Pfingsten 2019: Wie der Heilige Geist die Jünger Jesu erfüllt und die Kirche begründet

50 Tage (griech. "pentecoste") nach Ostern feiert die Kirche die Aussendung des Heiligen Geistes. Feuer und Taube sind Symbole dafür. Das Hochfest Pfingsten beendet den 50-tägigen Osterfestkreis.

4. Juni 2019

Im Neuen Testament erzählt die Apostelgeschichte vom Pfingstereignis: Der Heilige Geist kommt in Feuerzungen auf die Jünger herab. Sie ziehen danach in die ganze Welt und verkünden das Evangelium (vgl. Apg. 2,1-41). Pfingsten gilt daher als Geburtstag der Kirche. Ab diesem Tag beginnt die Mission und die Kirche wächst.

"Einen schönen Geburtstag": Wort des Bischofs zu Pfingsten 2018.

Ursprung im jüdischen Erntedankfest

Das Pfingstfest findet zeitgleich zum jüdischen Fest Schawuot statt. Dieses Fest gehört zu den Hauptfesten des Judentums. Es bedeutet "Wochen" und verweist damit auf die 50 Tage nach dem Pessachfest. Schawuot ist gleichzeitig das Erntedankfest, da es den Abschluss der Weizenernte markiert.

Pfingstnovene: Vorbereitung auf Pfingsten

Pfingsten ist nach Ostern und Weihnachten das dritte Hochfest im Kirchenjahr. In den Tagen vor Pfingsten wird das Hochfest mit einer besonderen Gebetsform vorbereitet: Die sogenannte Pfingstnovene beginnt 9 Tage vor Pfingsten an Christi Himmelfahrt. Diese Novene geht auf den Pfingstbericht der Apostelgeschichte zurück, nachdem sich die Jünger vor Pfingsten im Gebet zurückgezogen hatten. In der Pfingstnovene wird um das Kommen des Heiligen Geistes und seiner sieben Gnadengaben gebetet: Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht.

Im "Wort des Bischofs" erklärt Kardinal Woelki die Tradition der Pfingstnovene.

Feuer und Taube an Pfingsten

Pfingsten als christliches Fest ist seit dem 2. Jahrhundert überliefert. Der Heilige Geist wird mit unterschiedlichen Symbolen dargestellt. Am bekanntesten sind die Feuerzungen und die Taube:

  • Mit dem Heiligen Geist untrennbar verbunden ist das Feuersymbol. Die Apostelgeschichte berichtet, dass der Geist in Feuerzungen auf die Jünger herabgekommen ist. Von diesem Feuer entzündet, tragen die Jünger die Botschaft Jesu in die ganze Welt.
  • Am häufigsten wird der Heilige Geist als Taube dargestellt: Diese Form geht auf die Taufe Jesu im Jordan zurück, als Jesus den Geist Gottes in einer Taube auf sich herabkommen sah (vgl. Mt 3,16). Die Taube gilt als Symbol von Zartheit und Liebe.

Pfingstmontag ist gesetzlicher Feiertag

Pfingsten und Christi Himmelfahrt wurden in der Urkirche noch als gemeinsames Fest begangen. Ab dem 4. Jahrhundert wurde Pfingsten als Hochfest eigenständig. Seit dem 11. Jahrhundert wurde das Pfingstfest eine ganze Woche lang mit einer Oktav gefeiert. Diese Oktav wurde – wie viele andere Oktavfeiern auch – 1969 von Papst Paul VI. abgeschafft.

In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern wird Pfingsten mit einem zusätzlichen Feiertag, dem Pfingstmontag gefeiert. Dies geschieht parallel zu den anderen größten kirchlichen Festen Weihnachten und Ostern. Auf dem Gebiet der Deutschen Bischofskonferenz gilt der Pfingstmontag als gebotener Feiertag.

Wo der Pfingstmontag kein gesetzlicher Feiertag ist, wird dieser seit der Liturgiereform 1969 auch nicht mehr als kirchliches Fest begangen.

Pfingsttermin

Pfingsten als variables Fest richtet sich nach dem Hochfest Ostern. Die genaue Berechnung ist: der 50. Tag nach dem ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Damit liegt der der Pfingsttermin immer zwischen dem 10. Mai und dem 13. Juni. Dieses Jahr fällt der Pfingstsonntag auf den 9. Juni. Die liturgische Farbe an Pfingsten ist Rot.

Der Pfingstsonntag fällt in den kommenden Jahren auf folgendes Datum:

  • 2020: 31. Mai
  • 2021: 23. Mai