Erzbistum Köln – Liturgische Texte – Anregung für Hausgottesdienst – Familienangebote

7. April 2020 Newsdesk/Je

Inhalt dieses Artikels

  1. Woran an Karfreitag erinnert wird
  2. Liturgie am Karfreitag
  3. Lesungstexte an Karfreitag
  4. Karfreitag zu Hause gestalten mit Gottesdienst und mehr
  5. Sieben letzte Worte Christi
  6. Fast- und Abstinenztag
  7. Ausmalbild und weitere Familienangebote

Woran an Karfreitag erinnert wird

Nach seiner Gefangennahme wird Jesus vor den Statthalter Pontius Pilatus gebracht. Als Statthalter der Besetzungsmacht Rom ist Pilatus die wichtigste weltliche Machtinstanz in Jerusalem. Er soll über Jesus richten. Die Pharisäer schaffen es, die Menschen gegen Jesus aufzustacheln. So fordert die Menge schließlich seinen Tod und Pilatus spricht sein Urteil: Der Sohn Gottes wird gegeißelt und muss sein Kreuz selbst auf den Hügel Golgotha tragen.

Dort wird er ans Kreuz genagelt. Kurz bevor er um die 9. Stunde (das ist um 15 Uhr) stirbt, ruft Jesus: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Er wird in einer Höhle beigesetzt.

Liturgie am Karfreitag

Am Karfreitag kennt die Kirche keinen Gottesdienst im herkömmlichen Sinn. Der Altar ist abgeräumt, die Glocken schweigen, der Tabernakel ist leer – die Kirche gedenkt des Leidens und Sterbens Jesu. 

  • In vielen Gemeinden findet vormittags eine Kreuzwegandacht statt. Dies entspricht etwa der Tageszeit, in der Jesu sein Kreuz durch Jerusalem hinauf nach Golgotha, auf deutsch Schädelhöhe, getragen hat.
  • Nachmittags etwa um 15 Uhr findet zur Todesstunde Jesu die große Karfreitagsliturgie statt. Einem Brauch nach rufen die Ministranten anstelle der Glocken mit Ratschen oder Kleppern die Gemeinde zur Feier der Liturgie zusammen. Die Feier besteht aus den drei großen Teilen
    • Wortgottesdienst mit der Lesung der Passion und den großen Fürbitten,
    • Kreuzverehrung und
    • Kommunionfeier.

> Live-Übertragung von Hl. Messen in TV, Radio und Internet

 

Lesungstexte an Karfreitag

Alle Lesungstexte der Karfreitagsliturgie nehmen Bezug auf das Leiden und Sterben Jesu Christi.

  • Die 1. Lesung aus dem Buch Jesaja (Jes 52,13 – 53,12) spricht vom Gottesknecht, der wegen unserer Verbrehen durchbohrt wurde. Dieser Text wird von den Christen auf den gekreuzigten Jesus bezogen.
  • Die 2. Lesung aus dem Hebräerbrief (Hebr 4,14–16; 5,7–9) deutet das Sterben Jesu am Kreuz als das Erlösungshandeln, da Jesus selbst ohne Sünde war und durch seine Selbsthingabe die Sünden der Menschen gesühnt hat.
  • Die Passion aus dem Johannes-Evangelium (Joh 18,1-19,42) bildet den zentralen Text der Karfreitagsliturgie. Das Johannesevangelium zeigt noch deutlicher als die anderen Evangelien, dass Jesus sich mit mit vollem Bewusstsein freiwillig dem Tod ausgeliefert hat. Souverän steht er seinen Anklägern und Richtern gegenüber. Niemand kann ihm das Leben entreißen, er selbst gibt es hin. Nach der Darstellung des Johannesevangeliums starb Jesus zu der Stunde, als im Tempel die Lämmer für das Paschamahl geschlachtet wurden. Er selbst ist das wahre Osterlamm, sein Blut ist der Preis für unsere Rettung.

