Köln - Fernsehinterview - Beginn der Kinderschutz-Konferenz im Vatikan

21. Februar 2019 Newsdesk/nh

Köln. Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat in einem Live-Interview beim Fernsehsender n-tv angekündigt, bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der Katholischen Kirche nicht nachzulassen. „Wir müssen mit den Betroffenen sprechen, wir müssen von ihren Erfahrungen lernen; wir müssen uns von ihnen sagen lassen, was passiert ist und wie wir Strukturen und Verhältnisse schaffen können, dass das nicht mehr möglich.“

Anlass für das Interview war der Beginn der Kinderschutz-Konferenz im Vatikan mit rund 150 Teilnehmern. „Wir müssen in unsere Ausbildung und in die Persönlichkeitsentwicklung investieren. Wir müssen reife Persönlichkeiten heranbilden, die Dienste und Aufgaben in der Kirche übernehmen", so der Kardinal weiter.

Der Erzbischof sagte, er sei froh, dass diese Konferenz stattfindet. „Ich erhoffe mir, dass Missbrauch benannt wird. Und dass wir ihn vor allen Dingen nicht wegdiskutieren und nicht verleugnen, dass wir als Bischöfe auch die Verantwortung übernehmen. Hier ist weltweit die Verantwortung aller Teilkirchen gefragt.“

Missbrauchsopfern Gerechtigkeit zukommen lassen

„Das Ziel muss sein, dass es nirgendwo in der Kirche, irgendwo auf der Welt, noch Strukturen geben kann, die Missbrauch ermöglichen.“

Auf die Frage des Moderators, wo sich der Erzbischof die Katholische Kirche in einem Jahr wünsche, sagte dieser: „Ich wünsche mir, dass wir weitere Schritte getan haben, dass wir weiterhin Opfern Gerechtigkeit zukommen lassen, dass die Verantwortungsträger Verantwortung übernommen haben und dass wir Strukturen geschaffen haben, dass sich Missbrauch heute und in Zukunft nie mehr ereignen kann.“