Diözesantag Hospiz - Für eine sorgende Gesellschaft

12. April 2018 (pek180412-sam)

Köln. „Sich umeinander kümmern“, dies ist – vereinfacht ausgedrückt – das Ziel einer „caring society“. Um die „Sorge-Kultur“ als gesamtgesellschaftliche Aufgabe und kommunalen Auftrag angesichts des Alterns der Gesellschaft ging es beim diesjährigen Diözesantag Hospiz am Mittwoch, 11. April.

 

Rund 300 Ehrenamtliche aus Städten, Kommunen und ländlichen Bereichen des Erzbistums sowie circa 50 hauptamtlich Engagierte in der Hospizarbeit waren ins Kölner Maternushaus gekommen, um dort Wissen und Erfahrungen auszutauschen. Darüber hinaus sollte der Tag den Teilnehmern Wertschätzung und Inspiration vermitteln. Zum Oberthema „Sorge-Kultur“ im Hospizkontext war als Fachreferent Professor Dr. Andreas Heller eingeladen. Der Experte des Instituts der Pastoraltheologie und Pastoralpsychologie der Karl-Franzens-Universität Graz war 2007 der erste Professor auf dem ersten Lehrstuhl für Palliative Care und OrganisationsEthik in Europa.

 

Mehrere Universitäten beschäftigen sich derzeit in einer Forschungs- und Arbeitsgemeinschaft mit der Bewusstseinsbildung, dass in Zukunft die gesamte Bevölkerung aufgrund des demografischen Wandels und der Migrationsbewegungen in die Palliativversorgung eingebunden werden muss. Professor Heller betonte während seines Vortrags beim Hospiztag, dass das Engagement der Bevölkerung bzw. Ehrenamtlichen im Bereich der Palliativ- und Hospizarbeit gestärkt werden müsse. Derzeit liege finde sich das Engagement vor allem in Institutionen wie Krankenhäusern und Heimen. „Bei den Ehrenamtlichen liegt ein enormes Wissen und Potential. Nur 5 Prozent der Sterbebegleiter sind Profis. Der Rest sind Ehrenamtliche“, so Heller. Umfragen hätten ergeben, dass 30 Prozent der Deutschen anderen Erkrankten helfen und 90 Prozent der Deutschen gerne zu Hause sterben würden.

 

Bei der „Sorge-Kultur“ oder auch „palliative care“ geht es darum, nicht nur die rein technisierte medizinische Versorgung schwerkranker Menschen in den Blick zu nehmen, sondern auch die seelische, soziale und spirituelle Situation und die daraus resultierenden Bedürfnisse. Angehörige wiederum werden hierbei als nahestehende Begleiter miteinbezogen und erfahren ebenfalls Unterstützung und Zuwendung. „Die Bedeutung für die Gesellschaft soll hier verstärkt und auch Kommunen beteiligt werden, um zur Bewusstseinsmachung beizusteuern“, so der Professor. Derzeit gibt es dazu bereits verschiedene Pilotprojekte beispielsweise in Irland, Holland und der Schweiz, wo Städte nach „Sorgenden Themen“ in ihrer Gemeinde schauen.

 

Organisiert wird der Diözesantag Hospiz jährlich von der Abteilung Seelsorge im Sozial- und Gesundheitswesen in Kooperation mit dem Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V.

 

Bildhinweis: Ein Bild der Veranstaltung finden Sie für Ihre Berichterstattung unter https://kommunikation.erzbistum-koeln.de/index.php/s/p94BfLqxXj8J22p