Plastik überlebt

Ausstellung „Plastik-Plastik“ - Liebfrauenschule Ratingen

Ozeane versinken im Plastikmüll

Etwa 70 Prozent der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt. Doch heute schwimmen in jedem Quadratkilometer der Meere hunderttausende Teile Plastikmüll. Seevögel verenden qualvoll an Handyteilen in ihrem Magen, Schildkröten halten Plastiktüten für Quallen und Fische verwechseln winzige Plastikteilchen mit Plankton.

 

 

Plastik überlebt! Leben wir auf einer Müllhalde?

Das Thema „Plastikmüll“ haben die Schülerinnen und Schüler des 9mk-Kurses (Kunst als Hauptfach) an der Liebfrauenschule in Ratingen aufgenommen und in einer schulinternen Ausstellung den Klassen und Kursen zugänglich gemacht. 

 

Zielsetzung:

Eine Plastik aus Plastik zu gestalten, die uns zum Nachdenken anregt und gleichzeitig die Vermüllung unserer Erde künstlerisch darstellt - eine Aufgabe, die zunächst unvermutet logistische Herausforderungen ergibt, denn der Plastikmüll muss gereinigt, gesammelt,  sortiert und aufbewahrt werden. Und man braucht eine Menge, wenn man lebensgroße Objekte daraus bauen möchte. 

 

Die Sammelphase belief sich auf 6 Wochen und nun wurden viele Säcke Plastikmüll herbeigebracht, in großen Sammelbehältern sortiert, so konnte man die vielen hundert Stücke auf ihr Tauglichkeit hin prüfen und sich auch vom Material anregen lassen. 

Die Planung

In der Planungsphase zuerst eine Skizze erstellen und einen Arbeitstitel vergeben, das waren die erste Schritte.

Themenzentriert arbeiten: In 7 Themengruppen 

  1. Erfindung von Plastik
  2. Gebrauch und Verwendung von Plastik
  3. Verbrauchsmengen weltweit
  4. Verschmutzung an Land
  5. Verschmutzung im Wasser
  6. Folgen für Tiere und Menschen
  7. Recycling
     

Parallel zur praktischen Arbeit Informationen beschaffen, Illustrationen aufbereiten und zu einer anschaulichen Informationsmappe, die auf Säulen in der Ausstellung verortet werden sollten, zusammenfügen, das war der zweite Schritt. 

Die Informationssäulen aus Holz haben wir dazu erst einmal selbst gebaut. Diese können nun für verschiedene Zwecke weiter verwendet werden. 

Bauphase:

Montiert wurden die Plastiken zumeist mit Heißkleber. Sich in den Bergen von Plastik zu bewegen war alleine schon ein denkwürdiges Erlebnis - wieviel da zusammenkommt! Leben auf einer Müllkippe? Was wäre mit dem Material passiert, wenn wir das nicht verarbeitet hätten? So ging es uns durch den Kopf. 

  • Unter anderem entstanden 
  • eine Weltkugel 
  • ein Meeresboden mit Roboter
  • eine Schildkröte
  • „Die instabilen Säulen der Erde“
  • Eine Küstenlandschaft
  • und weitere Großobjekte. 

 

Während der Ausstellung in der Aula Informierten sich die jungen Besucherinnen und Besucher über die Müllprobleme in Deutschland und weltweit. Viele fachübergreifende Bezüge ergaben sich in den Gesprächen im Kollegium. 

Das Bewusstsein wächst - “So geht es nicht weiter!“

Jedes Jahr sterben etwa eine Million Vögel und hunderttausend Meeressäuger am Plastik, das in unseren Meeren schwimmt. Und das ist nur die Spitze des gigantischen Müllbergs. Der Großteil des Abfalls, der in unseren Ozeanen landet, bleibt zunächst für uns unsichtbar. Der Müllstrudel im Pazifik etwa ist mittlerweile fast fünfmal so groß wie Deutschland! Ein trauriges Abbild unserer Wegwerfgesellschaft.

André Schürmann / gru