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Fronleichnam 2018: Bedeutung der Prozession mit Monstranz

An Fronleichnam ziehen feierliche Prozessionen durch die Straßen. In vielen Bundesländern ist der Tag ein Feiertag. Aber warum?

Am zweiten Donnerstag nach Pfingsten feiert die Kirche das Hochfest Fronleichnam. "Fronleichnam" leitet sich vom mittelhochdeutschen "vrône lîcham" für "des Herren Leib" ab. Dieser steht an diesem Fest im Mittelpunkt. In einer Monstranz wird in Prozessionen durch die Straßen getragen.

 

Die Monstranz (lateinisch "monstrare"=zeigen) ist ein liturgisches Gerät mit einem Fenster. Die gewandelte Hostie wird hineingestellt und zur Verehrung und Anbetung gezeigt. Bei Prozessionen und beim eucharistischen Segen hält der Priester die Monstranz nicht mit bloßen Händen. Ein Tuch, das sogenannte Velum, verhüllt seine Hände. Es ist eine Geste der Ehrfurcht und schützt außerdem die kostbaren Geräte.

Bei der Fronleichnamsprozession trägt der Priester das Allerheiligste in der Monstranz

Gründonnerstag wird "nachgeholt"

Fronleichnam steht in enger Verbindung zum Gründonnerstag. An Fronleichnam, liturgisch "Fest des heiligsten Leibes und Blutes Jesu Christi", feiert die Katholische Kirche die Einsetzung des Allerheiligsten Altarsakraments. Am Gründonnerstag setzt Jesus Christus die Eucharistie ein, wenn er seinen Leib und Blut in Brot und Wein zur Speise gibt. Die Stille der Karwoche verbietet feierliche Gottesdienste und Prozessionen und so wird er nachgefeiert.

1264 zum Fest für die gesamte Kirche erhoben

Fronleichnam geht auf eine Vision der heiligen Juliana von Lüttich im Jahr 1209 zurück. In der Vision habe sie den Mond gesehen, der an einer Stelle verdunkelt war. Der Mond stehe für das Kirchenjahr, der dunkle Fleck für das Fehlen eines Festes des Altarssakraments. Papst Urban führte es 1264 als Fest für die gesamte Kirche ein.

 

1246 wurde Fronleichnam erstmals im Bistum Lüttich gefeiert. Die erste Prozession in Deutschland zog im Jahr 1279 durch Köln.

An Fronleichnam schmücken bunte Blumenteppiche die Außenaltäre

Prozessionen als Zeichen der Frömmigkeit

An Fronleichnam wird die gewandelte Hostie – der Leib Christi – in einer Monstranz durch die Straßen getragen. Der „Himmel“ genannte Stoffbaldachin schützt ihn. Auf dem Weg werden Statios an bis zu vier Außenaltären gehalten. Meist sind diese Außenaltäre mit Blumenteppichen geschmückt. Bei jeder Statio wird ein Abschnitt aus dem Evangelium vorgetragen. Es werden Fürbitten gesprochen und der sakramentale Segen in alle Himmelsrichtungen und über die Stadt erteilt. Die Prozession schließt meist in der Pfarrkirche mit dem "Tantum ergo" und dem "Großer Gott, wir loben dich".

 

Mit der "Gottestracht" (von mittelhochdeutsch mhd. "trahte", Substantiv zu "tragen") erinnert der Kölner Stadtteil Mühlheim an seinen Ursprung als altes Rheinschiffer-Dörfchen. Veranstaltet wird die Gottestracht von der Katholischen Pfarrgemeinde St. Clemens und Mauritius.

Schiffsprozession "Mülheimer Gottestracht" in Köln

Die älteste und bekannteste Schiffsprozession in Köln ist die „Mühlheimer Gottestracht“. Die Katholische Pfarrgemeinde St. Clemens und Mauritius praktiziert sie seit nunmehr 400 Jahren. Dabei wird die Eucharistie auf einem Prozessionsschiff alljährlich an Fronleichnam rheinaufwärts Richtung Zoobrücke und den Rhein zurück nach Mühlheim gefahren. Viele Gläubigen folgen der Monstranz auf ihren Schiffen, während ein Priester den Segen über Stadt und Fluss erteilt.

 

Mit der "Gottestracht" (von mittelhochdeutsch mhd. „trahte“, Substantiv zu „tragen“) erinnert der Kölner Stadtteil Mühlheim an seinen Ursprung als altes Rheinschiffer-Dörfchen.

Fronleichnam als gesetzlicher Feiertag

In Deutschland ist Fronleichnam gesetzlicher Feiertag in den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Zudem ist er in einigen Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung in den Ländern Sachsen und Thüringen Feiertag.

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