Mariä Lichtmess 2019: Die Tage werden länger

Weihnachten liegt genau 40 Tage zurück, wenn die katholische Kirche das Hochfest "Darstellung des Herrn" feiert. Im Volksmund ist das Fest besser bekannt als „Mariä Lichtmess“.

25. Januar 2019

An Mariä Lichtmess werden Kerzen gesegnet

„Darstellung des Herrn“ war ursprünglich ein Marienfest. Maria übergibt ihren erstgeborenen Sohn im Jerusameler Tempel an Gott (vgl. Lukas-Evangelium 2,22-40)

Zur Messe am 2. Februar können die Gläubigen traditionell eigene Kerzen mitbringen und segnen lassen. Oft werden auch Kerzen für den liturgischen Bedarf während des Gottesdienstes gesegnet. Die brennenden Kerzen symbolisieren für Christen, dass Jesus Christus neues Licht in die Welt gebracht hat.

Den Namen „Mariä Lichtmess“ verdankt das Hochfest diesen Kerzensegnungen und Lichterprozessionen.

Warum heißt Mariä Lichtmess "Darstellung des Herrn"?

Der Name „Darstellung des Herrn“ beruht auf dem Bibeltext aus dem Lukas-Evangelium, der an diesem Tag in den Kirchen gelesen wird. Nach dem jüdischen Reinheitsgebot galt die Frau 40 Tage lang nach der Geburt als unrein. Aus diesem Grund musste im Tempel ein einjähriges Schaf als Brandopfer und eine Taube als Sühnopfer dargebracht werden.

40 Tage nach Weihnachten erinnert das Fest an diese Handlung für die Heilige Familie.

Nach alttestamentlichem Gesetz war der erste Sohn Eigentum Gottes und wurde ihm im Tempel übergeben („dargestellt“).

Blasius-Segen an Mariä Lichtmess schützt vor Halskrankheiten

Der Blasius-Segen geht auf den heiligen Bischof und Martyrer Blasius von Sebaste zurück. Er lebte im 3./4. Jahrhundert. Seinen Gedenktag feiert die Kirche am 3. Februar.

Wie am Fest „Darstellung des Herrn“ spielen Kerzen beim Blasius-Segen eine zentrale Rolle. Der Priester oder Diakon erteilt den Segen als Einzelsegen mit gekreuzten Kerzen vor dem Gesicht des Gläubigen. Er spricht dabei den Segensspruch: „Auf die Fürsprache des heiligen Bischofs Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen. Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.“

Aus praktischen Gründen wir der Segen oft im Anschluss an die Messe an „Darstellung des Herrn“ oder am Sonntag danach gespendet.

Ursprung von Darstellung des Herrn

Lichtmessen wurden im 5. Jahrhundert in Jerusalem gefeiert

„Darstellung des Herrn“ wurde erstmals im 4. Jahrhundert in Jerusalem am 40. Tag nach der Erscheinung des Herrn begangen. Im 5. Jahrhundert kamen festliche Lichterprozessionen hinzu. In Rom ist das Hochfest am 2. Februar seit dem 7. Jahrhundert bekannt. An diesem Tag feiert es die Kirche noch heute.

Früher beendete Mariä Lichtmess die Weihnachtszeit

542 ordnete Kaiser Justinian an, dieses Fest in den Kalender des oströmischen Reiches einzufügen. Es dauerte länger als ein Jahrhundert, bis sich das Fest auch in Rom und im gallisch-fränkischen Raum einbürgerte.

Ehemals markierte der 2. Februar das Ende der Weihnachtszeit, was nicht zuletzt auch an der Lichtsymbolik lag, denn von diesem Zeitpunkt an werden die Tage wieder deutlich länger und heller. Seit dem 2. Vatikanischen Konzil endet die Weihnachtszeit bereits am Sonntag nach dem 6. Januar mit dem Fest „Taufe des Herrn“.