculum Latinum sind ein Beispiel für eine gelingende Schule, weil hier die Begriffe Arbeitsethos, Muße, Moratorium, Spiel und Spectaculum in ein ausgewogenes Verhältnis gesetzt werden.

 

 

Olaf Gruschka