> Liturgische Texte zu Karfreitag

> Auslegungen und Deutungen der Bibeltexte

 

Karfreitag zu Hause gestalten mit Gottesdienst und mehr

  1. Hausgottesdienst

    > Einführung: Hausgottesdienste zu Ostern 2020 (PDF)

    > Hausgottesdienst am Karfreitag 2020 (PDF)

  2. Live-Übertragungen von Kreuzweg und Karfreitagsliturgie
    > unter www.erzbistum-koeln.de/livemesse

  3. Kreuzweg zu Hause beten
  4. Trauermette am Karfreitag
    Die Trauermette ist geprägt durch Klagelieder, die dem Propheten Jeremia zugeschrieben werden. Wie dort die Zerstörung des Tempels als Ort der Gegenwart Gottes beklagt wird, so betrauert die Gemeinde des Tod Jesu am Kreuz. Eine Trauermette kann am Abend des Karfreitags gefeiert werden (im neuen Gotteslob Nr. 307).

  5. Zeit der Stille
    Nach der Feier eines Gottesdienstes kann man zu Hause eine bewusste Zeit der Stille einhalten. Gerade in Familien kann dies sehr eindrücklich sein, aber auch für Alleinstehende bietet der bewusste Verzicht auf Medienkonsum eine besondere Prägung des Tages.

  6. Kreuzesdarstellungen meditierend betrachten
    Jede Kreuzesdarstellung ist einzigartig. Dies gilt nicht nur künstlerisch, sondern auch inhaltlich kann die Darstellung sehr unterschiedliche Aspekte betonen. So gibt es in Kreuzesdarstellungen
    • den leidenden Christus,
    • den gestorbenen Christus,
    • den triumphierenden Christus – diese Darstellungsform greift damit dem Ostergeschehen vorweg
    Neben dem eigenen Kruzifix zu Hause können Sie auch die Darstellungen in der folgenden Bildergalerie betrachten. Dazu eignen sich auch aus dem alten Gotteslob im Kölner Anhang die Andacht zur Verehrung des heiligen Kreuzes (Nr. 979) oder zu den sieben letzten Worten Jesu (Nr. 776).

Kreuzesdarstellungen zur meditierenden Betrachtung

Sieben letzte Worte Christi

Die Darstellung des Leidens und Sterbens Jesu Christi in den Evangelien ist mehr als ein historischer Bericht. Die Evangelien deuten – nach christlichem Verständnis inspiriert vom Heiligen Geist – die Ereignisse. Dadurch gibt es sieben sogenannte „letzte Worte“ des gekreuzigten, sterbenden Jesus:

  • „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ (Lk 23,34)
  • „Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ (Lk 23,43)
  • „Frau, siehe, dein Sohn!“ und: „Siehe, deine Mutter!“ (Joh 19,26-27)
  • „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mk 15,34; Mt 27,46; Psalm 22,2)
  • „Mich dürstet.“ (Joh 19,28)
  • „Es ist vollbracht.“ (Joh 19,30)
  • „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ (Lk 23,46)

Die Sieben Worte wurden mehrfach musikalisch vertont, u.a. von J. Haydn, H. Schütz und J.S. Bach.

Fast- und Abstinenztag

Neben dem Aschermittwoch ist der Karfreitag ein gebotener Fast- und Abstinenztag. An ihnen bekundet die Kirche vor der ganzen Welt und in einheitlicher Weise ihre Verbundenheit mit dem leidenden Herrn.

Die Gläubigen begnügen sich an diesen Tagen mit nur einer vollen Mahlzeit (Fasten) und verzichten auf Fleischgenuss (Abstinenz). Zu solchem Fasten sind nach der kirchlichen Bußordnung alle verpflichtet, die das 21. Lebensjahr vollendet und das 60. noch nicht begonnen haben, soweit sie nicht durch Krankheit am Fasten gehindert sind.
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Glauben und Leben | Covid-19

Website der Diözesanstelle für den Pastoralen Zukunftsweg

Die Diözesanstelle für den Pastoralen Zukunftsweg bündelt in ihrem „Homeoffice“-Projekt viele Anregungen und Ideen zum Glauben-Teilen in Zeiten der Coronavirus-Pandemie (ausdrücklich auch von Palmsonntag bis Ostern).

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