1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland - Infos und Filme

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Zum Festjahr #2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland.

17. Februar 2021

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland - Infos und Filme

> Filmtipps der Medienzentrale

Seit 321 und damit seit 1700 Jahren ist jüdisches Leben auf dem Gebiet des heutigen Deutschland historisch bezeugt. 

Als erster Beleg jüdischen Lebens nördlich der Alpen gilt ein Edikt des römischen Kaisers Konstantin aus dem Jahr 321. Es erwähnt die jüdische Gemeinde in Köln. 

Ein Blick in die 1700jährige Geschichte lässt allerdings kein ungetrübtes Feiern zu.

Die jüdische Bevölkerung Deutschlands war in den letzten 1700 Jahren sehr oft und sehr massiv den Vorurteilen, der Ausgrenzung und Ausbeutung bis hin zu brutaler Gewalttätigkeit und Pogromen von Seiten der nichtjüdischen Mehrheit ausgesetzt. 

So wurde die älteste jüdische Gemeinde, die in Köln, seit den Kreuzzügen von der christlichen Mehrheitsbevölkerung immer wieder angefeindet und diskriminiert, und in mehreren Pogromen wurden viele ihrer Mitglieder ermordet. 

Im Jahr 1424 wies der Rat der Stadt alle Jüdinnen und Juden aus Köln aus. Erst Ende des 18. Jahrhunderts, unter französischer Herrschaft, konnten sich Jüdinnen und Juden wieder in Köln ansiedeln.

> Einen Überblick über die Geschichte der Kölner Synagogen-Gemeinde gibt Alexander Tyurin auf der Internetseite der Synagogen-Gemeinde.

Auch und gerade die christlichen Kirchen haben in der bis heute andauernden Geschichte des Antisemitismus große Schuld auf sich geladen.

Am schwersten lastet auf den Leben heutiger Jüdinnen und Juden sicherlich der vom nationalsozialistischen Deutschland begangene Zivilisationsbruch mit der systematischen, massenhaften Verfolgung und Ermordung der Jüdinnen und Juden, der versuchten Vernichtung der jüdischen Bevölkerung, Religion und Kultur. 

Es gab und gibt aber auch viele Beispiele des gelungenen Miteinanders. Jüdinnen und Juden haben unschätzbare Werte zur deutschen Kultur beigetragen. Vor der Herrschaft des Nationalsozialismus war es für viele jüdische Deutsche selbstverständlich, oder wenigstens denkbar und gewünscht, die jüdische Religion und Kultur mit der Zugehörigkeit zu Deutschland zusammen zu bringen.

Das hat sich durch die Shoah dramatisch geändert.

Und heute ist es alles andere als selbstverständlich, dass Jüdinnen und Juden in dem Land wohnen, in dem sie selbst und ihre Angehörigen abgelehnt, entrechtet, gequält oder ermordet worden sind.

Es ist bemerkenswert, dass nach der Shoah Jüdinnen und Juden nach Deutschland zurückgekehrt sind und jüdisches Leben heute wieder möglich ist. 

Diese hoffnungsvolle Entwicklung wird allerdings immer wieder, und in den letzten Jahren zunehmend, durch versteckten alltäglichen und offen gewalttätigen Antisemitismus erschüttert.

Dem müssen wir alle das Gute entgegensetzen!

Nicht selbstverständlich und aus unserer christlichen Perspektive - aus der dieser Text geschrieben ist - sehr beglückend ist es, dass es viele freundschaftliche jüdisch-christliche Begegnungen und Annäherungen bei gegenseitiger Wertschätzung auch der Unterschiedlichkeit gibt.

Die christlichen Kirchen sind sich heute weitgehend ihrer tiefen Verbundenheit mit ihren jüdischen älteren Geschwistern und ihrer Verantwortung ihnen und ihrer Religion gegenüber bewusst. 

Zum Glück ist es Fakt: Jüdinnen und Juden und die jüdische Religion gehören unübersehbar zu Deutschland wie Christentum, Islam und die anderen Religionen, Volksgruppen und Weltanschauungen!

INFORMATIONEN UND MEDIEN ZUM FEST- UND GEDENKJAHR:

> Der Verein „321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.“ bietet viele interessante Informationen, Beiträge und Veranstaltungs- und Programmhinweise

Die ökumenisch-christlich verantwortete Kampagne "#beziehungsweise: jüdisch und christlich - näher als du denkst" weist auf die enge Verbundenheit des Christentums mit dem Judentum hin. Sie zeigt auf Monatsplakaten die Beziehung von Judentum und Christentum zueinander auf. 

> Für NRW und somit für das Erzbistum Köln wurde eine regionalisierte Fassung der Monatsplakate entwickelt. Sie steht unter www.interreligioeserdialog.de zur Verfügung.

> #beziehungsweise: jüdisch und christlich - näher als du denkst

> 321.koeln (die gemeinsame Initiative der katholischen und evangelischen Kirche in Köln zum Festjahr)

> Interreligiöser Dialog im Erzbistum Köln

> FILME UND MEDIEN zum Judentum aus unserem Verleih