Fachtagung „Religion betrifft mich!?“

12. Februar 2019

Religionsunterricht: Ermöglichungsraum religiöser Identitätsentwicklung

„Religion betrifft mich!?“, so sagte und fragte eine religionspädagogische Fachtagung, die am 6. Februar 2019 im Kardinal-Schulte-Haus in Bensberg stattfand. Wie sehr und wann betrifft Religion mich als Schüler oder Schülerin, mich als Lehrerin oder Lehrer? Wie sehr trägt Religionsunterricht zur Identitätsbildung von Kindern und Jugendlichen bei und welche Rolle spielt der Glaube und das Bekenntnis von Religionslehrkräften dabei – gerade vor dem Hintergrund, dass die Schülerinnen und Schüler im Hinblick auf ihre Religiosität immer unterschiedlicher werden? Diese Fragen wurden durch Vorträge der Professoren Volker Ladenthin (Allgemeine Pädagogik, Bonn) und Jan Woppowa (Religionspädagogik, Paderborn) erörtert, in der Diskussion der Beiträge sowie in religionsdidaktischen Workshops vertieft und schließlich durch Prof. Bert Roebben (Religionspädagogik, Bonn) resümiert und zusammengeführt.

Der Religionsunterricht – so wurde deutlich – ist nicht nur Ort zum Erwerb religiösen Grundwissens, sondern auch ein Ermöglichungsraum: Hier wird die eigene Endlichkeit zum Thema, hier wird die Frage nach dem Sinn des Ganzen gestellt, hier wird die christliche Zusage der Hoffnung diskutiert – gerade das macht ihn zu einem unverzichtbaren Teil schulischer Bildung. In der Auseinandersetzung mit den Antworten der christlichen Tradition ermöglicht der Religionsunterricht Kindern und Jugendlichen, im Angesicht des Anderen einen eigenen Standpunkt zu entwickeln und an ihrer religiösen Identität zu arbeiten.

Eine Schlüsselrolle kommt der Lehrperson zu: Sie hat in Studium und Biographie selbst eine religiöse Identität ausgebildet und stellt sich mit ihrem Bekenntnis den Fragen und Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler.